Rollenspiel ist kulturelle Appropriation

Was genau soll uns denn plötzlich weniger Spaß machen ? Wo hat ein Verlag etwas an einem RPG geändert das dir dadurch schlechter gefällt ?

Was macht es jetzt schlechter wenn man darauf achtet sexuelle oder rassistische Themen vorsichtiger und mir mehr Einfühlungsvermögen anzugehen ? "Achtung Cthulhu" z.B. macht sehr gut vor wie man auch schwierigen Themen im Rollenspiel angeht und dabei alle mit dem nötigen Respekt behandelt.
 

Kowalski

Rollenspiel ist kulturelle Appropriation
Was auffällig ist, ist die Verengung der VERTRETBAREN Ansichten
Hatte man früher wochenlange Diskussions-Flame-Wars (wo mal mehr mal weniger gut parliert wurde) ist das beleidigt von dannen ziehen oder der persönliche Angriff heute eher zu beobachten

Dabei scheint sich die Mehrheit auf moralischer Hochebene zu befinden, was ja objektiv nicht sein kann, mindestens 50% oder mehr müssten ja im Unrecht sein...
Manchmal sind ja beide Seiten der Unsachlichkeit schuldig

Tröstet Euch, es könnte schlimmer werden
und es ward schlimmer
 
Ja natürlich alles kann mißbraucht werden. Aber wir können jetzt lange darüber debattieren was mal werden könnte. Fakt ist doch das es reale Mißgriffe in derzeitigen Publikationen gibt (siehe z.B. das Exalted Cover in meinem Post). Für mich ist jedenfalls klar das der Besserungsbedarf besteht.
Es fängt ja schon damit an, dass bereits die Diskussion über besagte Sexualisierung erstickt wird, indem eine bestimmte Moralvorstellung für absolut erklärt und jeder Dissenz als Beweis für strukturellen Rassismus/Sexismus whatever gedeutet wird. Nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Das meine ich nicht auf deinen Post bezogen, sondern aus meiner allgemeinen Erfahrung mit diesem Diskussionsgegenstand heraus. Das gilt auch für den folgenden Punkt ->
Ich sehe zum Beispiel das Problem mit der Darstellung auf dem Exalted-Cover nicht, oder in Bezug auf sexualisierte Darstellung von fiktiven Charakteren allgemein. Sicher, ich habe schon einige Argumente und Begründungen dazu gehört, aber bisher waren die für mich nicht besonders überzeugend. Die meisten setzten voraus, dass ich das selbe neopuritanische Weltbild bereits akzeptiert hätte - das habe ich aber nicht und es sieht auch nicht so aus, dass sich das ändern wird. Und damit fällt dann meistens auch die gesamte Argumentationsstruktur zusammen, da sie eben dieses Weltbild als Fundament voraussetzt. Wir sind wieder in einer Zeit angekommen, in der Sexualität als von Grund auf mit Sünde behaftet wahrgenommen wird, wie es scheint.


Wogegen sollen wir uns eigentlich wehren ? Wer greift uns denn an ?
Natürlich gibt es Irre die verrückte Forderungen stellen werden. Das Internet ist auch eine Prima-Plattform dafür. Auf diese Leute werden die Verlage aber auch nicht hören.
Ach so? Wie war das, als Woke Wolf bei Vampire 5th Edition extra eine Seite mit "Wir sind total gegen Faschismus und Faschisten dürfen unser Spiel nicht spielen!" einbinden musste, weil im Playtest-Material jemand eine "Far Right Dog Whistle" gefunden hat, in der die Würfel in einem Beispielwurf 1, 4, 8 und 8 zeigten?
Oder wie war das, als Mike Mearls all jene D&D-Spieler, die sich für mehr Regelkomplexität ausgesprochen haben, per Twitter "gefeuert" hat, weil mehr Komplexität ja nur dazu diene, Frauen aus dem Hobby fernzuhalten (und damit mal eben implizieren, dass Frauen einfach zu doof für komplexe Spiele sind)?
Oder als WotC sofort beteuerte, dass man in Zukunft Orks und andere Demihumans "politisch korrekt" umschreiben werde, nachdem irgendwelche Spinner (oder in diesem Fall ganz eindeutig Rassisten) mal wieder damit kamen, Orks seien ja offensichtlich ein Stand-in für People of Color, spezifisch für Schwarze?
Oder als WotC auf Druck irgendwelcher Twitter-Aktivisten die Credits für 5th Edition nachkorrigiert haben, damit ja Zak S. oder RPGPundit nicht in irgendeiner Form für ihren Beitrag gewürdigt werden?
Und das ist nur, was mir jetzt spontan in 30 Sekunden zum Thema "Verlage hören nicht auf Spinner" einfällt. Schlimmer noch, manch ein Verlag beschäftigt solche Spinner. Da braucht es dann ja nicht einmal Einfluss von Außen.


