Ultima Ratio - Im Schatten der Mutter

Teylen

Kainit
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Recht unerwartet und ohne all zu große Vorwarnung ist ein neues deutschsprachiges Rollenspiel erschienen:

Bei Ultima Ratio, das im Heinrich Tüffers Verlag erschienen ist, handelt es sich in Bezug auf das Setting um dystopische Science Fiction.

Die Menschheit ist mit einem Generationenraumschiff in den Weltraum aufgebrochen und hat den Planeten Lukea gefunden und besiedelt. Überwacht wird die Menschheit, das heißt alle Personen mit einem entsprechenden Chip, von MUTTER, einer allwissenden, allgegenwärtigen KI. Der Chip nennt sich KIND (Kredit-Identifikations-Nano-Datenspeicher) und es gibt noch einige Personen die keinen Chip ihr eigen nennen. Dementsprechend Pariah der Gesellschaft sind und gefährlich leben.
Ausgehend von Lukea hat man weitere, naheliegende Systeme kolonialisiert was zu Kriegen führte und letztlich in einem Friedensvertrag mit neuem Senat endete.

Das System basiert auf W4, ist erzählorientiert und es wird herausgestellt das die Entwicklung der Charaktere nicht über Stufen oder Erfahrungspunkte erfolgt, sondern über Würfel würfe.

Das Rollenspiel wird unter anderem auf der SPIEL in Essen dem Publikum präsentiert.

Derzeit gibt es zwei Bücher als PDF über DriveThruRPG.
Einmal gibt es ein Basisregelwerk:

Dystopische Science Fiction
„Ultima Ratio – Im Schatten von MUTTER“ ist ein Rollen- oder Erzählspiel, das vorzugsweise für 3 bis 6 Spieler geeignet ist. Dabei schlüpft ihr in die Rollen von Erzähler und Protagonisten und bestimmt gemeinsam den Verlauf der von euch gespielten Geschichte.
Vier Seiten
Das Regelwerk von Ultima Ratio greift auf ein neuartiges, eigens für unser Spiel, entwickeltes System zurück, das auf vierseitigen Würfeln (W4) basiert. Es ist darauf ausgerichtet, den Fokus des Spiels auf das Erzählerlebnis zu setzen. Mit seinen immer wiederkehrenden Strukturen ist es leicht verständlich und unkompliziert – frei nach dem Motto: „So unkompliziert wie möglich und so realistisch wie nötig!“.
Automatische Charakterentwicklung
Bei Ultima Ratio gibt es weder Erfahrungspunkte noch Level oder Stufen. Charaktere in Spielerhand entwickeln sich über den Verlauf des Spiels durch Anwendung der Spielwerte wie beispielsweise Fertigkeiten – ohne buchhalterischen Aufwand – automatisch weiter. Das W4-Regelwerk beendet damit eine Diskussion, die so alt ist wie das Rollenspiel selbst.
Die Ultima Ratio
Bei Ultima Ratio gibt es neben den gängigen Spielwerten wie Attribute oder Fertigkeiten auch noch sogenannte Charaktereigenschaften. Diese in die Kategorien Furchtlosigkeit, Moral und Willensstärke unterteilten Eigenschaften kommen sowohl in positiver wie auch negativer Ausprägung vor und ermöglichen es den Spielern Protagonisten zu entwickeln und einzubringen, denen ein komplexes psychologisches Eigenleben innewohnt. Diese Charaktereigen-schaften versetzen den Erzähler in die Lage, die Protagonisten seiner Geschichten vor spannende Dilemmas zu stellen, in denen es gilt, tiefgreifende Entscheidungen zu treffen und die eigene Ultima Ratio zu finden.
Die Welt
1268 Reichsstandardzeit (RSZ) im Lukeanischen Reich. Die schwierigen Zeiten scheinen überwunden. Zumindest für die Bewohner des Zentralplaneten Lukea. Über das Wohl der gechipten KINDer wacht die allgegenwärtige und allwissende KI MUTTER. In ihrer Gunst stehen alle, die sich an die Regeln halten. Es zählt allein der wirtschaftliche Erfolg – belegt durch den Kreditstatus. Wer sich nicht fügt, den strafen MUTTER und ihre KINDer mit Missachtung und Verfolgung. Wer keinen Datenchip trägt, sich nicht „umsorgen“ lässt, zählt nichts und steht als Rechtloser völlig außerhalb der Gesellschaft.

