[14.05.2008] In der Höhle des... Drachen ?

Krause

Haus und Clan Tremere
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Grimm hatte gesagt: Melden Sie bei der Akademie und finden Sie raus, welche Verpflichtungsmäßigen Altlasten vorhanden sind... Also hatte sie das abgenickt, sich dazu ein paar Gedanken gemacht und war dann zur Kunstakademie aufgebrochen, um den Anweisungen nachzukommen, die sie erhalten hatte. Immerhin hatte die Archontin wohl auch einen gewissen Vorteil davon, wenn morgen alles soweit glatt lief. Insofern war das Potential eines einigermaßen befriedigenden Abschlusses wohl vorhanden. Nicht riesig/gewaltig, aber immerhin da.

Entsprechend tauchte sie dann auch bald bei der Akademie auf, kurz über die Tageslaune der Archontin spekulierend, bevor sie sich brav im Sichtfeld der KAmeras aufstellte und um Einlaß ersuchte.
 
Eigentlich war die Laune der Archontin gerade garnicht mal so schlecht, vor einigen Minuten erst hatte sie mit Helena telefoniert und alles, was die Hüterin ihr zu berichten hatte, klang doch ganz gut, es konnte klappen und dann wäre vielleicht das Problem mit den Tänzern bald aus der Welt geräumt und wenn die Sache mit Buchet klar ging, dann wäre sie vielleicht bald schon wieder in Paris und müsste sich nicht mehr mit den seltsamen Kainskindern in dieser Stadt rumschlagen. Sogar Haus und Clan schien ausnahmsweise eine brauchbare Regentin zu haben. Diese konnte schließlich nichts dafür, dass einige andere einfach nur dumm waren und dass sich Meyye und Cat wie die letzten Heuler angestellt hatten.

Irgendjemand von den Tremere, hatte bestimmt die McKinney geschickt, also öffnete sie auch die Tür.
 
Die Tür tat sich auf, also trat die Hexe ein und fand sich schließlich wieder vor dem Schreibtisch der Archontin wieder. Die überaus tiefe Verneigung folgte als Einleitung, danach hub sie an zu sprechen.

"Guten Abend, Archont d'Auvergne ! Ich bin zu Ihnen gekommen, um Sie zu benachrichtigen, daß Regentin McKinney wegen wichtigen clansinternen Angelegenheiten kurzfristig abreisen mußte, und bis auf weiteres nicht mehr zur Verfügung steht. Entsprechend hat Regent Grimm die Funktionen der Regentin übernommen."

Normalerweise hätte sie jetzt erst einmal eine Pause eingelegt, um zu sehen, wie die Archontin das Ganze verdaute, aber hier war es wohl besser, gleich mit dem reinen Wein rauszurücken.

"Daher soll ich mich erkundigen, welche Funktionen Regentin McKinney im morgigen Konflikt für Haus und Clan übernommen hat, damit dieser Teil der Verpflichtungen eingehalten werden kann."
 
Sybille blickte die Tremere an, als würde eine Lehrerin über ihre Brille schauen und dann das ungezogene Pennälermädchen durchleuchten.

"Und warum ist dann nicht Herr Grimm hier, sondern nur eine Hilfskraft, ist es die Kunstakademie nicht wert, dass er sich hierher bemüht?" fragte sie. "Und warum kann ihr kleiner Zauberzirkus mit seinen Kinderspielchen nicht warten, bis das hier erledigt ist?"

Mehr würde wohl nicht kommen, außer vielleicht einem Rauswurf, wenn jetzt nicht die richtige Antwort kam.
 
Und es wirkte. Wer wußte, worauf er achten mußte wie zum Beispiel Sybille, dem blieb nicht verborgen, daß die Tremere grade ein paar Zentimeter kleiner geworden war, obgleich sie das natürlich zu kaschieren suchte, was ihr aber nicht gut genug gelang.

"Da ich ihre Zeit nicht mit Vermutungen verschwenden will, kann ich nur zugeben, daß sich das meiner Kenntnis entzieht, Archont d'Auvergne. Was ich mit Bestimmtheit sagen kann, ist, daß das Haus und Clan nicht davon abhalten wird, die gesetzten Erwartungen und Aufgaben bis zum letzten Punkt zu erfüllen."
 
