Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Hellfuckyeah, Lost!

(Zeit für ein weiteres Kreuz im Kalender...)
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Buffy - ja, die Serie war immer konfus und hektisch. Ich fand die letzte Staffel nun nicht chaotischer als die davor.

Angel - ja, die letze Staffel hatte sehr, sehr viel des Charmes verloren. Dies resultiere aber daraus, dass man mit der vorletzen Staffel den Metaplot abschliessen wollte, da man davon ausgehen musste, dass die Serien nicht verlängert wird. Als sie dann doch verlängert wurde, gab es eben keine brauchbare Handlung mehr und man musste bei "null" anfangen. Dafür hat die letze Staffel immer noch einiges an Charme...

Lost - einfach eine coole Serien. Am Ende dieser letzen Staffel müssen nicht alle Fragen und Mysterien beantwortet sein - der Reiz liegt in den Charaktere und der Art und Weise wie sie mit den Dingen, die sie nicht mal ansatzweise erklären können und teilweise absurd sind, umgehen. Ausserdem muss man zu Lost hinzufügen, dass man alle Folgen gesehen haben muss - wenn man was auslässt oder den weiteren Verlauf nicht kennt, dann ist es absolut verständlich warum man diese Serie als Mist ansieht. Die Meinung dieser Personen sagt dann aber nichts über die Qualität der Serie aus - es sagt nur aus, dass sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Zeit investieren wollten um die Serie zu erleben und dadurch die Serien als zusammenhanglosen Mist empfinden. Ich würde mir ein Ende der Serie ala Sopranos wünschen - ein Ereigniss am Ende, bei den jedem Zuseher es frei steht dieses für sich relativ einmalig zu interpretieren - es müssen keineswegs alle Fragen beantwortet werden...

Supernatural:
Diese Serie hätte viel Potenial gehabt, leider haben sie es nie geschafft das MOW-Konzept vom Anfang in einen guten Metaplot umzuwandeln. Die Serie ist so zwar immer noch unterhaltsam, aber der Metaplot ist nicht besonders gut und wird auch noch dadurch verschlechtert, dass man immer wieder diese dummen Folgen ala MOW einbaut, anstaat den Metaplot richtig weiterzutreiben.
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Erm.

Selbst wenn das Ende einer Serie zu Beginn der Staffel-Planung feststeht, bedeutet das nicht zwingend Kohärenz. Ebenso umgekehrt.

Ich stelle fest, die Fragestellung bedient sich (bislang) unbegründeter Prämissen.

Desweiteren werden laufend Ebenen vermischt.
Ist die "Geschichte" deren "Ende" "zu Beginn" "feststehen" muss, die einzelne Folge, die einzelne Staffeln, alle Staffeln?
Woher beziehen wir unsere Informationen über die Planung der jeweiligen "Geschichte"?
Soweit ich weiß, ist es Usus bereits vor Drehbeginn die ersten X Folgen, sowie den übergreifenden "season arc" vorliegen zu haben. Bei neuen Serien und gewissen Sendern wird häufig nur die erste Hälfte produziert und mit einem "half season final" ausgestattet.
Humoristische Serien funktionieren nocheinmal anders in der Entwicklung als dramatische Serien.

"Ende" und "feststehen" bedürfen in meinen Augen ebenfalls einer für die Diskussion tauglichen Festschreibung.

Grüße
Hasran
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Die Serien sind Beispiele. Es geht nicht darum bekannte und vorhandene Serien auszuwerten und daran zu beurteilen warum Geschichten auf eine bestimmte Weise erschaffen werden. Es geht um Geschichten allgemein und nicht allein um Fernsehserien. (Deshalb habe ich ja auch von Büchern und Rollenspielen geredet.) Die Vermengung der Ebenen ist von daher eher unerheblich.

Was an "Ende" und "feststehen" unklar sein soll, verstehe ich nicht ganz. Ich meine damit, das Ende der Geschichte (der Moment in dem der Plot und damit auch die Story abschließt) steht schon fest, wenn beginnt man die Geschichte zu erzählen. Anders gesagt: muss man erst die Pointe haben, um daraus die einleitende Anekdote zu rekonstruieren? Muss man erst die Lektion finden, bevor man die Fabel dazu schreibt? Muss man erst den Täter wählen, bevor man den Verbrechenshergang entwickelt?

