Glaubenstexte der Lancea Sancta

Raben-AAS

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Früher oder später wird jeder Erzähler bei Requiem in die Situation kommen, dass er Inplay-texte der Dunklen Kirche benötigt. Sei es, weil ein Spieler mit Lancea-Charakter danach fragt, sei es, weil die Spielercharaktere in einem Requiem-Abenteuer eine Dunkle Messe besuchen müssen oder ein paar Lancea-Schriften ausgraben, sei es, weil der Erzähler eine Live-runde leitet und eine Live-Predigt abhalten will.

In diesem Thread sollen Inplay-Texte – "offizielle" ebenso wie selbst verfasste – gesammelt werden.

Dass die Texte sich in ihren Ansichten und Interpretationen des Glaubens an Longinus widersprechen, macht gar nichts: Jeder Erzähler kann sich gezielt jene Texte herauspicken, die zu "seiner" Kabale der Lancea Sancta passen.

Also: Pickt euch was raus, und tut bitte auch was hinein.

Enjoy!
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

Aus aktuellem Anlass:

"Was feiern wir in Weihnachten?

Diese Zeit ist eine Heilige Zeit, da die Christenheit sich
auf die Ankunft von Jesus Christus vorbereitet. Sollte darum
also Frieden auch Einnzug halten bei uns? Sollten wir,
des Menschen Wolf, die Herde schonen, dass sie besinnlich
und in Frieden sich kann bereiten auf den Tag der Geburt
Jesu?

"Nein" spreche ich.

Denn Jesus Christus ist nicht unser Erlöser noch unser
Messias. Er ist des Menschen Lamm, das um der Sünden
der Menschen gelitten hat und gestorben ist. Wir aber
sind keine Menschen, und er ist nicht uns gestorben,
und unser Dunkler Messias ist Longinus und nicht er.
Darum ist uns das Christfest nichts.

"Nein" spreche ich.

Denn so ein Zeichen gesetzt ist durch Jesus Christus, ist es
durch seinen Tod gesetzt worden und die Wunder, die sich
zu diesem ereignet haben. Seine Geburt ist ganz unwichtig.
Nur sein Tod ist entscheidend, und das Wunder desselben
wurde getan durch unseren Dunklen Messias Longinus,
der für seine Tat verflucht wurde durch Gott, wie wir es sind.
Darum ist uns die Geburt Jesu nichts.

"Nein" spreche ich.

Denn die Feier des Christfestes ist ein Fest der Liebe und
des Lebens. Wir aber sind die Kinder der Nacht, die Boten
des Todes und das Schrecknis der Finsternis.
Darum ist dies Fest Anathema zu allem, was wir sind.

"Nein" spreche ich schließlich.

Denn jenes Fest ist lange entweiht durch das Funkeln des
Geldes, es ist kein Gedenken an Gott mehr darin, nur das
Gedenken an Geschenke und Geld, selbst den Mildtätigen
nicht mehr als ein Anlass, des Stärkeren um Spenden zu
buhlen, eine süße Entschuldigung, ein Groschendienst den
Armen, um das Gewissen zu beruhigen.

Lasst uns ihre Beunruhigung sein.
Lasst uns ihre Finsternis sein.
Lasst uns ihr Wunder sein.

Denn zu dieser Heiligen Zeit sind wir, die Verfluchten Gottes,
das einzig wahrhaft von Gott berührte hier.

Der einzige Friede soll sein in den Christmessen
und im Heim der Familie, so sie Liebe hat.


Diese Zeilen gehen ein in die Schriften der Abtei
im Grauen Buche, das zu diesem Julfeste begonnen
sein soll, und an dem ein jeder der Abtei mitwirken mag.

Diese Schrift wird sein Kapitel I, Gedanke 1 [GB I/1]

Matthäus,
Abt der Corona Obscura,
Stadtältester der Nosferatu,
Berlin"
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

(1 – Glaubensbekenntnis)
Ich glaube an den Dunklen Messias,
eine einige, dunkle Kirche,
die Gemeinschaft der Geheiligten,
die Aufgabe der Verdammten
und ein ewiges Leben.