Und noch einmal zum Thema Magic-Karten:
Ich persönlich kann jetzt auch nichts schlimmes daran finden wenn Verlage damit beginnen ihre Produkte mal durchzugucken ob und wo man sich vielleicht im Ton vergriffen. Niemand braucht Magic-Karten bei denen man prinzipiell Clan-Anhänger benutzt um einen Effekt zu erzielen. Das kann man halt auch anders darstellen.
Nun, das kann man aber eben auch, indem man es einfach in Zukunft anders macht und nicht, indem man quasi die Vergangenheit zu leugnen versucht. Man kann sicher argumentieren, dass der Mitarbeiterstab bei WotC heute ein ganz anderer ist als damals, als besagte Karten entworfen, aber das ist noch kein Grund, sich gleich in Zensur zu üben.
Niemand braucht diese Karten. Richtig. Aber sie schaden auch niemandem. Zumal ja nicht wirklich der Kukluxclan abgebildet war, sondern eine Gruppe, die Ähnlichkeit damit hatte - ein bewusstes Augenzwinkern der Designer, um den unangenehmen Effekt der Karte bildlich zu unterstreichen. Jede Menge Magic-Karten repräsentieren moralisch ausgesprochen fragwürdige, wenn nicht sogar per se verwerfliche Handlungen, die man dem gegnerischen Zauberer und dessen Kreaturen da antut. Aber da beschwert sich seltsamerweise keiner und fordert deren Zensur.


Ich denke mal hier werden "Bedrohungen" gesehen die gar keine sind.
Da kann ich umgekehrt nur sagen, dass hier meiner Ansicht nach offensichtlich bedrohliche Entwicklungen nicht als solche wahrgenommen und durchgewunken werden. Da haben wir jetzt wohl einen Patt. ;)


Niemand will uns was wegnehmen oder uns Vorschreiben was / wie wir zu spielen haben. Alles was passiert ist das einige Verlage ihre Produkte ein wenig anders formulieren damit mehr Leute ungestörten Spaß an unserem Hobby haben können.
Hach, diesen unschuldigen Optimismus hätte ich auch gerne noch einmal... ;)


Dazu ist es jetzt schon lange zu spät. Wir sind schon jenseits der Anfänge.
Da hast du leider völlig Recht.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Was auffällig ist, ist die Verengung der VERTRETBAREN Ansichten
Das ist nur ein Ausdruck dessen, was man als wachsende INTOLERANZ für ALLES, was nicht exakt der eigenen, einzig wahren Sicht entspricht, wahrnehmen kann. Vor allem ist es die SEUCHE, daß sich jeder sofort in einen "Safe Space" zurückzieht, nicht einmal mehr eine andere Meinung AUSZUHALTEN, zu ERTRAGEN, gewillt ist. Jeder WILL "Opfer" sein, denn Opfer ist anscheinend das neue Cool.
 

