[14.5.2008] Ein wenig Ärger machen

Casandra

Kainskind
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13. August 2006
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Antonia hatte den ganzen 13. darauf gewartet, dass sich etwas tat, in der Sache Bestrafung von Trapper, aber offenbar, wurde es unter den Tisch gekehrt und vermutlich würde es dann Jenny in die Schuhe geschoben. Nur weil sich ein machtgeiler Schwarzer prostituiert hatte.

Spätestens seid er eine öffentliche Hinrichtung durch geführt hatte, die nicht von der Obrigkeit, in Form von Prinzen oder Seneschall angeordnet war, stand er sowieso auf der Abschußliste. Sie hielt es auch durchaus für möglich, dass er die Anarchen nichts suchte, um etwas gegen sie zu unternehmen, sondern um sie für sich zu nutzen.

Nun war es bereits der 14. und es blieb doch mal abzuwarten, ob denn Galante einen Arsch in der Hose hatte und zu seinem Clan stand oder einfach Sybille mit ihrem Ausverkauf der Stadt weitermachen lassen würde. Das war eine Stadt der Rosen, dann hatten die gefälligst auch das Heft in der Hand zu haben.
 
Zur Überraschung von Antonia klingelte ihr Telefon aus einem ganz anderen Grund. Es war die Nummer, die in dem Aktenordner der Akademie angegeben war. Die sichtbare Rufnummer des Interessenten war eine ihr vorläufig unbekannte Mobilfunknummer aus dem deutschen Handynetz.
 
"Hallo Frau de Groote, hier ist Jack. Entschuldigen Sie bitte die Verspätung meinerseits - eigentlich wollte ich mich bereits gestern gemeldet haben, aber leider kam etwas dazwischen. Sie sagten, dass Sie an meiner Idee einer Musikschule interessiert wären und daher wollte ich mit Ihnen Rücksprache halten. Passt es Ihnen im Moment oder möchten Sie, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt zurückrufe?"

Der Brujah klang am anderen Ende der Leitung sehr freundlich und offen. Für Jack war die Musikschule ein sehr großes Ziel in der Stadt und er würde alles daran setzen, diesen Traum Realität werden zu lassen.
 
"Gut, das sie das nicht gemacht haben, denn gestern hätte ich ihnen vielleicht noch geholfen, zumindest bevor ich wusste, dass sie selbstgefälliger Bastard sind", erwiderte Antonia. "Rufen sie mich nie mehr an, verschwinden sie am besten umgehend aus der Stadt, so etwas wie sie brauchen wir hier nicht."

Damit war für Antonia der Anruf erledigt und Jack würde nur noch das Piepen hören, während sie weiter zum Eingang der Akademie ging.
 
Die Kameras waren auch heute wieder aktiv und würden sehr schnell die wohl bekannte Gestalt der Harpyie entdecken und ins Auge fassen.

Zwar hatte Sybille so garkeine Zeit, denn es standen jede Menge Telefonate auf ihrem Plan, doch was sollte man machen, eine Harpyie konnte man nicht einfach vor der Tür stehen lassen. Kurzfristig hatte sie überlegt, ob sie vielleicht Gabriel hierher setzen sollte. Allerdings hatte sie sich dagegen entschieden, immerhin wußte man bei Tremere, was da so im Hintergrund lief, vielleicht war er als Spion hier.

Sobald Antonia klingelte, würde sich die Tür öffnen.
 
Ja, Antonia ging zur Tür und betätigte den Klopfer, der hier als Klingel diente, dann lächelte sie in die Kameras, die hier überall angebracht waren.
Wenn der Summer ertönte, würde sie auch umgehend eintreten und sich vor der Archontin verneigen.
 
"Guten Abend, Frau de Groote", begrüßte Sybille die Harpyie. "Bitte setzen sie sich doch und erzählen sie mir, was sie zu mir führt."

Sie hatte in anderen Städten schon Harpyien erlebt, die waren schlimmer, doch die waren dann meist nicht vom Clan der Rose und wer einemal ein Schandmaul aus den Reihen des eigenen Clan oder der Gelehrten erlebt hatte, der wußte es doch zu schätzen, dass man bei den Rosen doch auch in der Stellung einen gewissen Stil pflegte.
 
"Guten Abend, Madam d'Auvergne", erwiderte Antonia und nahm dann Platz. "Ich denke, ich sollte sie informieren, dass sich seid 12. ein Anarch in der Stadt befindet und ich fürchte, er könnte etwas weniger willensstarke Kainskinder mit seinen Ideen anstecken, was dann natürlich zu einer Verzerrung des Bildes der Einwohner dieser Stadt bedeuten könnte. Desweiteren hat er jedwede Obrigkeit bedroht und es gab sogar einen Übergriff im Cafe, dank der Geistesgegenwart der Hüterin gab es allerdings kein Blutvergiessen.

