The Arms of an Angel

Salomé

stupid fucking rope
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15. Juli 2003
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Wie lange liege ich schon hier? Ich weiss es nicht, ich weiss es nicht... Aber ist es nicht auch völlig egal?
Über mir erstreckt sich der Himmel, ein zitterndes weiss, süsser Frühlingsduft. Ich liege im Gras, frisches, sattes Gras. Über mir die Sonne, die mir die Haut streichelt und mir durchs Blut rinnt, minutenlang.
Dein Atem kitzelt meine Haut, als du dich, vertrauter Geliebter, über mich beugst. Alle Zweifel aus längst vergangenen Zeiten sind fort gedriftet. Mein Engel ist hier, wie direkt vom Himmel gesandt. So kommst du mir oft vor. Du bist das Gegenstück, dass ich ewig suchte und nun fand, in dir meinen Platz fand. In dir habe ich mich verloren, nur um mich neu wieder zu entdecken, neu geboren und in deinen Armen geborgen zu liegen und die Zeit verstreichen zu lassen. Unsere Zeit, von der wir immer zu wenig haben werden, denn wie könnten wir je genug voneinander bekommen.
Mit jeder Sekunde liebe ich dich mehr, mit jeder Träne die du wegen meiner und der Welt vergiesst, die du zurückgehalten hättest, wäre sie nicht für mich. Jeder Augenblick in dem du mich hinter deine Fassade schauen lässt, weil du sie vor mir einfach nicht aufrecht erhalten willst und kannst.
Deine Lippen zittern, als du mir hilflos einen Kuss aufdrückst, der so viel mehr ist als nur die Berührung unserer Körper. Mir ist, als wenn meine Seele mit deiner in diesem Kuss verschmelzen würde, wie unsere Seelen es schon so oft taten.
Weißt du eigentlich um den Schmerz, den du verursacht, wenn du dich wieder von mir löst? Wenn du deine Seele einfach wieder hinfort nimmst, die sich so schützend über die meine legte, die schon so viele Risse hat, von der Zeit an die ich nicht mehr denken möchte, von der Zeit ohne dich, Engel?
Deine Hand in meinem Haar, der schwere Duft, den deine Haut verströmt, die Sonnenstrahlen, die uns umspielen, durch meine geschlossenen Augenlider dringen und alles in ein warmes Rot tauchen. Ich spüre wie mein Herz zu rasen beginnt, als wolle es in meiner Brust zerspringen, aber du legst deine Hand auf meine Brust und streichst über mein Herz, flüsterst ihm zu, dass es sich beruhigen soll. Ich glaube einmal mehr unter deiner liebevollen Berührung einfach sterben zu müssen...
Ich sehe dich an und kein Wort ist vonnöten, denn wir beide können das stumme „Ich liebe dich“ in unseren Augen ablesen.
Deine Hände umfassen meine und ich sehe wie dir Tränen in die Augen schiessen, heiss und so voller Zweifel. Ich lächel, bereits der Welt wieder entrückt und streiche dir durch die Haare, auch wenn mich bereits diese kleine Geste viel Kraft kostet. „Weine nicht, mein Engel... Es könnte nicht schöner sein...“
Du ziehst mich an dich, bettest mich wie ein kleines Kind in deinen Armen und von weit fort höre ich dich schluchzen. „Ich liebe dich, ich liebe dich...“ Allein deine Stimme vermag mir eine Gänsehaut auf die Haut zu zaubern. Ich bin ruhig, so ruhig, dass ich spüren kann, wie meine Seele mir langsam entgleitet und sich ganz der deinen zuwendet.
Du schreist, doch es ist nichts mehr als eine weit entfernte Sehnsucht für mich. Du presst meinen Körper an deinen.
Engel, wie sinnlos. Spürst du nicht, dass ich dir bereits viel näher bin, als es mir je zuvor möglich war?

„In deinen Armen möchte ich sterben, in den Armen meines Engels“
Du hast es mir versprochen. Nur so konnte unsere Liebe meine Krankheit überleben...



Inspiriert durch Sarah McLachlan - Angel und natürlich meinen grössten Schatz
 
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