[21.06.05] Guten Abend ...

Lou

reality bites. get an axe
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26. Juni 2004
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... Asphalt, schiesst es ihm durch den Kopf als eben jener - nicht unfreundlich aber schnell - auf ihn zu kommt und auch schon einen einschlagenden Eindruck hinterlässt.

'Autsch.', denkt sich Mulier, rappelt sich auf und betastet seine Stirn. Er spührt Blut. Erstaunt und augenblicklich verwirrt betrachtet er seine Hand, als wolle er sagen: "Wo bin ich? Was mache ich hier?", als auch schon ein schwerer Tritt in seinen Rücken ihn erneut zu Boden streckt. Glücklicherweise trifft ihn auch gleichzeitig die Erkenntnis: Bar. Mädchen ... süßes Mädchen. Ungehobelter Klotz.

"Und WEHE du machst dich noch mal an meine Lucy ran! Das ist mein Mädchen! MEINS!", droht ihm der Klotz noch subtil hinterher und schon kurz darauf ist Mulier allein in der Hintergasse der Bar "Tropical Sunshine".

Mühsam zieht er seinen schlacksigen Körper zur speckigen Betonwand und setzt sich auf, zieht ein Bein an und lässt seinen Kopf nach vorne sinken.

'Mist ... verdammter Mist. Sind es schon vier Wochen? Bin ich schon vier Wochen ohne Meister? Ohne frisches Blut?'. Fast wie in Trance betrachtet er seine Hände ... gesunde frische Haut, aber seine Kochen fühlen sich alt an. Zu alt.
'Ich sollte mich wieder auf die Suche machen.', sagt ihm sein gesunder Menschenverstand, allzu viel Zeit hat er nicht mehr, ihm geht das Blut aus. 'Es ist eigentlich ganz leicht ... Man schaut in ihre Gesichter man kann es sehen. Raubtiere, die eine Maske eines Menschen tragen, umgeben von ihren willigen, hungrigen Dienern, den Ghoulen. Immer um Anerkennung bettelnd, immer abhängig vom nächsten Schuss, vom nächsten Tropfen Blut, Extase und Unsterblichkeit. Erbärmliche Anhängsel der Blutsauger. Das was ich wieder sein will.'
'Oh ja ... man kann es sehen, wenn man weiß was man sehen muss und _ich_ weiß wonach ich suchen muss'. Geschickt zieht er seinen Tabakbeutel hervor und dreht sich eine Zigarette, qualmt sie und lässt seinen Kopf nach hinten, gegen die Hauswand sinken und ein leises, humorloses Lachen dringt aus seiner Kehle.

Keine viertel Stunde später tritt er erneut aus der dunklen Gasse in das Nachtleben ein. Er wischt sich erneut über die Stirn und der letzte Rest eingetrocknetes Blut blättert ab, darunter blitzt neue rosige Haut hervor.
 
AW: [21.06.05] Guten Abend ...

Einige Tage später ...

Mulier Samaritan sitzt am Tresen der Kneipe "Zu Michaela's"[sic] und nippt ab und zu an seinem Bier. Vor ihm ist die Frucht seiner Arbeit der letzten zwei Wochen ausgebreitet: Ein zerschlissenes Notizbuch, sechs beschriebene Bierdecke, eine Servierte mit einer groben Skizze des Café de Trois und ein kleiner Schreibblock für Bestellungen von Kneipen und Restaurants, auf dem er im Moment angeregt und konzentriert arbeitet.

Er ist so nah dran. Schon einige male sah er mögliche Vampire. Einmal möglicherweise umringt von den Mitglieder seiner Herde, ein andermal sah er wie ein bulliger Vampir ein womögliches Opfer in eine Gasse führte.

'Brujah?, kritzelt Mulier in Klammern hinter seinen letzten Eindrag. So gern wüsste er mehr, aber er traute sich natürlich nicht, dem Vampir zu folgen - wenn es denn einer war. Vielleicht zeugten die glasigen Augen des Opfern nur von fleischlicher Lust, als sie so bereitwillig in der Gasse verschwand.
Mulier ist vorsichtig, interessiert sich nie direkt für verdächtige Personen und macht generell nur was er am besten kann: Beobachten, Informationen sammeln und Muster erkennen. Es gibt immer ein Muster und immer Wissen dahinter.

Nach einiger Zeit führen seine Bemühungen zu einigen neuen vollgeschriebenen Bögen Papier und einigen alten, die neue Unterstreichungen und Pfeile aufweisen. Mulier ist sich schmerzlich bewusst: Das reicht nicht, er braucht mehr Information - und ihm geht die Zeit aus. Fünf Minuten später ist er wieder in der Nacht auf der Suche.

Out of Character
Es könnte gut sein, dass er bei seinen Nachforschungen über den einen oder anderen nächtlichem Einwohner dieser Stadt stolpert bzw. dieser über ihn, sollte er doch nicht so vorsichtig gewesen sein, wie er meinte gewesen zu sein.
 
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