Dankesschuld

Nur kurz als Einwurf: Es wird ja gerade tatsächlich über einen Vorteil diskutiert. Also etwas, wovür ein Spieler in der Regel Punkte ausgegeben hat. Da sollte man meiner Meinung nach vom Idealfall ausgehen und nicht noch Wege suchen, dem Spieler etwas dafür reinzuwürgen, dass er Punkte für einen Vorteil ausgegeben hat. Was anderes ist es dann, wenn der Spieler den Vorteil selbst nicht angemessen zu nutzen weiß, sondern sich von sich aus bekloppt verhält.
 
Nur kurz als Einwurf: Es wird ja gerade tatsächlich über einen Vorteil diskutiert. Also etwas, wovür ein Spieler in der Regel Punkte ausgegeben hat. Da sollte man meiner Meinung nach vom Idealfall ausgehen und nicht noch Wege suchen, dem Spieler etwas dafür reinzuwürgen, dass er Punkte für einen Vorteil ausgegeben hat. Was anderes ist es dann, wenn der Spieler den Vorteil selbst nicht angemessen zu nutzen weiß, sondern sich von sich aus bekloppt verhält.
Die Frage war aber nicht nur, nach dem Kauf des Vorteils, sondern auch nachdem "Erspielen" des Vorteils...
 
Das ist richtig und mir durchaus auch bewusst, aber gerade der Kauf-Aspekt sollte halt nicht vernachlässigt werden. Mag sein, dass das jetzt von meinem Spielstil geprägt ist, aber ich habe es immer eher weniger erlebt, dass man sich Vorteile wirklich erspielt. Es mag sein, dass man sich eine Schuld erspielt, aber bei uns wurde das grundsätzlich meist dann einfach als Teil der Story gesehen und nicht zwingend als Vorteil auf dem Bogen verewigt.
 
Das ist richtig und mir durchaus auch bewusst, aber gerade der Kauf-Aspekt sollte halt nicht vernachlässigt werden. Mag sein, dass das jetzt von meinem Spielstil geprägt ist, aber ich habe es immer eher weniger erlebt, dass man sich Vorteile wirklich erspielt. Es mag sein, dass man sich eine Schuld erspielt, aber bei uns wurde das grundsätzlich meist dann einfach als Teil der Story gesehen und nicht zwingend als Vorteil auf dem Bogen verewigt.
Ja, natürlich. Wenn das ein gekaufter Vorteil ist, sollte man ihn möglichst wohlwollend auslegen, nicht wie einen Pakt mit dem Teufel.
 
Ja, sehe ich auch so.
Da kommt dann aber auch der Beitrag von Mircalla wieder zu tragen, dass der Ton die Musik macht. Sehe ich aber in jedem Fall so, egal ob gekauft oder erspielt.
 
Ja, sehe ich auch so.
Da kommt dann aber auch der Beitrag von Mircalla wieder zu tragen, dass der Ton die Musik macht. Sehe ich aber in jedem Fall so, egal ob gekauft oder erspielt.
Richtig. Ich glaube common sense muss man da immer walten lassen. Man würde sich ja auch real von jemandem, der einem das Leben gerettet hat nicht alles gefallen lassen.
 
Abgesehen vom persönlichen Charakter der beteiligten Vampire, etwaigen politischen Strömungen und jahrelang gepflegten Vendetten innerhalb der kainitischen Gesellschaft sollte man nicht außer Acht lassen, was das System an Gefallen und Gegengefallen den Kindern der Nacht eigentlich bedeutet. Meines Erachtens ziemlich viel, denn es ist eine immaterielle Währung, die bis in alle Ewigkeit bestehen kann. Während ganze Zivilisationen mit ihren Geld- und Tauschsystemen kamen und gingen, hat die Währung in Form der Dankesschuld bereits seit vorsintflutlichen Zeiten Bestand. Ein vor Kurzem in die Nacht geholter Grünschnabel wird den Wert eines richtigen Gefallens vielleicht noch nicht ernsthaft ermessen können, aber ein vierteljahrtausendealter Vampir ganz bestimmt schon.