"Wenn sie es nicht wissen, dann erwarte ich, dass Herr Grimm sich so schnell wie möglich hier einfindet und zwar mit einer Liste, wie er die Fähigkeiten von Caitlin McKinney zu ersetzen gedenkt", erwiderte die Archontin ziemlich ungerührt. "Regentin McKinney hat uns Silberpulver avisiert, da sie nicht mehr hier ist, wäre es vielleicht sinnvoll, wenn sie dies zu Frau de Groote bringen würden, die am besten das handwerkliche Geschick hat, es zu verarbeiten."

Sie war drauf und dran, die Tremere aus der Sache rauszunehmen und dafür andere Konsequenzen zu ziehen. Ob die andere McKinney etwas wusste? Fragen würde sie sie auf jeden Fall.
 
Katharina hatte keine besonders große Ahnung, was die Harpyie mit em vorliegenden Problem am Hut hatte oder haben sollte. Oder war das nur ein Test, um zu sehen, wieviel Gegenwehr sie dem entgegensetzte oder eine Maßnahme um sie zu unbedachten Äußerungen zu provozieren ? Sie wußte es nicht und eigentlich war es ihr auch egal. Die Silberaktion war jetzt ihre, und das würde sich nicht widerstandslos ändern, Archont oder nicht ! Eine gewisse Qualifikation besaß sie ja nun schließlich auch, ob das für die Groote auch galt ?

"Ich werde das schnellstmöglich weitergeben, Archontin d'Auvergne. Was den zweiten Punkt angeht, muß ich ergänzen, daß Regentin McKinney das Silberpulver und alles was damit zusammenhängt bereits zuvor in meine Verantwortung gelegt hat und wie Sie in meiner Akte lesen konnten, bin ich für den Job ausreichend qualifiziert. Außerdem sind die Vorbereitungen bereits angelaufen. Wenn Sie darauf bestehen, das Unternehmen in die Hände Frau de Grootes zu legen, kann ich Sie nicht daran hindern, aber meiner Meinung nach ist das schlicht nicht nötig. Werden die Waffen und die Munition geliefert, werden sie morgen zum Kampf zur Verfügung stehen, darauf gebe ich Ihnen Brief und Siegel."

Warum die Archontin jetzt mit ihren eigenen Kinderspielchen selber nicht warten konnte, bis der große Knall vorüber war, erschloß sich ihr nicht, aber sie würde hier jetzt auch nicht anfangen, kapieren zu wollen, wie ein Archont so tickte. Nicht ihre Besoldungsgruppe. Das war direkt eher Grimms Problem, auch wenn er es natürlich recht schnell zu ihrem machen konnte, wenn er wollte, und daß er wollen würde... Da gab es eigentlich keine zwei Meinungen, oder ?

"Daher ersuche ich darum, zu erfahren, ob Regentin McKinney Verpflichtungen eingegangen ist, die Haus und Clan zu erfüllen hat und die es erfüllen wird, Archont d'Auvergne."
 
"Mrs O'Niell hat mir vor ein paar Minuten mitgeteilt, dass sie entsprechende Waffen bei Frau Dragomir geordert hat, die dazu besondere Beziehungen zu haben scheint", erwiderte Sybille dann. "Ich gehe davon aus, dass eventuell die Harpyie als Handwerkerin eine Chance sieht, schnell und ohne grossen Aufwand Versilberungen und Vergoldungen vorzunehmen und die entsprechenden Räumlichkeiten oder Leute kennt."

Die Tremere erzählte nicht alles das war klar.

"Wieso hat Regentin McKinny ihnen zwar das Silber übergeben, aber nicht gesagt, was sie mit mir besprochen hat? Wie schon gesagt, da ich nicht den Eindruck habe, dass sie mir die Wahrheit erzählen, möchte ich von Herrn Grimm unterrichtet werden.
Was den Einsatz angeht, so hat die Federführung Mrs O'Niell, was die beiden Damen genau besprochen habe, weiss ich nicht, nur dass die Regentin versprochen hat, für den Schutz der Hüterin zu sorgen. Wenn sie denken, dass sie sie ersetzen können, dann sollten sie mit der Hüterin sprechen, wie und ob sie sie einsetzen kann."
 
