VtM 4.Ed - V20 Eierlegende Wollmilchsau

Lloyd1991

Gott
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17. April 2017
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Hallo Community,

ich bin ein junger Spielleiter, der sich schwer tut, es für alle Spieler fair zu machen. Ich mache es einfach konkret:

Ich habe einen Spieler, der sich einen Nachtclub aufgebaut hat und 2 Punkte Domäne für die Größe beim Start investiert hat. Nun geht dieser Spieler hin, bindet unzählige Menschen in ein vollständiges Blutsband und lässt diese im Club für sich arbeiten. Dies wird nicht groß ausgespielt, sondern nebenbei, weil es für die anderen Spieler sonst langweilig wäre. Im Endeffekt baut sich dieser Spieler dadurch jedoch ohne größere Leistung einen unendlichen Blutvorrat auf, wo keiner was gegen tun kann.

1. Es ist eine Domäne, folglich kann er da bestimmen wer rein und rausgeht, ist also entsprechend sicher.
2. Er bedient sich hauptsächlich von den Gästen, folglich gibt es keinen Blutmangel, weil man immer die selben Mitglieder der Herde anknabbert.
3. Der Club hat ja Kameras und sonstigen Sicherheitskram (was ich mit 0 Punkten in Sicherheit nicht so sehe).
4. Alle seine Mitarbeiter sind ihm ja aufgrund des Blutsbandes treu ergeben und würden niemals gegen ihn agieren. Und es gibt auch gar keine Probleme dadurch, weil alle ihm ja total hörig sind.
5. Mit Ressourcen wird sich alles gekauft, was er braucht, um dieses Konzept zu stützen. Großzügige Löhne und eventuelles Sicherheitspersonal eingerechnet.

Ich finde das schwierig, weil:

1.
Man erwirbt Ressourcen 4, kauft sich aber sogesehen andere Hintergrundspunkte durch Ressourcen nach, für die andere Spieler Startpunkte ausgeben mussten.

2.
Es kaum eine Möglichkeit gibt, die Nachteile einer großen Herde bzw. den Verwaltungsaufwand dahinter darzustellen. Wenn man das ausspielt, würde so viel Zeit nur für diesen Spieler draufgehen und wenn man es nicht tut, macht er nebenbei ein leichtes Verwaltungsspiel mit kostenlosen Punkten draus. Ich habe versucht, dem Spieler mal mit ansteckenden Krankheiten zu kommen, weil Gäste beim Betreten eines Nachtclubs garantiert nicht angeben, ob sie Aids oder sowas haben. Der Spieler hat Medizin 0 und selbst mit Medizin 1 (Erste-Hilfe-Kurs) würde ich behaupten, dass man einem anderen Menschen nicht an der Nasenspitze ansehen kann, ob der Aids hat. Vielleicht im Geschmack des Blutes aber nicht ohne medizinische Kenntnisse. Der Spieler hatte sich beschwert, weil Leute mit ansteckenden Krankheiten im Club waren und er ja sowas checken könne.

Ich weiß nicht. Auf der einen Seite soll der Spieler ja seinen Vorteil durch die Domäne und Ressourcen haben. Auf der anderen Seite finde ich es blöd, wenn andere Spieler sehr viele Punkte in Hintergründe investieren und der andere Spieler diese im Spiel leicht und gratis bekommt, weil einfach niemand Lust auf dieses Verwaltungsspiel hat. Außerdem hat der Spieler für alle Eventualitäten ja eine passende Erklärung, warum das bei seinem Club nicht geht (obwohl er nicht immer die passenden Fähigkeiten dafür hat).

Wie würdet ihr damit umgehen, damit es auch fair für die anderen Spieler ist, die nicht so eine unendliche Blutbank beim Spielstart zur Verfügung haben?

Mit freundlichen Grüßen

Lloyd1991
 
Hat der Spieler überhaupt noch Zeit für anderes? Eventuell mal durchrechnen und npc draus machen.

