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WtA 5.Ed - W5 Spekulationen....

hchkrebs

Adren
Hi,

auf dem Forum vom Onyx Path wird derzeit schon stark diskutiert, was die neue Edition von Werwolf bereit halten wird.
Ein offizieller Lizenznehmer hat wohl einiges an Infos in seinen Comics integriert (habe es nicht gelesen) und ein anderer hat erzählt, dass sie auf Basis der Entwicklervorgaben, ein Brettspiel zu WtA entwickeln (weil es das braucht 🤷‍♂️).

Dabei kam wohl heraus, dass die Nachfahren und Sternenträumer als Stämme aus dem Spiel verschwinden. Die Nachfahren werden wohl "fallen" und als Antagonisten fungieren, so die Spekulation...

Wie sieht es hier aus?

Jemand Interesse am spekulieren, diskutieren und Gerüchte weiter sagen, die im Netz kursieren?
 

Supergerm

Spambothenker
Teammitglied
Wäre schade, wenn die Nachfahren verschwinden. Die haben mein Interesse an Werwolf überhaupt geweckt (ich war als Teenager auf einem Wikingertrip). Könnte ich mir aber vorstellen, daß sie wegen ihres germanischen Hintergrundes als zu problematisch betrachtet werden.
 

hchkrebs

Adren
Wäre schade, wenn die Nachfahren verschwinden. Die haben mein Interesse an Werwolf überhaupt geweckt (ich war als Teenager auf einem Wikingertrip). Könnte ich mir aber vorstellen, daß sie wegen ihres germanischen Hintergrundes als zu problematisch betrachtet werden.
Naja, es gibt seit der 1st Edition einen Bezug zwischen Nazi-Deutschland und den Nachfahren, und auch wenn in direkt dem Stammesbuch auch US-Amerikanische-GIs Nachfahren waren lässt sich die Nachfahren Stammesideologie eben einfach an Nazi-Ideologien anpassen. Ist jetzt für mich nie ein Problem gewesen, und ich finde auch die Gradwanderung zwischen potentiell berechtigten Interessen (Angst um kulturelle Identität und Überfremdung, Fokus auf Stärke), über unsinnige abgeleitete Auswüchse (z.T. verbreiteter Sexismus) zu gravierenden Missständen (Rassentheorien) ein interessantes Element der Spielwelt.

Gerade im Umgang auch mit unserer realen Welt haben wir solche Probleme ja auch. Wenn ich mit internationalen Kollegen über Deutschland spreche und das was sie in deren Medien gehört haben, muss ich ja auch irgendwie damit zurecht kommen, dass Neo-Nazis und Verschwörungstheoretiker die zum z.T. gewaltsamen Widerstand gegen die Coroan-Maßnahmen aufrufen auch irgendwie Deutsche sind. Gleiches ginge halt auch bei den Nachfahren, wenn man die NSCs eben auf dem Spektrum verteilt, was es politisch geht.

Aber es war wohl schon auch so, wie man im OPP-Forum ließt, dass es bei einigen größeren LARPs (und die USA hatten da ja auch größere Verbünde an LARP-Gruppen) eben gezielt rechte gab, die ihre Mentalität im Spiel ausleben wollten und damit eben auch Konflikte in das Spiel gebracht haben, die für andere zu weit gingen. Ich kann nicht abschätzen wie oft das vorkam, in welchen Ausmaßen. Aber die Kritik am Stamm gab es deswegen schon seit 20+ Jahren....

Für nWW (das neue White Wolf, mit Sitz in Schweden, iirc) so wurde gemutmaßt ist eine Empörung ggf. besser zu verkraften wenn sie als Skandinavier den skandinavischen Stamm im Setting 'fallen' lassen.

Was nicht heißt, dass andere Stämme nicht auch mehr oder weniger radikal geändert werden könnten, weil ihr Hintergrund ggf. nicht politisch korrekt ist. Gerade bei den Uktena und Wendigo wird da über 'kulturelle Aneignung' gesprochen und soweit die Hinweise gehen, werden ggf. die beiden Worte als Stammesnahmen verschwinden. Es soll wohl einen Charakter in den Comics geben, dessen Stamm als 'Ghost Council' angegeben wird. Da dies der Name eines Lagers (kleinere Teilgruppe eines Stamms) der Uktena ist, wird vermutet der Stamm könnte als ganzes seinen Namen ändern.
Entweder als Meta-Plot, oder als Retcon.
 

Shub-Schumann

Master (of Desaster)
#StandWithUkraine
Naja, die Get of Fenris waren schon immer maximal peinlich - man braucht sich nur mal das Tribeymbol anzuschauen, das ist ähnlich dezent wie das Innenleben von Manowars Sign of the Hammer Scheibe. Good riddance. (Und damit will ich nicht sagen, dass eins von beidem von Nazis gemacht wurde.)