Ich weiß natürlich, dass es geht. Und man es machen kann. Aber muss man es auch so machen?
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Aber muss man es auch so machen?

Es muss vor allem passen. Simple as that. Wenns für die Geschichte irrelevant ist, wer den Sprengsatz gelegt hat, dann braucht mans vorher auch nicht festlegen, sondern kann es jedem hinterher in die Schuhe schieben, der dann halt an gegebener Stelle passt. Hauptsache: Da geht ne Bombe hoch.
Dann wiederum gibts einfach Anchor Situationen. Ob das nun der bei Buffy immer mehr zunehmende Höllenschlund ist, irgendwelche Bösewichte, auf die hingearbeitet wird ("Es war der Gärtner"), eine Truth hinter dem Ganzen ("Mr Slayer ist in Wirklichkeit ein Avatar von Nyarlatothep")... und da sollte so grundlegend schon das eine oder andere feststehen. Das sind Dinge die sich nicht wirklich einfach entwickeln ohne extrem Gefahr zu laufen an Kohärenz zu verlieren.
Stellt sich eben auch die Frage: Arbeitet man auf ein Ende hin oder guckt man einfach mal.
Wie so oft ists eben einfach eine Frage der Ansprüche.
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Ja klar. Aber warum? Warum kann etwas für die Geschichte wichtiges nicht entwickelt werden und muss von Anfang an feststehen?

Der Punkt scheint ja zu sein, dass ein wichtiger Fakt von Anfang an feststehen muss, damit Kohärenz gegeben ist. Nun hat Hasran das bereits indirekt in Frage gestellt. Und ich wundere mich halt auch, was genau verhindert Kohärenz, wenn ein Fakt erst in Mitte des 2. Akts festgelegt wird, statt bereits von Beginn an festzustehen? Warum muss die Geschichte dann zwingend inkohärent sein? Ich weiß, dass so etwas die Folge sein kann (s. Akte X), aber ich finde es schwer zu erkennen warum sowas unvermeidlich in eine inkohärente Geschichte resultieren muss.
 
AW: Warum muss das Ende einer Geschichte zu Beginn feststehen?

Ein Fakt kann auch erst in Act 2 entstehen, aber egal wann immer er aufgelöst wird: Dieser eine Fakt ist ab dem Zeitpunkt unabänderlich (oder sollte es besser sein). Wenn das nicht hinhaut, dann geht oftmals die Kohärenz flöten. Und bis es zu diesem Fakt kommt (nämlich ab wo die Story, wie immer auch geartet an Fahrt gewinnt), dümpeln die Charaktere wahrscheinlich in einer "Zuhause bei Werwolfs" Geschichte herum, ohne dass das irgendwie interessant wäre auf Dauer. Entweder man verliert sich nämlich in Daily Soap Stories oder es geht in Richtung Monster of the Week. Ich seh jetzt aber glaube ich auch immer weniger das Problem.
Ab einem gewissen Punkt werden neue Charaktere eingeführt, die haben dann nen Namen und die sind irgendwie wichtig für das Erlebnis (ob nun Comic, Rollenspiel, Film, Serie ... egal). Und irgendwas macht die besonders: Eine Kraft, ihr Job, ihr Umgang. Und das was sie besonders macht zieht dann die Protagonisten mit rein ins Geschehen. Die könnten sich natürlich auch dagegen entscheiden (wahrscheinlich nur im Rollenspiel) und der neue Charakter zieht wieder von Dannen. In der Regel wird damit aber hantiert und dann kommts eben zu Verwicklungen. Die können sich zwar dann in jedwede Richtung entwickeln (man weiß noch gar nicht so genau wo es hingeht), aber dieser eine Charakter um den es sich gerade dreht steht fest ... und der hat in der Regel auch ne Agenda.
Verzichtet man auf sowas ... dann sind das Nullnummern ... oder Daily Soaps eben.
 
Zurück
Oben Unten