Oder er hat was tolles, aber ein ahn will es übernehmen und schon hast Intrigen am laufen.

Du hast es erlaubt, also Bau es ein 🥳
 
Naja, erlaubt ist so ne Sache. Leite zum ersten Mal Vampire und war nicht drauf vorbereitet. Und jetzt weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Aber zu deiner Anmerkung mit dem Ahn hätte ich noch eh eine Frage, passt daher ganz gut.

Wie kann ich denn da eine Intrige einfädeln, ohne, dass der Spieler direkt weiß, welcher Ahn hinter ihm her ist und ohne, dass der Spieler sich machtlos fühlt, weil er gegen einen ominösen Unbekannten kämpft, an den er nie rankommt?
 
Ein paar Gedanken dazu.
Du hast hier einen schlauen Spieler, der herausgefunden hat dass man nicht in Hintergründe investieren muss wenn man sie sich im Spiel besorgen kann. Das kann und sollte auch gehen. Es ist ja nicht so dass das die anderen Chars nicht auch könnten. Der Brujah könnte in seiner Lieblings-Bikerbar eine ganze Rockerbande an sich binden, der Gangrel ein Wolfsrudel ghulen, etc. Wenn der Nachtclub-Besitzer der einzige ist, der das so ausreizt, kann man die Frage in die Spielrunde schmeissen, ob das so eurem Spielstil entspricht. Überhaupt ist es sicher eine gute Idee, die anderen Spieler zu fragen ob sie das übertrieben finden oder ob sie damit einverstanden sind.

Blutmangel hat man mit einem Nachtclub und vielen Gebundenen sicher nicht. Sicherheitskram mit Kameras wird es sicher geben auch wenn der Char davon nichts versteht (birgt aber die Gefahr dass das auch mal Leute sehen die das nicht sollten), aber dass eine Menge blutsgebundene Leute keine Probleme machen, halte ich für ein Gerücht! Klar sind die ihrem Vitaespender treu ergeben, aber untereinander schnell mal eifersüchtig, wenn es scheint dass der Char jemanden lieber hat als den anderen. Jeder Blutsgebundene will unbedingt die Aufmerksamkeit und Zuneigung des Blutspenders, aber fühlen keine Loyalität untereinander! Das mindeste was passieren sollte wäre mal eine hysterische Heulszene und zerdepperte Gläser von Ghul A weil sich der Char jetzt schon dreimal von Ghul B genährt hat, aber Ghul A das letztemal vor vier Tagen dran war. Viele Blutgebundene, das kann durchaus auch mühsam werden. ;)

Alternativ könntest du die Hausregel einführen, dass man Hintergrundpunkte nur mittels EP kaufen und erhöhen kann. Finde ich persönlich unschön, aber wäre eine Option.

Was die Intrige angeht, so könnte der Ahn (oder anderer, einflussreicher Neonate oder Ancilla, muss ja nicht immer gleich Ahn sein) den Nachtclub des Chars torpedieren. Schläger schicken die Randale machen. Kontrollen durch die Polizei, die dabei auch zuuufällig die erstaunlich zahlreichen anwesenden Drogendealer in aller Öffentlichkeit festnehmen, unangekündigter Besuch vom Gesundheitsamt, bürokratisches Harrassment. Den Nachtclub diskreditieren und schikanieren, Ärger machen damit die Kundschaft ausbleibt, um ihn dann billig aufzukaufen.
Wenn das gehäuft auftritt, ist das ein Grund für Nachforschungen. Welche Vampire haben Einfluss auf die Polizei? Wer hat jemanden beim Gesundheitsamt? Von wem wurden die Schläger angeheuert? Ist sowas schonmal passiert, mit einem anderen Club? Wem gehört dieser Club jetzt? Der frühere Besitzer mit einem Groll könnte sogar zum Verbündeten werden. So kann man sich langsam aber sicher dem Hintermann nähern.
Und als Bonus können durch die Schikanen die Vorteile vieler Blutspender und der Domäne ein wenig eingeschränkt werden. ;)
 