Was mich allerdings fast noch mehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass er sich darauf beruft, dass Malik Trapper ihn aufgefordert hat, sich in der Stadt anzusiedeln. Nach dem Vorfall von dem mir Herr Ben Levy berichtet hat, dass dieser unter Zeugen beinahe unter Einsatz überlegener Kräfte um ein Haar den Duke (es ist mir bewußt, dass dieser sich nicht immer korrekt verhält) vernichtet hätte und auch die ihn an diesem Vorgehen hindernde Frau Färber um ein Haar vernichtet hätte, sehe ich dies als äußerst verdächtig an."

Sie holte überflüssigerweise tief Luft.

"Auch wenn allseits bekannt ist, dass er im Auftrage von Justiziarin Lucinde in der Stadt ist, so sollte doch beachtet werden, dass es gerade deshalb ein schlechtes Beispiel für die Gemeinde ist, wenn ihm ein solches Vorgehen einfach nachgesehen wird, zumal er durch eine nicht durch die damalige Obrigkeit durchgeführte Hinrichtung, die meisten in der Stadt gegen sich aufgebracht hat."
 
Einen Augenblick konnte jemand, der aufmerksam genug war, feststellen wie sie etwas irritiert reagierte, doch es dauerte nicht lange und es war auch nicht klar auf was in dem Bericht.

"Ich gehe mal davon aus, von der Verbindung Trappers und Madam Lucinde wissen sie durch ihr Amt", sagte sie dann und es war eine Feststellung, die eine Frage beinhaltete. "Von der Hinrichtung höre ich zum ersten Mal und der Sache mit diesem Brujah werde ich nachgehen, ich hatte gehofft, er wäre eine Bereicherung im Kampf und das ist auch der Grund, weshalb ich mich entschlossen habe, die Sache mit dem Maskeradebruch vorerst ruhen zu lassen, sie verstehen sicher. Wir wollen ihren Prinzen befreien und da brauche ich jeden Mann und jede Frau, die kämpfen kann, deswegen habe ich auch den Duke nur weniger bestraft als ich es sonst getan hätte."

Sybille sah hier noch eine andere Chance.

"Aber zu Frau Färber, ich versuche sie seid gestern zu erreichen, wissen sie, was mit ihr geschehen ist?"

Verdammt, diese Stadt wäre ohne ihre minderen Clans und Clanslosen wirklich aufgeschmiessen, jetzt erkundigte sie sich doch wirklich schon nach dem Wohlergehen von Abschaum, wie tief musste sie eigentlich in der Stadt noch sinken.

"Immerhin ist es uns gestern gelungen, einen Teil der Forderungen von Haus und Clan zu erfüllen, in dem diese in den Besitz eines wertvollen Buches gekommen sind, sie können sich vorstellen, dass es uns eine grosse Freude ist."

Nun zeige, dass du Zwischentöne lesen kannst, Harpyie, ich kann schließlich nicht sagen, wie sehr mir die Sache stinkt, vorallem wenn ich dann auch noch zu den Hexern und diesem widerlichen Grimm nett sein soll.

Gehörte der Wunsch sich bei dem Gedanken an den Kerl eine halbe Stunde unter die Dusche zu stellen schon zu den Geistesstörungen?
 
"Ich würde sagen, wer hinter Trapper steht, ist allgemein Wissen, die Regentin war da sehr informativ", war die Antwort auf die erste Frage.
Also alles Politik, hätte sie sich denken können, aber trotzdem sollte man Trapper im Auge behalten. Antonia konnte sich gut ausmalen, dass er versuchte, ein Stück vom Kuchen zu bekommen.
"Dann darf ich also dessen gewiss sein, dass die Ahndung nur aufgeschoben ist?" Ich werde sie zu gegebener Zeit daran erinnern.

Und ob sie den Unterton hörte und doch würde ein Aussenstehender oder ein Lauscher an der Wand nur mitbekommen, was gesagt wurde, ein Teil der Übermittlung ging an diesen vorbei.

"Dann hoffe ich doch, dass Haus und Clan es uns danken wird, in dem alle eifrig daran teil haben, wenn es um den anstehenden Kampf geht. Um was für ein buch handelt es sich denn dabei oder ist das geheim?"
 
Wie bitte, die Regentin hatte gequatscht, das war ja die Höhe, deswegen hatten wohl auch schon alle gewusst, dass sie hier waren.

"Nun mit dem Buch kann man das Bild, das Zieglowski unsterblich macht, vernichten und somit vielleicht den Zauber zurück entwickeln, jedenfalls scheint Regent Grimm darüber sehr erfreut zu sein und wir sind es natürlich auch", sagte Sybille. "Dann müssen wir nur den vermissten Zieglowski wieder auftreiben, doch das hat Zeit, bis Oliver Buchet befreit ist."

Sie ließ Antonia Zeit zu antworten.

"Ansonsten werde ich gerne Herrn Cunningham für vogelfrei erklären, wenn sie es möchten, vielleicht sollten sie dies auch überall in der Stadt verbreiten." Das Lächeln war zuckersüß.
 
Antonia ließ sich auf das Spiel ein.
"Natürlich sollten wir das tun, da haben sie auf jeden Fall recht, ich denke auch, das sollte dann ein kleines Übel sein, wenn wir den Prinzen erst einmal wieder haben", stimmte sie zu und nickte leise.