Halloween Jack

aka Alpha Rivale Dick Justice
@Sethnacht

Es ist nicht die Meinung, die Menschen vergrault, mein Guter. Das ist lediglich die Narrative, die du bemühst, um an meiner Aussage vorbei weiterdiskutieren zu können. Es ist die Diskussionskultur. Wenn die Nutzer vergrault, sollte man sich darüber Gedanken machen, wenn man nicht iwann in einer Echokammer sitzen will. Hab ich bereits alles geschrieben. Was möchtest du denn noch von mir? Das ich auf deine "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-Metadiskussion eingehe, mit der ich nichts zu tun habe? Nee, lassma.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Wir sind wieder in einer Zeit angekommen, in der Sexualität als von Grund auf mit Sünde behaftet wahrgenommen wird, wie es scheint.
Nein, nicht jegliche Sexualität, sondern nur die, welche heterosexuelle cis-Männer praktizieren und somit auch bei Darstellungen in Produkten zu schätzen wissen, denn genau diese Art Männer - schlimmer noch, falls es sich um weiße Männer handelt - sind heutzutage der Prügelknabe für alle und jeden. Niemand gönnt ihnen etwas - am wenigsten ihre eigene Art der Sexualität, denn diese ist eben mit einer Art von UR-SÜNDE behaftet.
 
Es ist nicht die Meinung, die Menschen vergrault, mein Guter. Das ist lediglich die Narrative, die du bemühst, um an meiner Aussage vorbei weiterdiskutieren zu können.
Nein, nicht ganz - das ist, was aus deiner Aussage folgt.

Es ist die Diskussionskultur. Wenn die Nutzer vergrault, sollte man sich darüber Gedanken machen, wenn man nicht iwann in einer Echokammer sitzen will. Hab ich bereits alles geschrieben. Was möchtest du denn noch von mir? Das ich auf deine "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-Metadiskussion eingehe, mit der ich nichts zu tun habe? Nee, lassma.
Lässte es halt bleiben.
 
Pinnacle: Deadlands. - Das hat MASSIV das Setting geändert und nicht zum Besseren!
Okay, das ist natürlich schade.

Das ist jedoch bei jedem "Retconn" bzw jeder "Neuauflage" von bestehenden Systemen / Settings ein Risiko. Mir gefällt die neue Warhammer Fantasy Linie (Age of Sigmar) auch nicht. Muß sie auch nicht. Ich kann ja problemlos andere Editionen spielen. Dergleichen gab es bei D&D (wo viele ihre Probleme mit der 4. Edition hatte) und bei zahllosen anderen Systemen. Dasselbe gilt auch für diese Deadlandsversion. Du findest die ältere Ausgabe besser ? Dann spiele die doch !

Du selbst, Zornhau, hast auch vorher schon oft genug Produkte zu Savage Worlds verrissen (nur das da die Gründe anders waren). Wie schon gesagt, gute und schlechte Produkte wird es immer geben. Das ist immer auch Geschmackssache. Auch hier im Forum gibt es ja Stimmen die diese Deadlands-Ausgabe gut finden.

Ich fühle mich wirklich sehr stark an ganze Sarkeesian "Debatte" (um es mal vorsichtig zu formulieren) erinnert. Da frage ich mal: Sind denn PC und Konsolenspiele seitdem unspielbar geworden ? Oder hat die Diskussion uns bessere Spiele beschwert ? Oder ist eigentlich das meiste geblieben wie bisher, aber hier und da gibt es Entwickler die ihre weiblichen Charaktere (vielleicht auch angeregt durch diese Diskussion) glaubwürdiger gestalten ?

Meiner Meinung nach trifft der letzte Fall am ehesten zu, und das ist mMn auch das was man realistisch von dieser Diskussion (nicht speziell die im Forum hier) erwarten darf.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Du findest die ältere Ausgabe besser ? Dann spiele die doch !
Das ist ja das Problem: Ich HABE schon ALLES aus den alten Ausgaben - teils mehrfach - durchgespielt bzw. geleitet.
Ich hätte als Kunde gerne NEUES Material.

Nur wurde mir das alte Setting geradezu verstümmelt und außerordentlich unglaubwürdig gemacht - was bei dem eh schon überkandidelten Deadlands-Setting was heißen will.
Die neuen Produkte werden also das Retcon-Deadlands bedienen und nicht mehr in den guten alten Weird West passen.

