Mein Balkon

Durro-Dhun

Erklär(wer)bär
Mein Balkon

Schwarz zeichnen sich die grünen Blätter der Bäume vor dem Sonnenuntergang ab.
Noch benehmen sich die Farben.
Bleiben verhalten. Zart.
Weiches, zärtliches Hellblau über einem Farbverlauf aus Gold, Rosa und Rot.
Der Mond steht bereits als scharf umrissene Sichel am Himmel.
Kündigt seine kommende Herrschaft über den Nachthimmel an.
Die Sonne akzeptiert ihre Niederlage.
Sinkt tiefer und tiefer.
Intensiviert die vorerst zarten Farben.
Der silberne Strich der Kondensstreifen eines Flugzeuges,
angeleckt im goldenen Rosa des vergehenden Tages,
eine letzte Signatur des Lichts auf einem erblühenden Nachthimmel.
Der Tag gibt auf.
Mitternachtsblau fällt von oben herab.
Verdrängt die Glut des Tages.
Betont das Silber der Sterne, das Licht des Mondes.
Laut zerplatzen die Luftblasen an der Wasseroberfläche,
ihr Stakkato-Rythmus täuscht Eile vor.
Rauch füllt das Glas, steigt durch den Schlauch,
in die Lungen. Apfelarome kitzelt die Geschmacksnerven.
Kurzes Luftanhalten.
Ausatmen.
Rauchwolke.
Das Knistern der Glut auf der Shisha.
Die vorbeiziehende Rauchschwade
drängt sich zwischen mich und das sterbende Licht der Sonne.
Lässt Schatten auf meinen Zügen tanzen.
Frische Luft füllt die Lungen,
verteibt den Schwindel.
Die Welt ist leer und weit,
die Natur die einzige Klangkulisse.
Niemand stört.

Und hier,
finde ich zu mir selbst.
Das Leben ist schön.
 
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