"Ich bitte darum, ich denke, es kann einfach nicht angehen, dass solcher Abschaum frei herum läuft, meine Ermittlungen haben auch ergeben, dass er auch in Los Angeles schon bei den Anarchen war. Zwar nur ein kleiner eiliger Mitläufer, aber deswegen nicht weniger gefährlich."
 
"Ich werde die Geisel darauf ansetzen und dann werde ich sehen, was geschieht", erwiderte Sybille. "Ich werde ihre Worte im Hinterkopf behalten. Und sie halten bitte auch die Augen und Ohren offen.
Wie ist ihrer Meinung nach die Stimmung unter den Einwohner, was unsere Vorhaben angeht, haben sie da eher Zustimmung oder eher Ablehnung bemerkt?"

Es könnte wichtig werden, wenn es Ärger gab, wäre es gut das vorzeitig zu wissen.

"Ich habe jetzt schon mehrfach gehört, ich sollte mich mit der Schwester der Regentin besprechen, kann es denn wirklich sein, dass sie wichtige Kenntnisse hat?"
 
Antonia lachte leise.

"Ich hatte den Eindruck die meisten hätten sich gerne unauffällig verdrückt, zumal keiner der Primogene es wohl für nötig hielt seinen Clan zu unterrichten und Herr Ben Levy sich sogar bemüht hat, mich zu überzeugen, dass ich es auch nicht tun sollte." Sie zuckte die Schultern.

"Was die Schwester der Regentin angeht, so würde ich sagen, sie ist auf jeden Fall für magische Fragen zu brauchen, wenn man sich nicht bei Haus und Clan verschulden will. Hat einige sehr geheimnisvolle Fähigkeiten und weiß sich ihrer Haut zu erwehren, ob sie besser oder schlechter in ihren Fähigkeiten ist, kann ich allerdings nicht sagen. Ein Gespräch mit ihr dürfte sich lohnen, denke ich."
 
"Ich gebe zu, ich hatte die Zeit auch noch nicht", erwiderte Sybille dann. "Allerdings habe ich befürchtet, dass man die meisten wird zwingen müssen, was nicht gut sein dürfte." Eine kleine Pause.

"Wie gut kennen sie Meyye, können sie mir vielleicht sagen, warum Oliver Buchet ihr soviel hat durchgehen lassen, ich gestehe, bei mir wäre sie schon lange Staub, dumm, dreist und zu mindestens 50 % an der momentanen Situation bei den einheimischen Wölflingen schuld."

Ja, es gab Sachen, die sollte man eine Harpyie wissen lassen.

"Leider ist Frau Holzmann auch mehr als unzuverlässig, für Clan Gangrel sollte man sich auch mal was überlegen."

Wer brauchte die eigentlich?
 
"Wie man sie so kennt, ich hatte noch nicht wirklich was mit ihr zu tun, aber fragen sie da bei Herrn Stahl nach, wenn es wieder kommen sollte, der scheint sie recht gut zu kennen", erwiderte Antonia. "Ansonsten ist sie immer eher negativ aufgefallen, aber wie das mit ihr und den Werwölfen war, weiß ich auch nicht, ich wüßte jetzt auch nicht, wenn ich dazu als Ansprechpartner empfehlen können.

Frau Holzmann, also Cat ist schon wieder weg, nach gerade mal 2 Nächten, was sollte das denn, ein paar Nächte zuvor war auch ihr Geliebter da, dieser Tremere aus London, aber der hat es auch gerade mal 1 oder 2 Nächte hier ausgehalten ..."

Mal sehen, was da wohl sonst noch kommt, wenn die Frau erstmal am reden ist.
 
Das wurde ja immer schöner, vielleicht sollte sie auch mal die Akten der Leute lesen, die nicht mehr hier waren, doch bevor sie das nicht getan hatte, würde sie in der Sache nichts mehr äußern.

"Davon hatte ich nichts mitbekommen, hat er sich denn nicht angemeldet?" Wenn dem so war, konnte man das doch Grimm unter die Nase reiben, wenn er an der nächsten Kleinigkeit mäkelte. "Aber was das sollte verstehen wohl nur die Personen selber. Ich würde sie jedenfalls bitten sich etwas umzuhören und mich dann zu unterrichten, immerhin sollten unsere Clans in dieser Stadt als Team arbeiten, nicht wahr?"
 
"Das weiß ich nicht, aber wenn sie nichts haben, dann hat er sich nicht angemeldet", erwiderte Antonia und merkte, dass das Gespräch allmählich zu Ende ging. "Und ich werde sie selbst verständlich unterrichten, sobald sich etwas ergibt, was wichtig ist oder wichtig erscheint."

Wenn nichts mehr von Sybille kam, würde sie sich verabschieden.
 
"Dann bedanke ich mich für ihren Besuch und wir sehen uns in den nächsten Tagen wieder", sagte Sybille und machte damit klar, dass das Gespräch beendet war.
Sobald Antonia draußen war, rief sie nach Gabriel und bat ihn ihr doch noch einmal die Akte von Frau Holzmann zu bringen.
 
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