Danke erstmal für die Tipps. Mir fällt es allerdings schwer, dass mit den Hintermänner so zu gestalten, dass der Spieler nicht direkt drauf kommt, wer es war. Ich meine wenn ich dem jetzt einen Trupp Schläger schicke, dann wird er sicherlich einen der Schläger verhören. Mttels Beherrschung und Präsenz wird man leicht herausfinden, wer den Schläger beauftragt hat. Das war vielleicht noch irgendein Hintermann, aber irgendwann wird man zum Ghul des Ahnen kommen und dann zum Ahn. Wie kann ich diesen Prozess schwerer oder geheimnisvoller gestalten, als ein

"Ich setze Präsenz/Beherrschung bei Handlanger 1,2,3 an, bis ich zum Ahn komme."
 
Wird den Spieler auf Dauer freuen. Hey, dein Club wird gerade platt gemacht und du kannst absolut nichts tun, um herauszufinden, wer dahinter steckt und wie du dich schützen könntest.
 
Für so was braucht man dann einen Klüngel der die Laufarbeit macht .

Außerdem würde der ahn den Teufel tun um selber auf zu fliegen. Was nicht heißt das nicht eine Schutzgeld Mafia mit verdienen will.

Ich habe ein Angebot das sie nicht ablehnen können..
 
Ja, aber wie kann ich das so gestalten, dass der Spieler oder das Klüngel sich nicht nur von Strohmann 1 bis Strohmann 10 durcharbeitet und jedes Mal durch Präsenz/Beherrschung auf den nächsten Strohmann verwiesen wird? Es soll ja für die Spieler nicht sofort klar, sein, wer dahinter steckt. Aber komplett chancenlos sollen sie ja auch nicht sein.
 
Gefallen Handel. Eventuell dient der Ärger ja nur dazu das der Spieler jemanden einen Gefallen schuldet . Am Ende geht es eh um eine gute Story. Und am Ende können die anderen sagen, er hat es sich verdient
 
Schläger sagt: "Johnny Rider hat uns Geld gegeben, damit wir das machen. Der ist soviel ich weiß gerade nicht in der Stadt." Es stellt sich raus dass dieser Mittelsmann gerade in einer anderen Stadt ist, 300 km entfernt. Also hinfahren? Einfach im fremden Revier wildern oder sich bei der hiesigen Camarilla anmelden mit allem drum und dran? Oder warten bis er wiederkommt? Und inzwischen geht der Ärger von anderer Seite aus weiter.
Das Gesundheitsamt kommt sicher mitten am Tag.
Und bei der Polizei sollte jedem bewusst sein, dass es heikel ist, da allzu brachial herumzustöbern.
 
Ich würde bei den Blutgebundenen ansetzen, wie Nightwind ja schon vorgeschlagen hat. "Loyalität" ist da nämlich eigentllich das falsche Wort. Blutgebundene sind wie Drogenabhängige: Sie lieben die Droge, sie hassen die Droge. Sie sind irrational. Zwar würde ein Blutgebundener fast nie die Vernichtung seines Vampirs riskieren, ein wirtschaftlicher Schaden oder Statusverlust kann ihm aber egal sein. Der Club verhinder, dass MEIN Vampir Zeit für MICH hat? Die blöde Schlampe, der er seinen Aufstieg verdankt, frisst seine Zeit? Da lässt sich bestimmt was machen (Streichhölzer z.B.)
Ghule sind deswegen ja in Hintergründe (meist Retainers) eingebunden, weil es Zeit und Landschaftspflege braucht, damit da nichts aus dem Ruder läuft. Und genau deswegen ist eine blutgebundene Herde auch eher eine dumme Idee.
 