Und wenn die Veränderungen am Hintergrund ähnlich gelungen sind, wie bei V5, dann kann man es bestimmt gebrauchen. Leider haben unsere Gruppe die V5 Kampfregeln gar nicht überzeugen können, und da Kämpfe bei Werewolf nochmal mehr im Fokus stehen, sehe ich da Probleme.
 

hchkrebs

Adren
Naja, die Stämme die es noch als Spielerstämme geben wird, bleiben halt nur vom Namen erhalten und vielleicht von verschiedene Praktiken. Die Frage ist, ob sie das als Retcon umsetzen oder uns versuchen zu verkaufen, dass in den letzten 20 Jahren sich die Stämme radikal geändert haben (also zwischen 2nd revised (aka 3rd Edition) und der jetzigen 5th Edition.

In den USA, wo eh alles ein kultureller Schmelztiegel ist, mag dieser Ansatz auch eher begründbarer sein als in Europa, wo die Stämme mutmaßlich sich seit Jahrhunderten nicht geändert haben.

Mich ärgert ein wenig, dass es weiter "Stämme" sind, obwohl sie eben keine Volksstämme mit gewachsenem und durch Abstammung weiter getragenem Kulturgut mehr sein werden (oder so zumindest angedeutet). Sie dann auch anders zu nennen, wenn man diesen Schritt verdeutlichen will, wäre angemessen gewesen.
Aber vermutlich will man uns erzählen, dass die Garoustammeskultur existiert, aber keine gegenseitige Beeinflussung zu den menschlichen Kulturen hat, in denen sie versteckt gelebt haben.

Es ist halt alles ein Versuch politisch korrekt zu sein und sich keiner kulturellen Aneignung schuldig zu machen. Und das ist natürlich Geschichtsumschreibung, in gewisser weise. Denn White Wolf will von den Markennamen der alten World of Darkness profitieren, will aber die Elemente die für Personengruppen störend waren ändern und entfernen, auch wenn sie tief im Spiel verwurzelt sind, und ggf. schießt man dabei über das Ziel hinaus, weil so richtig auch keiner weiß wie man es macht.

Das Problem ist aber ggf. das die Fans die das Spiel lieb gewonnen haben es trotz der vielleicht kritischen/grenzwertigen Inhalte taten. Diese dann zu entfernen und damit den Wiedererkennungswert zu schmälern oder die Fans zu tadeln, weil sie kritische/grenzwertige Inhalte gut fanden ist halt auch nicht sonderlich cool.

Klar, Wendigo ist durch einen Film populär geworden, der nichts mit der ursprünglichen Legende gemein hat und wird seit Jahrzehnten in der Popkultur als Monster unterschiedlichster Art dargestellt. Auch Uktena, wie es WtA vorkommt, hat nicht alle Details gemein mit was über das Wesen z.B. in der wikipedia steht, aber muss es das oder ist es für das Spiel okay sich den Namen zu borgen, weil er zu der Kultur die man fiktional an eine reale Kultur anlehnen will, passt?
Und klar, das Wort Metis war unglücklich gewählt, da es eine Gruppe von Menschen beschreiben kann, die sowohl indianische als auch europäische Vorfahren haben. Wollte man diese Bedeutung, oder hat man einfach nicht sauber recherchiert, als man das Wort wählte? Keine Ahnung.

Am Ende wird die 5th Edition deutlich anders sein als die Editionen davor, weil man eben viel anders machen will und da auch viel von Forsaken und dem was nun "Chronicles of Darkness" heißt abschaut, und nicht nur die guten Dinge (mMn).
 