Man bekommt also etwas ZERBROCHEN und soll sich halt damit zufrieden geben, daß es früher nun einmal besser war?

Das ist doch eine SCHEISS-Einstellung!
 

Chrisael

Gott
Ich versuch mal:
Sie hat nen Knochen in der Hand, tanzt um ein Feuer und betreibt vermutlich nekromantisches Mambojambo, was ich aus dem Totenkopf im Rauch deute. Sie entspricht dem Klischee der wilden Schamanin vermutlich angelehnt an Praktiken amerikanischer Ureinwohner. Ich denke an böse Geister, an schadhaften Zauber, an das Ablegen jedweder Moral, war ja klar, dass das wieder so ne Wilde macht.
Ferner ist sie nackt, jung und hübsch. Wer ist Zielgruppe? Junge oder auch ältere Frauen vermutlich eher nicht. Das geht schon in Richtung Männer. Wäre interessant zu wissen, wer es gemalt hat, die Rückwärts Bilder Suche funktioniert mit dem Browser leider nicht. Das Motiv als solches ist erstmal nicht sexistisch. Die Kombination aus Darstellung (jung, wild, böse, nackt) und gängigen Klischees (Rothaut, tanzt um Feuer und lässt sich mit Geistern ein) lässt halt bei einigen ne hochgezogene Augenbraue entstehen. Wirft es die Emanzipation der Frau wer weiß wie zurück? Schadet es dem Migranten in irgendeiner Form? Beides wohl eher nicht. Ist es trotzdem in der Darstellung eher unnötig und bedient wieder nur Klischees? Auf jeden!
Anders als Kollege Zornhau, sehe ich Prüderie nicht dadurch gegeben, dass Menschen etwas gegen dieses Bild sagen und vermeintlich die Nacktheit kritisieren. Keine Sau interessierts, ob die nackt ist. Menschen sind ohne Kleidung nunmal nackt.
Dieses Bild stammt aus DSA5 GRW und wurde wenn ich mich recht erinnere von einer Frau gezeichnet. Das Bild ist daher vor allem einmal für Rollenspieler gemacht und wie wir alle Wissen lieben sehr viele Rollenspieler das "Klischee" des "edlen Wilden". Das genau nur dieses Bild herausgenommen worden ist ist halt Cherrypicking in Reinkultur denn wer DSA kennt weiß das es ganz ähnliche und sehr beliebte Archetypen in Weiß gibt. Zum Beispiel die Gjalskarländer die auch bei Minustemperaturen halb nackt rum laufen. Wenn man schon überall Rassismus und Sexismus sehen will dann wohl nur damit man barbusige Frauen zeichnen kann. Denn auch von den Gjalskarländern gibt es jede Menge Zeichnungen. Und der beliebteste Archetyp dieser Kultur sind wohl die schamanischen Tierkrieger die übrigens auch Dämonen beschwören. Aber rassistisch ist das wohl nur wenn die Hautfarbe schwarz ist.

Nun in DSA gibt es nun mal die Kultur der Moha und die beschwören halt auch gerne Totengeister, warum sollte man das nicht auch gerne darstellen wollen? Wer nur ein Bild sieht aber sich weigert den Kontext zum Bild zu erforschen der reagiert halt rein emotional und nicht faktenbasiert.