(2 - Alternatives Glaubensbekenntnis)
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
An Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Und an Longinus, den verdammten Legionär,
der Jesus am Kreuze in die Seite stach mit seiner Lanze
der somit die alte Prophezeiung erfüllte
der somit die Heiligkeit Jesus Christus offenbarte
der ob seines Verbrechens zu Recht verdammt wurde
der durch sein Verbrechen aber das Wort Gottes erfüllte
der am Grabe Jesus Christus das Wort Gottes empfing durch den Erzengel Vehishtael
und der in seiner Verdammung das Wort Gottes erkannte.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige, dunkle Kirche,
Gemeinschaft der Geheiligten,
Vergebung der Sünden,
die Aufgabe der Verdammten
und ein ewiges Leben.
Amen.

(3 - Glaubensbekenntnis nach dem Testament Longinus)
ICH GLAUBE AN GOTT DEN ALLMÄCHTIGEN,
DEN SCHÖPFER DES HIMMELS UND DER ERDE
ICH GLAUBE AN JESUS CHRISTUS, SEINEN
EINGEBORENEN SOHN, EMPFANGEN DURCH
DIE KRAFT DES HEILIGEN GEISTES IN DER
JUNGFRAU MARIA, DER GESTORBEN IST,
UM DEN MENSCHEN VON DER SÜNDE ZU
ERLÖSEN, UND DER AUFGESTANDEN IST
VON DEN TOTEN, UND AUFGEFAHREN
IST IN DEN HIMMEL.
ICH GLAUBE DASS LONGINUS, INDEM
ER DIE SEITE DES ERLÖSERS MIT DEM
SPEER DURCHSTIESS, SEINE HEILIGKEIT
DURCH ERFÜLLUNG DER ALTEN
PROPHEZEIUNG BEWIES, UND DASS
OBGLEICH LONGINUS FÜR SEINE TAT
ZU RECHT VERDAMMT WURDE, SEINE
VERDAMMUNG DARSELBST TEIL VON
GOTTES PLAN WAR.
ICH GLAUBE DASS JENE, DIE ALSO
VERDAMMT SIND, DIENER VON
GOTTES WILLEN SIND, AUSERWÄHLT,
DEN KUSS ZU EMPFANGEN, UM DIE
GLÄUBIGEN ZU PRÜFEN UND IHRE
INNERE HEILIGKEIT ZU ENTHÜLLEN.
ICH GLAUBE, DASS ICH FÜR MEINE
SÜNDEN VERDAMMT BIN ZUR HÖLLE,
DOCH DASS ICH DURCH MEINE
VERDAMMUNG AUF ERDEN MEINE
BESTIMMUNG IN GOTTES PLAN
FINDEN UND DADURCH VOR IHM
DOCH GNADE UND VERGEBUNG
FINDEN KANN.
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

(12 – Sinnieren über die Gebote)
Der Abt spricht: Wie aber sehen die Geweihten die Gebote, die GOTT dem Menschen auferlegt hat. Wir sind nicht Menschen. Uns gelten die Gebote GOTTES an die Menschen nichts. Doch will GOTT, dass wir die Gebote der Nacht einhalten, das sind die drei Traditionen, die er gab an LONGINUS. Darüber will GOTT; dass wir sagen: (I) Ich bin der HERR, dein GOTT. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. (II) Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleiches machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. (III) Du sollst den Feiertag heiligen. Denn an ihm ruht die Herde. (IV) Du sollst nicht jene berühren, die des HERREN sind. So sie in GOTT gehen, sind die Hüter seiner Herde dir verboten, und wo sie dich verjagen, sollst du ihnen weichen, wenn sie wandeln im HERRN.

(17 – Das Sakrament der Bluttaufe)
Der Monachus spricht: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Verdammten und taufet sie in Blut im Namen des Dunklen Messias. Wer in seiner Verdammung das Wort GOTTES achtet, der wird doch selig werden. Wer aber nicht glaubet, dessen Seele ist verloren, es sei denn dass sie gereinigt und geläutert wird durch die Dunkle Kirche in Feuer und Sonne.