SchwarzerHerzog

Wiedergänger
Grundsätzlich ist mein Gedanke: Ein weiteres nWoD Spiel was jetzt seine cWoD Auflage bekommt. (und mit sicherheit nicht das letzte)
Es wird extrem gestreamlined. Es wird hauptsächlich für Spieleentwickler geschrieben (mein Eindruck) weniger für alte Fans der Reihen.
Der Ansatz, dass sich die Stämme ändern ergibt Sinn, wenn neue Stämme dazu kommen, einige wegfallen, wenn das schon immer so gewesen wäre (letzteres ja nun eher weniger im Normalfall).
Es gibt Änderungen, die gerade in Bezug auf PC Sinn ergeben. Stammesnamen und Begrifflichkeiten. Ich kann auch damit leben, wenn man einige Stämme zusammenlegt, oder alternativ weiter auseinander dividiert. Aber das sollte sinnig umgesetzt sein. Und hier bekommen wir das Problem: es gibt eben Stämme die wirklich relativ exklusiv manche Regionen bewohnen oder eine sehr klare Abgrenzung zum Rest haben. Als Beispiel sind hier eben gerade die Furien und die Talons genannt - warum sollten die Furien, die sich quasi gerade darüber definiert haben davon abweichen? Warum sollten die Roten Klauen plötzlich sagen: Also Nichtwölfe sind ja schon irgendwie cool. Wendigo, die quasi mit allen Nicht-Natives über Kreuz lagen sollen jetzt sagen: Ach, Schwamm drüber. Stämme die in ihren Heimatsepten quasi (oder total) exklusiv waren, sagen plötzlich, ja gut, wir passen uns dem ganzen an und ändern jetzt alles?
Es beißt sich halt vorne und hinten.
Und auch hier gilt, mal angenommen, sie ändern wirklich alles . Also im Sinne, ja hier gab es Umbrüche. Wir werden unter der Prämisse nie ein Spiel in der Vergangenheit machen können, weil das passende Material fehlt. Dafür wird es aber wohl auch wieder nicht gedacht sein
 

hchkrebs

Adren
Wobei das ja alles Beispiele sind, bei denen die Stammeszugehörigkeit eine gewisse Exklusivität hat.
Schwarze Furien mit ihrer Affinität zum Schutz von Frauen und Kindern und (untergeordnet) der Ursprünglichkeit/Wyld hätten von Anfang an nicht exklusiv Frauen sein müssen (waren sie auch nicht, weil sie männliche Metis aufgenommen haben, vermutlich aber nur wenn sie Furien-Abstammung aufwiesen). Aber der Stamm war nun mal so angelegt worden und klar, mit steigender Medienpräsenz von transgender oder non-binary Personen stelle sich die Frage ob diese bei den Furien Aufnahme finden würden. In Foren nahm das abstruse Formen an, bis hin zu der Frage ob geschlechtsangleichende chirurgische Eingriffe durch Garouregeneration wieder rückgängig geheilt werden würde.
Und es ist schon so, dass unterschwellig der Ausschluss der Männer im Stamm mit einer latenten Bösartigkeit der Männer begründet wurde, geboren aus der Möglichkeit von Männern Frauen zu misshandeln/vergewaltigen.
Die Furien könnten sich entwickeln, ihre Einstellung zur inhärenten, metaphysischen Verdorbenheit von Männern überdenken und liberaler werden. Wobei die Furien ja durchaus auch moderne Hackerinnen und ähnliche Charakterkonzepte aufgenommen haben, die nicht super-traditionell waren.
Die Frage ob es denn sein muss den Stamm zu öffnen ist natürlich eine andere. Hat es für männliche Charaktere nicht genug Spielraum in anderen Stämmen gegeben um sie unter zu bringen?

Roten Klauen, und ihrer Fokusierung auf Lupusgeborene ist auch sehr fundamental im Stamm. Hier sehe ich eigentlich keinen sinnvollen Weg die Öffnung zu legitimieren. Den Stamm als Retcon in einen militanten Anti-Technik/Anti-Fortschritt-Stamm umzumünzen halte ich für falsch. Ich trauere aber dem Stamm auch nicht nach und auch nicht Lupusgeborenen als Spielercharakteroption.

Wendigo sind auch schwierig, aber den Stamm einfach als "gescheitert" bzw. ausgestorben zu erklären ist für mich okay. Wenn wegen der Namenswahl die Uktena ebenfalls in der Form verschwinden und nur das "Ghost Council" als Sammelstamm für die ehemals Nordamerikanischen Einwanderer bleibt, dann werden die "Reinhaltung der Traditionen und Blutlinien"-Wendigo eben als Camp im Stamm aufgehen.
Weniger sinnvoll ist das für die Uktena, die einst in einem Stammeskonzil beschlossen sich für andere Minderheiten zu öffnen, wie die Schwarzen oder Asiaten in den USA/Mexiko. Bei Stämmen die nun weltweit agieren ist das weniger sinnvoll, denn Leute dieser Ethnien sind in Afrika bzw. Asien eben keine Minderheiten. Bliebe die Frage ob das "Ghost Council" sich für alle Minderheiten überall zuständig hält, oder ganz andere Mentalitäten zur Schau stellen wird.

Es ist anzunehmen, dass in der 5th Edition keine Neuauflagen von Kindred of the East kommen wird, da es dem Orientalismus beschuldigt wurde. Damit fallen wohl auch die Hengeyokai weg oder werden nur in veränderter Form zurückkehren.
 
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