Ich würde bei den Blutgebundenen ansetzen, wie Nightwind ja schon vorgeschlagen hat. "Loyalität" ist da nämlich eigentllich das falsche Wort. Blutgebundene sind wie Drogenabhängige: Sie lieben die Droge, sie hassen die Droge. Sie sind irrational. Zwar würde ein Blutgebundener fast nie die Vernichtung seines Vampirs riskieren, ein wirtschaftlicher Schaden oder Statusverlust kann ihm aber egal sein. Der Club verhinder, dass MEIN Vampir Zeit für MICH hat? Die blöde Schlampe, der er seinen Aufstieg verdankt, frisst seine Zeit? Da lässt sich bestimmt was machen (Streichhölzer z.B.)
Ghule sind deswegen ja in Hintergründe (meist Retainers) eingebunden, weil es Zeit und Landschaftspflege braucht, damit da nichts aus dem Ruder läuft. Und genau deswegen ist eine blutgebundene Herde auch eher eine dumme Idee.
Und wie kann ich das spielerisch umsetzen, ohne, dass es nur noch um den Spieler (Toreador) und seine Hintergründe geht und die anderen Spieler nicht zu kurz kommen? Einzelsessions sind momentan keine Option bei mir.
 
Dann setz es eben spielerisch nicht um, sondern setz dem Spieler zwischen zwei Terminen auseinander, dass eine loyale, blutgebundene, funktionierende Crew ohne den Retainers-Background nicht geht, aus oben genannten Gründen, und dass eben deswegen Ghule auch nicht als Herdenersatz taugen. Wenn der Spieler das partout nicht will, musst du eben einen Abend opfern, um den Club anzuzuzünden ...
Die WoD Regeln sind nunmal leider in gewisser Hinsicht scheiße - und zwar in der Hinsicht, dass sie sich richtiggehend was drauf einbilden, weder balanced noch narrensicher zu sein. Man braucht innerhalb der Gruppe einen Konsens, wie man Backgrounds handhabt, stärker als bei anderen Regelsystemen.
 
Er nutzt ja nicht seine Ghule. Seine Ghule sind seine loyalen Angestellten und sein Blutnotvorrat, primär aber trinkt er von den Gästen und jeder im Klüngel darf sich da bei Gelegenheit (nicht jeden Tag, aber ab und zu), bei den Gästen bedienen. Also ein unendlicher Blutvorrat.
 
Und diese Angestellten sind das Problem. Ein Ghul als Geschäftsführer geht. Ein halbes Dutzend in jeder blöden Position (Türsteher, Barmann, Toilettenfrau) führt zu Eifersüchteleien bis hin zu Mord und Totschlag.
Abgesehen davon ist ein Club als Blutbank auch eine unzuverlässige Sache. An wievielen Tagen die Woche läuft denn so ein Nachtclub? Freitag und Samstag. Selbst, wenn ich unter der Woche öffne, ist da nicht genug los, als dass Trinken gefahrlos machbar wäre. Und Freitag und Samstag sind auch noch die Nächte, an denen relativ viel Vampir-Action stattfindet... und der SC kann dann nicht auf seinen Club aufpassen.
 
Und diese Angestellten sind das Problem. Ein Ghul als Geschäftsführer geht. Ein halbes Dutzend in jeder blöden Position (Türsteher, Barmann, Toilettenfrau) führt zu Eifersüchteleien bis hin zu Mord und Totschlag.
Abgesehen davon ist ein Club als Blutbank auch eine unzuverlässige Sache. An wievielen Tagen die Woche läuft denn so ein Nachtclub? Freitag und Samstag. Selbst, wenn ich unter der Woche öffne, ist da nicht genug los, als dass Trinken gefahrlos machbar wäre. Und Freitag und Samstag sind auch noch die Nächte, an denen relativ viel Vampir-Action stattfindet... und der SC kann dann nicht auf seinen Club aufpassen.
Das ist ein guter Punkt. Nur Freitag und Samstag ist viel los und die anderen Vampire haben auch Clubs, dann gibt es halt mal keine Gäste nach den Geschmacksvorlieben der Toreador. + Zickenkrieg unter den Ghulen.
 
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