(18 – Das Sakrament des Altars)
Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihn seinen Jüngern und sprach: Trinket alle daraus. Dies ist mein Blut, dass für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Und jener, der das Blut vergoss, dies ist unser Herr LONGINUS. Und unser Herr LONGINUS war es, der nicht den Wein, doch das wahrhaftige Blut Christi als erster kostete, wie es ihm auf die Lippe fiel, nachdem er den Körper Christi mit seiner Lanze durchbohrt hatte. Und da wir den Kelch nehmen und trinken, tun wir es zu seinem Gedächtnis.
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

(124 – Besinnung)
In der Bibel steht: Unser Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit (HB 2. Kor. IV/17). Und siehe: Darin liegt das Zeugnis unserer Queste, denn in allem was wir tun dem Menschen bereiten wir ihm Trübsal, doch ist diese zeitlich und leicht gegen die Herrlichkeit, welche dadurch geschaffen wird.

(133 – Ruf des Abtes zur Peinigung der Christen)
In der Bibel steht: Der Christ muss gehasst werden von jedermann um Christi Namen willen. (HB Matth. X/22) Und verstehet dies wohl: Dass Christus verlangt, dass jene, welche ihm nachfolgen, leiden sollen als er. Sie sollen sein fromm, stille und gehorsam, bereit, mit Leib und Gut zu dienen der Obrigkeit und jedermann, nniemand ein Leid tun. Der Herr Luther schreibt: Sie müssen ärger als Juden, Heiden, Türken, überhaupt, sie müssen Ketzer, Buben, Teufel, verfluchte und die schändlichsten Leute auf Erden heißen, wie Christus geheißen wurde. Sie sollen erhängt, ertränkt, ermordet, gejagt, gemartert, verscheucht, geplagt werden, und jene die dies tun darin einen Gottesdienst tun. Und all dies soll ihnen geschehen nnicht weil sie Mörder, Diebe oder Schälke sind, sondern alleine darum dass sie Christum allein und keinen anderen Gott haben wollen. Und siehe also: Dass die Verdammten darum nicht nur Böses tun sollen an jenen, welche selbst voll des Bösen sind, sondern dass sie um des dreifachen Böses tun sollen an denen, die Jesus Christus nachfolgen, denn nur durch Versuchung, Pein und Qual werden sie sich als rechte Christen erweisen, und jene, welche gepeinigt wurden und für den Glauben gestorben sind, jene werden durch ihr Martyrium auf Erden die ewige Seeligkeit und Herrlichkeit erlangen.
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

WAS ABER SIND GHULE DEN GEHEILIGTEN GOTTES?

Da sie sterblich sind, und nnicht durch Gott den Allmächtigen verflucht, sind Ghule doch im Kerne noch Menschen.

Menschen sind die Kinder Gottes, doch das sind auch Pferdebremsen, Ratten und Maultiere, also ist solcher Wert in Unseren geheiligten Augen ohne Bestand.

Jene Unterschiede, die den Ghul vom Menschen trennen, sind nicht aus ihm selbst erwachsen, sondern entspringen Unserem Heiligen Fluch, der mit Unserem Blut in den Menschen übergeht und durch Unseren Willen diesen zum Ghul erhebt.

Unser Blut ist die Hostie, durch den der Ghul einen schalen Abgeschmack Unserer Verdammung kostet, und so mag man den Akt des Fütterns also wohl zelebrieren, doch alleinedarum da Unser Geheiligtes Blut kostbar ist und Ehrung verdient, nicht weil der Ghul des Aufwandes wert sei.

Ja, der Ghul ist um ein Haar höher stehend in der Ordnung der Dinge als ein tauber, blinder Mensch. Doch er ist es nur durch Unseren Schatten, der auf ihm ruht.

Einer Unserer Erzbischöfe sprach: "Um das Wort Gottes zu schreiben, verwende ich einen Stift. Um die Feinde des Wort Gottes zu töten, verwende ich ein Schwert." Also sollen wir den Ghul wählen gleich einem Werkzeug, das er uns auch ist, jedes zu seinem Zwecke.