Ich werde mich hier mal outen. Ich bin asperger Autist, ich weiß ich bin damit nicht die Norm aber es ist halt einfach so und ich kann nix dagegen tun aber nichts kotzt mich mehr an als gefühlte Wahrheiten. Und viele Dinge die man heute mittels Sexismus oder Rassismus verteufeln will ist nichts anderes (aus meiner persönlichen Sicht) als gefühlte Wahrheit und ist objektiv messbar gar nicht haltbar. In der Debatte um Rassismus und Sexismus mischt sich zu objektiv messbarer Ungerechtigkeit inzwischen einfach sehr viel subjektive Meinung dazu und mich kotzt das nur noch an. Mich kotzt das ganz besonders an weil ich schon mit ungefähr 7 angefangen habe die Welt der Erwachsenen, die mir durch und durch unlogisch vorkam, zu hinterfragen. Ich fand ihre seltsamen Bewertungen was Geschlechter, Hautfarben und sogar Haarfarben betraf (ich erwähne das weil ich rote Haare habe und ich als Kind das schwer zu spüren bekam, von Kindern aber noch viel mehr von Erwachsenen, dort haben es die Kinder ja eben her, Heute sind rote Haare kein Thema mehr, gibt ja genug anderes über das man herziehen kann). Diese Wertungen ergaben für mich keinen Sinn und ich hab das wo immer es ging auf eine sehr kindlichen Ebene thematisiert. Als ich mit 8 dann Metroid auf den NES durchgespielt habe war meine Freunde unglaublich riesig das der Held in der Rüstung sich am Ende als Heldin in Rüstung herausstellte. Ich hab damit meine ganze Umgebung jahrelang genervt. XD
Ich war schon im Herzen Antifaschist, Antirassist, Marxist und Feminist bevor ich überhaupt wusste das es dafür ein Wort gibt oder das sowas eine politische Meinung sein kann die auf so viel Widerstand treffen könnte.
Und war ich vielen Menschen in den 80er und 90er viel zu Links eingestellt so muss ich heute mit erschrecken feststellen das wir in einer Zeit leben in der selbst ich schon als Sexist oder Nazi beschimpft wurde weil ich einfach nicht zu 100% konform bin mit so manche Linken Meinung, vor allem jene die aus meiner Sicht nur gefühlte Wahrheiten sind nur Meinungen und rein gar nichts damit zu tun haben Ungerechtigkeiten zu beseitigen.

Ich hab im letzten Jahrzehnt bemerkt das viele Menschen zwar eine Meinung haben, diese sich aber nur auf Emotionen stützt aber Null auf Fakten und das ist ganz besonders am Linken und Rechten Rand zu beobachten.

Hier wird allerdings ganz nebenbei das Klischee der perfekten Figur bedient. Wohlgeformte Brüste, die selbstverständlich nicht hängen, sondern absolut an Ort und Stelle betoniert sind. Dazu starke Beine, die grazil um das Feuer tanzen. Ein Bauch, der flacher nicht sein könnte. Langes schwarzes Haar. Also ungefähr genau das, was 80 Prozent der männlichen Masturbationsvorlage entspringt und 90 Prozent der Frauen in die Verzweiflung treibt, weil sie immer wieder vorgehalten bekommen, dass sie nur so ansehnlich sind. Lass die Dame auf dem Bild mal Mitte 40 sein und dick und achte dann mal auf die Reaktionen.
Um nicht in den Whataboutismus zu verfallen, spoiler ich: das geht auch mit Männern oder auch mit Geschlechtsneutralen Personen.
Ja und? Der perfekte Körper wird aber nicht nur auf weiblicher Seite so dargestellt sondern genauso auf männlicher Seite. Welcher Mann schaut schon so aus wie He-Man? Wie die Avengers? Wie all die coolen Superhelden in Filmen und Comics? Männer stehen hier genauso unter Druck wie Frauen. Vermutlich sogar mehr. Denn es gibt mehr übergewichtige Frauen als Männer und mehr Männer gehen ins Fitnessstudio als Frauen. Und wenn man Männer fragt warum sie sich den Schmerz und die Arbeit antun dann sagen sie mehrheitlich weil die Frauen das geil finden.

Ja das Thema ist sexistisch aber aus meiner Sicht nicht weil hier Frauen benachteiligt werden sondern weil so getan wird als gäbe es dieses Problem nur für Frauen und man damit hier die Gefühlswelt der Männer benachteiligt.

Und das kotzt mich eben auch an, ein Problem wird soweit verzerrt bis die Öffentlichkeit glaubt hier gibt es wieder eine Ungerechtigkeit wo es gar keine gibt.