Und wenn wir etwas mit großer Sicherheit sagen können, dann sind besonders die alten Kainskinder daran interessiert, den Status quo ihrer illustren Gesellschaft zu erhalten. Welche Demütigung wiegt da wohl schlimmer: Ein Ahn der auf erniedrigende Art und Weise seine Schuld bei einem Neugeborenen begleichen muss…

… oder ein Kind Kains, dessen Wort rein gar nichts wert ist?
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Letzendlich beruht das System jedoch auf einem schwierig zu ermessenen Wert, wenn es um die Schwere einer Dankesschuld geht. Vermutlich würde zum Beispiel Empedokles die kleinen entwürdigenden Häppchen seiner Lebensschuld an Eiterfinger als wesentlich schneller abgegolten betrachten, als es der junge Nossi tun würde. Doch kann Empedokles auf die Akzeptanz seitens der Camarilla oder insbesondere seines eigenen Clans hoffen, wenn er die Schuld offiziell — womöglich viel zu früh — als beglichen erklärt? Wird der Erstgeborene des Clans der Verborgenen vielleicht sogar darin einen Affront sehen? Schließlich gehen Ansehen und Macht sehr eng einher mit der wertvollsten Währung, welche die Kainskinder kennen.

Natürlich ist das auch immer ein guter Aufhänger für tolle Geschichten. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Einmal etwas ausführlicher.
In der amerikanischen Chronik in der ich spiele wird mit Gefallen gespielt und dieser sind auch aktiver Teil des Spiels.
Es ist eine Camarilla Chronuk und es gibt die Abstufungen:
Trivial (trivialer), Minor (kleiner), Major (großer), Life (Leben)

Die Gefallen werden über die Person in der Position der Harpyie verwaltet. Das heißt damit der Gefallen wirksam bzw. bekannt wird ist er an die Harpyie zu melden.

Allgemein ist es hierbei dergestalt das eine Person nur einen Gefallen gegenüber einer anderen haben kann. Das heißt wenn mein Ventrue den Primogen überzeugen mag das er ihn bei der Vorstellung begleitet wäre dies ein Minor Boon, jeder der beiden Ghule wäre eine Trivial Boon. Das heißt es liegt an dem Verhandlungsgeschick bzw. den Umgangsformen meines Ventrue ob er die 2x Trivial sowie 1xMinor zu einem Minor oder einem Major zusammenfasst und ggf. damit gut durchkommt oder auch nicht.
Ebenso allgemein akzeptiert die Harpyie keine Lebensschuld.

Wenn beim nächsten Court bei dem sich mein Charakter vorstellt der Primogen sich weigert für den Gefallen die Gegenleistung zu erbringen wird die Harypie die Schuld zumindest wahrscheinlich annulieren.
Wenn der Primogen danach an meinen Charakter mit dem Minor oder Major Gefallen herantritt und mein Charakter zickt weil ihm der Primogen nicht höflich genug war, die Ausführung verweigert, wird - neben der versauten Beziehung zum Primogen - dieser mit der Harpyie darüber sprechen. Die Harpyie wiederum wird dann meinen Charakter Status entziehen oder ihm einen negativ Status geben. [Das Status-System wurde aus dem MET quasi herausoperiert]
Das gleiche gilt auch für einen Ahnen der bekannterweise einem Neugeborenen einen Gefallen schuldet und der sich danach weigert den Gefallen zu leisten.

Es ist halt in dem Kontext ein eher politisches Spiel. Ohne Schutz für Ahnen. ^^;
 
Nee, das klingt eher wie ein bürokratisches als ein politisches Spiel. ^^
Man merkt, ich finde das Gefallensystem sehr weltfremd und auch nicht unbedingt praktisch.
 
Ich kann dir versichern das es in der praktischen Anwendung politisch ist.
Das heißt im Endeffekt ist es imho sehr grob mit dem geschehen bei House of Cards vergleichbar.

Wohingegen mir persönlich eher das System mit im Grunde "Rundum Schutz" für die Ahnen und eigentlich keine richtigen Gefallen - man erfüllt Gefallen nur dann wenn sie einen nicht stören und im Zweifel zählt eh nur der Status - eher bürokratisch erscheint. Es macht das Gefallenssystem nicht weltfremd, es vernichtet es im Grunde vollständig.
Es ist nicht mehr vorhanden. Unter Gleichgestellten ist es sch* egal weil es dort keine Auswirkungen auf den Status hat, bei einem Höhergestellten kann er sich auf das höhere Amt zurück ziehen und der Gefallen ist damit auch einen Dreck wert.
Politisches Spiel hat sich vollkommen erledigt da es nach dem (deutschen) Verständnis eh vollkommen unmöglich ist das ein Neugeborener gegen einen Ancilla oder ein Ancilla gegen einen Ahnen ankommt. Da füllt man eher noch ein paar bürokratische Sachen aus, so quasi einen Antrag auf Erstellung einer Dankesschuld. Was aber dann auch nichts wert ist weil Titel / Status / Alter immer vorgeht und unantastbar bleibt.
 
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