Niemals betrachte man die Ghule als etwas anderes denn als Werkzeug. In ihm ist alle Liebe zu Gott erloschen, hinweggewaschen durch das Vinculum zu seinem neuen Herren, und welchen Wert er in Gottes Plan noch hat erhält er durch den Befehl dieses seines Herren, denn er ist nur dessen ausführendes Werkzeug und somit eine Verlängerung von dessen Geist und Körper.

Auch darf man nicht vergessen, dass Ghule scheußliche Kreaturen sind. Voll Eifersucht und Neid, voll Gier nach dem Blut ihres Herren, geifernd nach dessen Aufmerksamkeit. Wie sehr man sie auch peitscht und Übel an ihnen tut, sind sie doch ganz widerlich in ihrer Hingabe und als solch niederes Gewürm der Liebe Gottes unwert.

Da der Nutzen eines solchen Werkzeuges erlischt, belohne man es mit dem Tode, doch niemals lasse man sich dazu herab solchen Unrat zu erschaffen.

Auch hindere man den Ghul daran, aus dem ihm gegebenen Blut zu viele Kräfte der Kinder der Nacht zu stehlen, und erst Recht trage man Sorge, dass nimmer ein solches niederes Wesen die Thebanischen Mirakel erlernt, denn jene sind Geschenke Gottes nur an die Geheiligten, dass diese und nur diese ihr Dunkles Werk tun können.


so schreibt

Kardinal Malachäus,
Nosferatu in Berlin
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

(2) Gedanke der Novizin Maria

Ich glaube, dass GOTT jedem von uns von Anfang an schon seinen ganz
persönlichen Lebensweg vorherbestimmt hat.
Heißt das, dass wir nicht frei sind?

Die Heilige Schrift bezeugt vielfach, dass GOTT eines Jeden Existenz schon
in SEINE Hand geschrieben hat und dass ER um alle Wege weiß.
Gleichzeitig ruft ER aber auch immer wieder zur Entscheidung auf und legt
Leben oder Tod in unsere Hand.

Ganz gewiss ist Vieles in unserer Existenz bereits festgelegt: allein durch
unsere Geburt, durch die Familie, der wir entstammen, durch das Milieu, in
dem wir aufgewachsen sind, durch den, der uns in die Nacht gebracht hat. Das
alles können wir uns nicht aussuchen. Wir können also unsere Existenz in
vielen Bereichen nicht frei nach unserem Willen gestalten.

Aber wir erfahren doch – der eine sicher öfter, der andere weniger – dass
wir immer wieder diesen oder jenen Weg wählen können. Vor allem spüren wir,
dass es auf uns ankommt, was wir aus einer bestimmten Situation machen.
So können wir zum Beispiel unsere Existenz annehmen, als GOTTES Aufgabe
sehen und sie tapfer bestehen. Wir können sie aber auch verdrängen oder uns
nur dagegen sträuben und dabei verbittern.

Hier genau liegt der Ansatz, wo sich die Existenz aus dem Glauben bewähren
muss: dass jemand seine Existenz aus GOTTES Hand als Aufgabe, als Geschenk
und als Chance annimmt.
Auf diese Weise kann sich jeder Vampir im Laufe seiner Existenz immer mehr
dem durch ihn wirkenden GOTT zur Verfügung stellen, so dass durch ihn SEIN
Wille geschehe.

Und jene, die dies nicht sehen, müssen dies gelehrt bekommen, auf dass auch
sie erkennen, dass unsere Aufgabe ist, GOTT zu dienen.
Aber jene, die nicht sehen wollen, die sich verschließen den Lehren des
LONGINUS und dem Willen GOTTES, müssen gereinigt werden, damit sie nicht den
Sinn unserer Existenz gefährden.


(3) Gedanke der Nuntia Magdalena

Niemand ist ohne Sünde.

Wenn wir behaupten: »Wir sind ohne Schuld«, betrügen wir uns selbst und die
Wahrheit lebt nicht in uns.