Als Handwerkerin, als Handwerkerin, es ging hier um eine Ladung Waffen und Silber, nicht um einen Haufen Bleche Adventsplätzchen und Kouvertüre, verdammt ! Sie gehörte hier ganz klar zu den Leuten, die für den Job besser geeignet waren als der Rest, und die Archontin wußte das auch !

"Frau de Groote sieht eventuell eine Chance, das vorzunehmen. Ich biete sämtliche dazu nötigen Berechnungen auf und die benötigten Materialien werden in diesem Moment zusammengetragen." Schloß sie die Argumentation mit einem ihrer wie sie es sah stärkeren Argumente ab. Sie hatte glatt den Eindruck, diese... Person ließ sie hier hämisch grinsend zappeln, nur um zu sehen, was sie noch so alles von sich gab.

"Vermutlich hatte sie das vor und wurde durch ihre, wie erwähnt sehr kurzfristige, Rückbeorderung daran gehindert." Außerdem ist es noch lange nicht soweit, daß die Leitung des Gildenhauses dem Fußvolk Rechenschaft schuldig ist, und das weißt du verdammt nochmal auch ziemlich gut ! Schutz der Hüterin also. Gut, das wäre dann wohl eventuel etwas für von Schwarzenberg... Aber das sahen sie zurück im Gildenhaus.
 
"Gut, wenn sie denken, dass eine Chemikerin mit einer Behinderung besser geeignet ist, als jemand, der seid Jahrzehnten handwerklich unf künstlerisch arbeitet, dann versuchen sie ihr Glück, allerdings brauchen sie keine Waffen herzustellen", erwiderte Sybille. Diese selbstgefällige Weibstück würde sich sowieso für die beste halten und alles an irgendwelche anderen Leute deligieren. "Vergessen sie, wenn sie für ihre Leute Waffen versilbern aber nicht, dass mir und uns Regentin McKinny mit Silberstaub gefüllte Wurfgeschosse versprochen hat.
Alles andere besprechen sie umgehend mit Mrs O'Niell."

Eigentlich war dies ein Rauswurf, die Frage war nur, ob Katharina das auch verstand.
 
War denn das zu fassen ???
Statusunterschied hin oder her, langsam kamen ihr Zweifel, ob es nicht doch die Konsequenzen wert wäre, das eine oder andere des soeben gesagten gradezurücken. Inzwischen hatte sie sehr gut Lust dazu. Andererseits konnte man die Bemerkungen der Archontin durchaus auch so lesen, daß sie zumindest einigermaßen glaubhaft vortäuschte, von dem einen oder anderen Gebiet des anstehenden Prozesses weniger Ahnung zu haben. Das wiederum sollte man nicht allzu deutlich machen, wenn man an seinen höheren Gehirnfunktionen hing, und daß Katharina das tat, war recht klar. Aber ihr nahezulegen, da als armes Krüppelkind doch lieber einen Künstler ranzulassen... EINEN KÜNSTLER ! Wo gab es denn sowas bitte ? Immeerhin ging es hier um Funktionalität, und nicht um... Argh !

Sie schob diesen ganzen Gedankengang möglichst schnell von sich weg, bevor sie sich zu ausgiebig damit befaßte und sich noch zu unbedachten Äußerungen hinreißen ließ. Aber zeigen würde sie es der doch !

"Wie sie wünschen, Archont d'Auvergne ! Ich werde ihren Aufforderungen umgehend Folge leisten."

Anscheinend war sie damit wohl entlassen, die Archontin schien sich wohl schon auf ihr neues Regentenspielzeug zu freuen. Nun, das hieß dann wohl eine Runde 'Gute Nachricht - Schlechte Nachricht' für das Gildenhaus. Blieb nur zu hoffen, daß der Regent nicht zu den ZU traditionellen Personen gehörte, was Boten mit nur teilweise guten Nachrichten anging. Mit einer noch tieferen Verneigung als zu Beginn noch verabschiedete sie sich gewissermaßen und verließ kurz darauf das Gebäude. Jetzt ging es also von Pontius zu Pilatus... Helena O'Niell und Roxana Dragomir also. Hoffentlich waren die gnädiger als die Archontin, mehr unnötigen Ärger konnte sie wirklich nicht mehr gebrauchen.
 
"Sehr schön, dann sehen wir uns morgen beim Kampf", verabschiedete sich die Archontin.
 
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