Ganz anders auf der benachbarten Welt Auda: Nach Bürgerkrieg und Separationsgelüsten ist die älteste Kolonie ein gebeutelter und verseuchter Planet. Ein Schmelztiegel für Überlebende, KINDer mit niedrigem Kreditstatus und alle Spezies des Themis Rho Clusters unter der Aufsicht der gnadenlosen KI WÄCHTER. Strahlung, Verseuchung, defekte und fehlende Infrastruktur machen die Überwachung außerhalb der großen Städte unmöglich. Ausreichend Raum für Glücksritter, Separatisten, Kriminelle … die – gechipt oder nicht – dem alltäglichen Kampf ums Überleben ausgesetzt sind. Die unablässige Suche nach einem Platz in einem System, das keine Fehler verzeiht und Null Toleranz gegenüber Andersdenkenden zeigt, nimmt den ganzen Raum ein und vernebelt den freien Geist.

Schlüpft in die Rolle eines mit bionischen Implantaten aufgewerteten Lukeaners, eines telepathisch begabten Alrhoone vom fernen Mond-Protektorat, eines temperamentvollen Anamarianers, der keinem Kampf aus dem Weg geht, oder eines technomantisch begabten Genesis, der noch immer ausgegrenzt wird. Werdet ihr euch dem unerbittlichen System ergeben, mit Raumschiffen das Heil in der Flucht auf den zahlreichen Niederlassungen der Minengesellschaften, entfernten Kolonien, anderen Welten als auch im freien Raum suchen? Oder werdet ihr die Fesseln abstreifen und aktiv Widerstand im Untergrund leisten? Es gibt nur eine Ultima Ratio!
Sowie ein Band mit Setting- sowie Regelerweiterungen und Abenteueranregungen, AUDA - Koloniehandbuch:


1268 Reichsstandardzeit (RSZ) im Lukeanischen Reich … und eigentlich müsste die benachbarte Welt des Reichsplaneten Lukea eine autonome Kolonie sein. Doch der Senat des Reiches weigert sich hartnäckig, Auda erneut alle Freiheiten der Autonomie zu gewähren. Daumenschraube und Rache für den vor rund einem Jahrhundert angezettelten Unabhängigkeitskrieg, unter dessen Folgen die teilautonome Reichskolonie Auda ohnehin auch heute noch leidet.

Mit der nach dem Krieg installierten Künstlichen Intelligenz (KI) WÄCHTER hat MUTTER einen gnadenlosen Repräsentanten, der die KINDer des Reiches auf Auda ohne Nachsicht mehr verwaltet als behütet. Doch WÄCHTERs Arm reicht meist nicht weiter als bis an die Grenzen der wenigen wirklich großen Städte. Schuld daran ist Audas Hintergrundstrahlung in Kombination mit den Experimental-Kampfstoffen, die während des Bürgerkrieges Verwendung fanden.

So ist Auda längst das geheime Fanal gegen die sonst allgegenwärtige KI MUTTER, denn nirgends sonst können sich selbst KINDer auch nur für eine Sekunde lang straflos der sonst lückenlosen Überwachung entziehen. Von Lukea werden die niedrigen Kreditlevel als Versager nach Auda ausgewiesen und nach dem Aufstand und der Anerkennung der Genesis der Generation 8+ mussten diese den Reichsplaneten ebenfalls verlassen.

Auf Auda, dem Sprungbrett und weit offenstehenden „Tor zu den Kolonien“, spielen sich jeden Tag die Dramen des Lebens und Überlebens ab … Lukeaner sind hier fast schon in der Minderheit. Durch den im Orbit Audas befindlichen Weltenrat ist die älteste Kolonie des Reiches längst auch Magnet für Freund und Feind aus dem gesamten Themis Rho Cluster geworden, während die ungezählten nicht gechipten „Wahren Audaner“ ihren Kampf für ein freies Auda rücksichtslos aus dem Untergrund weiterführen.

Das Kolonie-Handbuch verschafft eine Übersicht über die Städte, Bezirke und Bewohner dieser vor nicht allzulanger Zeit schwer durch einen verbissen geführten Bürgerkrieg gebeutelten Welt. KINDer des Reichs, Glücksritter und Versprengte aus anderen Welten sind hier auf der Suche nach Erfolg, Ruhm oder zumindest ein bisschen Glück - andere fechten noch immer im Untergrund den Kampf nach Freiheit aus.