Wenn wir behaupten: »Seit wir Verdammt sind, haben wir nie mehr Unrecht
getan«, machen wir GOTT zum Lügner und sein Wort lebt nicht in uns.

Wenn wir aber unsere Verfehlungen eingestehen, können wir damit rechnen,
dass GOTT treu und gerecht ist: Er wird uns dann unsere Verfehlungen
vergeben und uns von aller Schuld reinigen.

Wer Sühne für seine Sünden leistet, dem wird seine Unreinheit von ihm
genommen, er wird wieder rein vor GOTT.

Freilich werden immer wieder Leute behaupten, sie hätten das nicht nötig,
sie seien frei von aller Schuld. Wer so etwas sagt, betrügt sich selbst. In
ihm ist kein Fünkchen Wahrheit.

Diese Ungläubigen müssen von ihrem Irren überzeugt und auf den rechten Pfad
zurück geführt werden. Sie sollen Sühne leisten für ihre Sünden, die sie
begangen haben und sich von ihren Sünden reinigen. Nur wer Buße tut, kann
sich von seiner Schuld reinigen.

Niemand ist ohne Sünde.


Kapitel II: Gedanken des Jahreslaufes 2005

(1) Gedanken der Bishöfin Magdalena

Unser Leben und auch Unleben wird oft mit einem Weg verglichen.
Es ist ein Weg, der Anstrengung kostet, Kraft fordert. Ein Weg, der
nicht ohne Gefahr ist. Ein Weg, der Entscheidungen verlangt, ob
wir nach rechts oder nach links gehen sollen. Ein Weg, der sich in
die Länge zieht, aber ein Weg, der jeden an das Ziel bringen will.

Aber es sei deutlich gesagt, dass GOTT in uns wohnt, uns leitet und
begleitet.

Manchmal werden wir gefragt: Erlebt man die Leitung GOTTES auch
in ganz persönlichen Entschlüssen und kleinen Alltagsdingen?

Ja, es gibt ein Geleitetwerden durch GOTT in den großen und kleinen
Entscheidungen und Aufgaben unseres alltäglichen Lebens.

"Willst du geleitet werden durch GOTT, so nimm dir täglich Zeit, um
GOTTES Wort zu lesen. Breite jede Entscheidung, jeden Wunsch, jede
Lebensbeziehung und jeden Auftrag vor GOTT aus, damit er dir
seinen Willen offenbaren kann. So wird dein Eigenwille, der ihm den
Weg versperrt, überwunden. Lebst du so mit GOTT verbunden, wird
GOTT dein Herz berühren und dich leiten.


(2) Gedanke des Kardinals Malachäus zum Thema
"Warum bestehen wir darauf, dass es des Menschen freie Wahl
sein muss, ob er zum Vampir wird?"

Weil der freie Wille die Voraussetzung für Schuld ist.

Des Menschen Seele ist unsterblich, und was er Gutes oder Böses tut im Leben, soll ihm im
Tode vergolten werden. Es ist nicht das Recht eines Vampirs, der ja nur das Werkzeug
GOTTES ist, nach seinem Gefallen oder seiner Laune einen Menschen zum Vampir zu
verdammen und so dessen Seele zu verderben für alle Zeit. Das Vorrecht, solches zu tun,
hat alleine GOTT, und ausnahmslos JEDER der ein Kind erschafft greift in GOTTES Plan ein
und begeht schwerste Sünde gegen IHN.

Es ist aber so, dass wir nicht die Macht haben, die Ungläubigen zu zwingen, das Verbot
der Erschaffung anzuerkennen. Darum suchen wir das gewirkte Übel zu verkleinern, indem
wir dem Menschen seine Freiheit zu handeln zurückgeben.

Denn: Ist es so, dass der Mensch die freie Wahl hat, als Mensch zu sterben oder als Vampir
im Tode umzugehen, so ist auch dies ein Test des Menschen, dem er - in GOTT ergeben -
gewachsen sein kann, worin er den Tod wählt und seine Seele zumindest vor unserer
Verderbnis und dem Fluch rettet, oder aber an dem er scheitert, worin er aus falscher
Angst vor dem Tode oder weil er weiß, dass aufgrund seiner Sünde ihm nur die Hölle
beschert ist, die Erschaffung wählt und sich und seine Seele somit selbst verdammt.