Wo ich aber ein Problem sehe das eher Frauen betrifft ist die Sexualisierung des perfekten Frauenkörpers in der Werbung. Das gibts zwar mit Männern auch aber hier eben eindeutig viel seltener und damit ist es schon als durchaus sexistisch zu bewerten.
 

harekrishnaharerama

Guter, alter Bekannter
Mich erinnert das an die frühe Geschichtsschreibung, in der die Taten des Herrschers geschönt wurden, damit das Volk und die Nachwelt besser über sie denken.

Nichts als Heuchelei.
 

Chrisael

Gott
@Sycorax
Das ist halt wieder so ein "Die Syco wird gleich in der Luft zerfetzt"-Thema, denn dieser ganze rassistische/sexistische Scheiß hat im Ursprung mit Macht, Machtgefälle und Unterdrückung zu tun und lässt sich deshalb nicht so einfach umdrehen. Das sieht man zum Beispiel ganz gut daran, dass "Schlampe" ein Schimpfwort ist, "sexuell sehr aktiver Mann", aber nichtmal ein eigenes Wort, geschweige denn eines negativ konnotierter Art, aufweist. Der "schwache" Part wird beschimpft (geht auch bei Männern: "Stricher" wäre ein Schimpfwort, "Freier" eher nicht). Und selbst wenn der "starke" Part mal ein Schimpfwort abkriegt, ist es längst nicht so deutlich negativ belegt (N*gger vs. ... äh... was eigentlich? Weißbrot?)
Von daher ist ein Bild eines (halb)nackten weißen Mannes einfach eine ganz andere Sache als das einer nackten schwarzen Frau.
Doch, es muss umkehrbar sein, es muss für beide Geschlechter das absolut selbe Recht gelten. Wenn ich Gleichberechtigung will geht das nur so. Ein Machtgefälle wird sicherlich nicht verschwinden wenn man nur eine Seite eines "Problems" beleuchtet und die andere Seite dann als gegeben hinnimmt. Weil das ist dann nichts anderes als eben das was du kritisierst. Frauen die Spaß an Sex haben und eventuell auch viele Partner haben (was aus meiner Sicht absolut nichts schlechtes ist) Männer aber die geilen Stecher sind wenn sie das selbe tun. Du tust dann eben genau das selbe wenn die nackte schwarze Wilde ein Problem ist der nackte weiße Wilde aber nicht. Außer meiner Sicht sind ohnehin beide kein Problem.

Ist ja die Frage, warum sie nackt ist. Und hier ist das ziemlich eindeutig nicht in der Sache begründet (wie es das hier z.B. wäre), sondern dient einzig dazu, einen Frauenkörper als Dekoration darzustellen. Und das ist Sexismus.
Ernsthaft? Für dich gibt es keinen begründeten Kontext? Also für mich gibts gleich zwei. Erstens, die meisten realweltlichen Ureinwohner die im Dschungel leben laufen aus guten Grund beinahe nackt herum und zweitens gibts den Kontext weil mit den Mohas eben genau so eine Kultur abgebildet wird.

Wenn man das halbnackt sein eines Ureinwohners auch nur in irgendeine Richtung bewertet hat man schon irgendwie ein Problem wenn man mich fragt.

Hier noch was zum Thema kulturelle Aneignung. Ich persönliche finde das vieles das damit gebrandmarkt wird ohnehin Blödsinn ist, ich finde das verschmelzen von Kulturen, Multikulti super und das meiste ist einfach keine kulturelle Aneignung. Aber es gibt halt immer wen der beleidigt ist egal wie man es macht.

Als Beispiel kann ich hier erwähnen das ich großer fan der traditionellen Tatoos der Maori bin. Mir gefallen die so gut das ich mit dem Gedanken gespielt habe mir das auch machen zu lassen. Also hab ich viel dazu recherchiert, vor allem ihre Bedeutung. Da stößt man dann natürlich auch auf viele Meinungen, insbesondere die Meinungen der Maori. Da bekommt man ganz schnell zu lesen das es nicht wenige Maori gibt die das als Anmaßung empfinden, als kulturelle Aneignung aber es gibt genausoviele Maori die es als Ehre empfinden wenn sich Menschen aus anderen Kulturen für ihre interessieren und sie zum Teil in ihr Leben integrieren wollen.