Zusätzlicher Inhalt:
Eine neue spielbare Spezies, neue Spezieskräfte, Kreaturen und Monster, neue Gegenstände und Kontakte

... und natürlich jede Menge Hinweise für die Gestaltung eigener Abenteuer!
 
Der Verlag wird auf der SPIEL sein und hat auch schon die RPC ins Auge gefasst.
 
Hmm, erinnert mich ein bisschen an das auf dem 1984 basierende Paranoia. Vielleicht etwas ernster?
Und MUTTER als Name fuer den Hauptcomputer fand ich schon im Alien-Film nett.

Kann denn schon jemand sagen, warum das Spiel "Ultima Ratio" heisst, bzw. was die Ultima Ratio in diesem Spiel ist?
(Ich hoffe die Antwort ist nicht nur so simpel wie "MUTTER").
 
Auf den Titelseiten der Bücher werden keine Autoren genannt. In der Historie des Heinrich-Tüffers-Verlag finden sich folgender Absatz.
2014 startet der Verlag mit dem von Nikolas Tsamourtzis, Thomas Klaus und Carolina Misanovic entwickelten, dystopischen Science Fiction-Rollenspiel ULTIMA RATIO – Im Schatten von MUTTER.
 
Vielleicht weil der W4 ein sehr überschaubares Spektrum an Ergebnissen bietet?
Ansonsten, ich vermute bisher hat noch keiner bei DTRPG zugeschlagen? ^^;
 
Wir haben es schon vorliegen und auch eine Rezi dazu fast fertig. Haltet einfach einen Blick auf unsere üblichen Kanäle.
 
Warum nicht ? Fate läuft ja bestens mit W3.
Ob und wie das nun in diesem Fall funktioniert ist natürlich eine ganz andere Frage...
Keiner hat was gegen die Ergebnisverteilung beim W4.

Aber jeder hat was dagegen, dass beinahe sämtliche Bewegungsenergie aus dem Würfelwurf dadurch aufgefressen wird, dass sein Schwerpunkt nur so knapp über seiner Grundfläche liegt.

Das macht jegliches Würfelfeeling zunichte und versetzt den Würfler in die Rolle, sich so zu fühlen, als wenn er selbst den Wurf eines Würfel-Leftie mit nem theatralischen Faceplam kommentiert.

Ich bin dafür dem W4 den den umgangssprachlich zugestandenden "Würfel"-Titel abzuerkennen.

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Roger schrieb:
Wir haben es schon vorliegen und auch eine Rezi dazu fast fertig. Mehr dann auf teilzeithelden.de
Man sagt nicht: "Ich mach hier mal Werbung für mich. Kommt doch mal rüber."
Man sagt "Wir Teilzeithelden haben uns schon um ein Rezensionsexemplar gekümmert und werden euch schon bald dazu Ergebnisse präsentieren können. Wir halten euch auf dem Laufenden."

Damit impliziert man eben nur Werbung und alle sind glücklich.
 
Im Laufe der Zeit hab ich wirklich viele Rollenspiel gelesen, die nicht gerade over the top waren. Aber in der Regel konnte man immer noch was Interessantes oder gut gemachtes daran finden. Irgendwann findet man wohl mal die Ausnahme von der Regel.

Vielleicht habe ich aber auch Erzählspiel missverstanden. Für mich sind das Spiele wie FATE, FUDGE, Engel, Kleine Ängste,...

Ganz wichtig ist natürlich: Ich habe nur das reine Regelwerk vorliegen, das ist absolut settingfrei. Ausser ein paar Referenzen, wie "schneller als ein Ash" oder "agieren im UNIFORM" oder "der PALADIN Aneal", die man aber einfach nicht verstehen bzw. nur erraten kann.
Unter Umständen ist das Setting kongenial, auch wenn ich die Idee des dystropischen Überwachungsstaats schon etwas ausgelutscht finde.

Letzte Worte zum Regelwerk: Das Regelwerk ist super, wenn man es mit Savage Worlds spielt.
jester.gif


Es gibt übrigens noch einen Audiopodcast, in dem der Macher des Podcasts ein Interview mit sich selbst führt und das System vorstellt:

Start bei Minute 28:


Der Autor nennt sich selber übrigens auch gerne als Beispiel-Spieler.... :)
 
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