Darinnen wird er selbst in Gerechtigkeit zu GOTTES Zorn auf Erden. Denn seht: im Akt
seiner Verdammnis ist der Erschaffer nur der Bote des Fluches, das Werkzeug der
Selbstverdammnis des Menschenkindes, und hätte dieses auch in seinem gannzen Leben
nie einen Fehl getan, so verdiente es doch um diesen Moment der Schwäche, um die Wahl
des Fluches, der ihn auf alle Zeit von GOTTES Herrlichkeit reißen wird, das volle Maß der
Verdammnis, wie sie in uns wohnt.

Darum ist es, dass der erwählte Mensch erfahren muss durch einen der Geheiligten, was
es fürwahr bedeutet, Vampir zu sein.

Und da er dies erfahren hat, soll er wählen zu sterben und sich so mit allem, was er je
getan, dem Schöpfer zu stellen, oder er soll wählen den ewigen Fluch, um durch treuen
Dienst an GOTT Reue zu tun für die Sünden seines verpfuschten Lebens.

IPSE LONGINUS ID DIXIT.


(3) Gedanke des Kardinals Malachäus zum Thema
"Sind wir Diener der Menschen?"

Wenn unsere Aufgabe darin besteht, den Menschen zu verführen, zu läutern, zu strafen,
zu schrecken, wenn also all unser Handeln darauf gerichtet ist, dem Seelenheil der
Menschen zu dienen, sind wir dann nicht kleiner als der Mensch?

Aber nein!

Wir dienen dem Menschen ebenso wenig wie GOTT es tut. Der Mensch mag GOTT fürchten
oder preisen, indessen wird GOTT nicht geschwind erretten, wer zu ihm fleht, denn GOTT
hört nicht auf den Ruf der Profanen, und heißt uns ebenso, dies nicht zu tun.

Denn dies ist die Gestalt der Welt: Dass da GOTT ist als der Schöpfer des Himmels und der
Erde, der Nacht wie des Tages, des Vampirs wie des Menschen wie des Tieres in den
Feldern.

Und ER hat allen Dingen seinen Platz gegeben, und uns den Platz des lichtlosen Löwen
unter den arglosen Schafen der Menschheit.

Nicht wir sind Diener der Menschen, sondern der Mensch ist unsere Beute, unsere süße
Hostie, der lebende Nektar zur Belebung unserer verdammten, toten Leiber, dass wir unser
dunkles Werk in GOTTES Namen tun können.

Der Mensch ist ein Geschöpf GOTTES, doch eine Mücke ist dies ebenso, und ebenso wie
der Mensch keinen Gedanken gibt daran die Mücke zu erschlagen oder das Fleisch der
Tiere zu essen sollten wir einen Gedanken daran geben den Menschen zu töten oder von
seinem Blut zu nehmen.

Denn dies sagt uns GOTT durch den Dunklen Messias: Dass unsere Existenz darselbst das
dunkle Beispiel ist, an dem der Mensch die Schrecknis dieser Welt und das Grauen der
Nacht erfährt und sich so voll Furcht eben GOTT zuwendet.

Und ers spricht weiter, dass es in GOTTES Macht liegt, jenne zu schützen und zu retten
oder im Tode an seine Seite zu holen, die in SEINEM Licht wandeln. Und darum dies so ist
braucht niemand von uns übel von sich zu denken, wenn er seinen blutdürstenen Trieben
nachgibt, denn ebenso wie GOTT es uns gab so zu empfinden liegt es auch in SEINER Hand
alleine jenen zu retten, den uns GOTTES unergründbare Wege zum Opfer bestimmt haben.

Darin liegt die dunkle Erlösung, das größte Geschenk des Friedens für unsere hungernden
Seelen: Dass alles in der Welt seinen rechten Platz hat, und dass wir, die wir in GOTT
wandeln, darum dass wir Monstren sind doch nicht schlechter sind als der Mensch,
sondern besser als er.