Mir fiel dann nach und nach vor allem eines auf, Menschen, egal welcher Kultur, die sich darüber beschweren das andere sich ihrer Kultur aneignen sind meist sehr nationalistisch und völkisch denkende Menschen. Und auf die Meinung solcher Menschen geb ich nicht viel, vor allem dann nicht wenn sie ihre Meinung ohnehin nicht faktisch begründen können.

Da geb ich lieber jenen Maori (oder jedem anderen Volk) die Hand die das verbindende anstatt das trennende suchen und die der Meinung sind das wenn andere Kulturen auch ihre Tatoos nutzen das etwas verbindendes ist.
Und als Links denkender Mensch suche ich immer das verbindende, das Gerechte, gleiche Chancen für alle.

Ich hab jetzt doch keine Maoritatoos, ich hab gar keine, sind mir zu teuer. ; P
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Man sollte aber wohl nochmal sagen dürfen das andere sich sehr wohl daran stören
An sich sollte man das meinen, aber sobald jemand die Formulierung "man wird das doch mal sagen dürfen" oder ähnliche verwendet, dann ist dieser erwiesenermaßen und unwiderlegbar ein NAZI. So zumindest die aktuelle Lesart der GUTEN.
Folge: man wird es eben NICHT sagen dürfen.
NIEMAND darf mehr IRGENDWAS sagen.
Grabesruhe überall.
 

Chrisael

Gott
Und ich glaube ich will hier auch was zum Thema Save Space sagen.

Ich finde, ebenso wie andere hier, das man schon ziemlich wenig aushalten muss, wenn man das Forum verlässt wegen einem Thread mit sehr diversen Meinungen. Divers ist doch das was man als Linker will (so auch ich), naja außer es sind Meinungen, so kommt mir das langsam vor.

Man findet doch überall Menschen mit anderen Meinungen und wenn man all diese Menschen meidet nur weil sie eine andere Meinung haben und sich in seinen Save Space zurückzieht dann ist man mitverantwortlich an Echokammern und zwar nicht nur an der Echokammer der anderen sondern auch der eigenen. Und am ende sitzt jeder in seiner eigenen Echokammer wo er nur noch seine eigene Meinung wiederkäuen kann.


Mit erschrecken stelle ich fest das viele meiner linken FB-Freunde so nach und nach alle Rechten aus ihrer Freundesliste geworfen haben und jetzt sitzen sie in ihrer Linken Echokammer, was aus meiner Sicht dazu führt das sie in ihrer Meinung ebenfalls radikaler werden.
Ich habe und werde niemals jemanden aus meiner FB-Freundesliste werfen oder auch in rl meiden nur weil er eine rechte Meinung hat. Das ist das dümmste was man tun kann denn damit sorgt man dafür das sich die Gräben zwischen Rechts und Links weiter aufreißen, das beide Seiten radikaler werden. Gerade als Linker muss man diverse Meinungen aushalten. Die grenze liegt da für mich erst bei Menschenfeindlichkeit, also wenn man der Meinung ist das andere ruhig sterben dürfen wenn.... Solche Leute hab ich auch aus meiner Liste geworfen weil das halt nichts mehr mit Meinung zu tun hat.

Dialog ist das einzige Mittel wie Dinge besser werden können aber sicherlich nicht indem man sich in seine SaveSpace-Echokammer zurückzieht.

Ich muss ja nur an den Rollenspielverein denken den ich regelmässig besuche. Dort gibt es tatsächlich Spieler aus allen politischen Lagern (auch tiefe Rechte Ecke oder Linke Ecke) und beiderlei Geschlechts und langsam auch mehr und mehr Leute mit Migrationshintergrund. Und manchmal fliegen auch außerhalb des Spiels argumentativ die Fetzen und trotzdem sitzt dort danach Links und rechts am selben Tisch zum spielen. Soweit ich weiß hat bisher noch niemand den verein aus diesen gründen verlassen nur wenns um Vereinsinterne Dinge ging da kam es schon mal vor das jemand den Verein verlassen hat.
 
Oben