Es ist ohne Not darum zu hadern, welch Trieb uns zur Jagd nötigt, denn dem Menschen
nachzustellen ist uns kein Quell des Zweifels und der Reue, sondern ein Quell der Freude,
denn solange wir unser dunkles Werk tun und dem Testament des LONGINUS folgen
handeln wir niemals gegen GOTT, sondern erfüllen seinen Willen gegen die
selbstgerechten, ignoranten, faulen, hoffärtigen, ungläubigen und blinden Menschen.

IPSE LONGINUS ID DIXIT.


(3) Gedanken des Kardinals Malachäus zum Thema
"Sollen wir das Unrecht der Ketzer stumm erdulden?"

Brüder und Schwestern in LONGINUS,

es ist zu tun, was immer und stets zu tun ist.

GOTT hat uns nicht in die Grube unserer Verdammnis gestoßen,
dass wir uns vom Blendwerk von Drachenkindern ablenken lassen,
doch um in der Finsternis unseres Loses endlich das Licht über uns
zu schauen, das wir in unserem Leben nie gesehen haben.

Wir sind kein tumbes Raubtier, das den Mond anheult.
Wir ersäufen unser Leid nicht in Tand noch Blut.
Wir studieren nicht die Texte der Götzen und jagen falschen Träumen
nach, die Macht GOTTES zu fordern und unserem Dasein als Vampir
zu entfliehen.

Und warum sollten wir auch fliehen wollen, da wir endlich unser
Leben in nichtsbedeutender Blindheit hinter uns gelassen haben und
durch GOTT berührt worden sind, und sei es auch nur sein Fluch?

Sind wir nicht die Ersten seiner Wesen auf Erden?
Sind wir nicht sein flammender Pfeil, seine wütende Klaue,
sein strafender Blick?

Aus all diesem erwächst uns eine innere Stärke, die uns zur festeren
Wehr macht denn jede Überzahl und alles, was man gegen uns wirft.
Gewiss hadern auch wir zuweilen mit unserem Los.
Gewiss verzweifeln auch wir und straucheln auf unserem Pfad.

Und doch sind wir die GEHEILIGTEN, die Auserwählten GOTTES, den
spröden Stein der Menschen zu schleifen, als Jäger unter ihnen zu
wandeln, die Hostie ihres Blutes zu kosten, die Herde zu führen auf
den rechten Weg und die verderbte Frucht abzuschlagen, dass der
Fruchtbaum am Leben bleibe.

Unsere Feinde sind Ketzer, gewiss.
Und schlimm ist die Sünde, die sich auf sich laden.

Aber können wir es vor den Menschen, die unsere Beute zu werden
bestimmt sind, vor dem Schurken und seinen Opfern, die wir verführen,
trennen und läutern sollen, vor unserer Aufgabe in GOTT verantworten,
dass wir ob der Untaten der Drachen, der Hexer und anderer unserer
Art, die sich in der Finsternis des Requiems verloren haben, einen
Bruderkrieg vom Zaune brechen, an dem wir zur gegebenen Zeit eingedenk
der Überzahl unserer Feinde vergehen würden?

Wer sollte an unserer Statt GOTTES Werk tun in Berlin?

Wir sind keine Toren, die nur den Hass des Augenblickes sehen.

Wir sind der Zorn GOTTES auf Erden.
Wir sind GOTTES Ewigkeit.

Wir werden tun, was wir immer tun.
Immer getan haben.
Immer tun werden.

Wir werden GOTTES Aufgabe an uns erfüllen.

Den Guten verführen.
Den Verführten hinabstoßen.
Den Schlechten vernichten.

Wir werden lehren und lernen.
Werden das Wort LONGINUS verbreiten an alle, die es hören wollen.
Und dem Führung geben, der uns darum ersucht.

Aber:
wir werden auch bemerken, welch Ketzerei sich ereignet.
Werden sie niederschreiben und im Herzen bewahren, gut verborgen.

Bis dass das Blatt sich einmal wendet und die Pracht der
Ketzer in unseren Mauern verweht ist wie tote Blätter im Odem
unseres Requiems.

Dann und nur dann werden wir retten, was noch zu retten ist.
Und läutern, was nicht mehr gerettet werden kann.

Wie wir es immer getan.

AMEN
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

Auch ich bedanke mich für die Texte und vor allem für die Mühe diese hier abzutippen. Ich werde einige wohl gänzlich übernehmen und wiederum andere einwenig bearbeiten. So etwas macht es aber um einiges leichter.
 
AW: Glaubenstexte der Lancea Sancta

Also, da ich auch fleißig daran arbeite die Schriften in Berlin zu mehren, will ich die von mir auch gerne mit euch teilen.

Herr unser

Herr unser
Der du bist im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel
So auch auf Erden

Longinus
Dunkler Prophet auf Erden
Verdammt werde dein Name
Zu uns komme dein Wort
Dein Fluch geschehe
Auf Erden
Zu finden Heil im Himmel

Unser täglich Blut gib uns heute
Und vergib uns unsere Sünden
Wie wir strafen die Sünder
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von allem Menschlichen.

Amen

Der Rosenkranz

I. Die einleitenden Bitten

1. Longinus, der den Glauben in uns mehre.
2. Longinus, der die Hoffnung in uns stärke.
3. Longinus, der den Hass in uns entzünde.

II. Die freudenreichen Geheimnisse

1. Longinus, den du, o Herr, durch das Blut deines Sohnes verdammt hast.
2. Longinus, dem du, o Herr, das Wort durch Vahishtael geschenkt hast.
3. Longinus, den du, o Herr, zu uns gesandt hast.
4. Longinus, den du, o Hure, in Sünd' und Schande geboren hast.
5. Longinus, den du, o Herr, in Sündertat verdammt hast.

III. Die glorreichen Geheimnisse

1. Longinus, der von den Toten auferstanden ist.
2. Longinus, der das Fegefeuer der Läuterung auf die Welt brachte.
3. Longinus, der uns das Wort Gottes gebracht hat.
4. Longinus, der uns in die Verdammnis aufgenommen hat.
5. Longinus, der uns in der Verdammnis geheiligt hat.

IV. Die trostreichen Geheimnisse

1. Longinus, der zur Linken des Herrn sitzt.
2. Longinus, der das Haupt der Dunklen Kirche ist.
3. Longinus, der mit seinem Zorn uns nährt.
4. Longinus, der wiederkommt in Herrlichkeit.
5. Longinus, dessen Reich ohne Ende ist.

Kleiner Lobpreis

Ehre sei dem Vater
Dem Sohne und
Dem heiligen Geiste
Ehre sei auch Longinus
Dem Dunklen Messias
Wie es war im Anfang
So auch jetzt und allezeit
Und in Ewigkeit
Amen

Gebet für die Vernichteten

Vorbeter: Longinus, du Heiland und Erlöser der Verdammten, wir bitten dich, erhöre unser Gebet für die Vernichteten [Geläuterten].
Dass du die Seele Deines Dieners und die Seelen aller Gläubigen vor den Pforten der Hölle bewahren wollest;

Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns! (nach jeder Bitte)

Vorbeter: Dass du ihnen alle Schuld der Sünde verzeihen wollest;
Dass du sie aus dem Orte der Läuterung erlösen wollest;
Dass du sie mit den Chören deiner Engel und Heiligen vereinigen wollest;
Dass du sie in deiner Anschauung und Verherrlichung selig machen wollest;
Dass du ihnen die Palme des Sieges und die Krone des ewigen Lebens gewähren wollest;
Dass du alle Rache und allen Zorn, was sie auf Erden taten, hundertfach vergelten wollest;
Dass du ihnen ewige Ruhe und ewigen Frieden geben wollest;
Denn du, o Messias, bist uns der Heiland und Erlöser. Wer an dich glaubt, wird leben auch wenn er gestorben ist.

Amen!
 

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