[12.11.2015]Kneipengang

TR Gomer

Kainit
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7. Oktober 2003
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Kai stand wieder vor der gleichen Kneipe wie vor einem Monat. Kein sichtbarer Unterschied als Kai den Laden betrat.
 
Er würde Falah sofort erkennen, denn diese saß genau am selben Tisch, wie vor 4 Wochen und sah dem Caitiff mit einem Lächeln entgegen.
 
Kai sah den Mann sofort und nahm den gleichen Platz ein wie vor vier Wochen.

"Guten Abend, es freut mich zu sehen daß sie es an einem Stück zurück nach Finstertal geschafft haben, war ihre Reise erfolgreich?"
 
"Guten Abend", erwiderte Falah. "Man könnte sagen, ja, es ist schön, daß es noch mehr Leute gibt, die sich für die Wahrheit interessieren. Nur was diese gefallenen Engel angeht bin ich mir nicht so sicher, was ich davon halten soll, der eine davon hat mir gleich nach 5 Minuten einen Pakt angeboten ud war dann nicht so sehr erbaut, als ich ablehnte. Anscheinend war ich auch nicht der erste, der abgelehnt hat ..."
Er grinste leicht.
"Es fällt da recht schwer einen Unterschied zwischen Engeln und Dämonen zu finden." Er verstummte. "Aber ich langweile sie bestimmt."
 
"Keineswegs, das Thema ist für mich noch fast Neuland. Die Wahrheit, meinen sie damit ihre Gemeinde oder konnten sie erfolgreich Kontakte knüpfen?"

Damit gab es neben der Optik einen weiteren Unterschied zur ersten Begegnung, Kai war nicht offensichtlich bis aufs Tiefste eingeschüchtert. Respektvoll mit einem sicheren Abstand, aber dafür mehr hinterfragend wie er es sich lange Zeit angewöhnt hatte.
 
"Nein, ich konnte Kontakte knüpfen und interessante Gespräche führen, die mich in meiner Meinung stützen", sagte Falah. "Wissen sie, es ist schon interessant sich mit jemandem zu unterhalten, der Dinge, die in den Geschichtsbüchern stehen, am eigenen Leib erlebt hat und nicht daran verzweifelt ist."

Auch wenn er es nicht sagte, Kai hatte den Eindruck der Andere freute sich, dass er offener geworden war.

"Was wollen sie wissen?"
 
"Wissen im Moment nichts, ich wollte ihnen meine Entscheidung nennen. Ich will und ich werde ihnen helfen. Mit allen Konsequenzen. Zu diesem Entschluss bin ich gekommen.."
 
Ich muss hier leider ein wenig warten, weil alle andern noch nicht weiter sind.

"Das freut mich doch, sie machen heute auch einen viel vitaleren Eindruck als das letzte Mal", sagte Falah. "Ich hoffe, die haben nicht zuviel Ärger bekommen. Haben sie Informationen zu ihrer Herkunft erhalten?"
Er hielt kurz inne.
"Wenn sie möchten erzähle ich ihnen, was mit die Engel erzählt haben, die Gott verbannt hat."
 
Zuletzt bearbeitet:
Kai lächelte.

"Der größte Ärger den ich bisher hatte bestand darin, daß mich die reine Menge an Büchern in zwei Bibliotheken fast überfordert hat. Das Gebiet ist Neuland für mich und es steckt noch Arbeit dahinter zwischen Volklore und sinnvollen Informationen zu unterscheiden."

Wobei das eine das andere nicht zwingend ausschloss.

"Ich höre ihnen jederzeit gerne zu. Ausnahmsweise heute auch gerne mit einem Bier. Mein letztes hatte ich vor langer Zeit in München, vielleicht ist der Anlass gut um sich wieder daran zu erinnern."

Danach wurde er kurz ernster.

"Bisher habe ich unsere Begegnung noch niemandem gegenüber erwähnt. Aber anhand der Themen nach denen ich Bücher gesucht habe, könnte es, oder bessr sollte es den Verdacht geben."
 
"Eigentlich ist es schade, daß man so alles unter den Tisch kehren muss", sagte Falah und bestellte dann erstmal 2 Bier für Kai und sich.
"Nun, diese Engel sind der Meinung, sie sind die Guten. Gott hätte nie die Absicht gehabt, den Menschen eine Entwicklung zuzugestehen. Die Engel und nicht Gott hätten alles erschaffen und auch ihre Schöpfung geliebt, doch die Menschen hätten keinen Verstand gehabt und gelebt wie Tiere.
Eines Tages hätten dann Luzifer und andere die es wie er sahen, die Menschen alles gelehrt, was sie brauchten um selbst ein Bewußtsein zu entwickeln und zwar in allen Belangen. Dafür wurden sie dann auch aus dem Paradies geworfen.
Als Gott dessen gewahr wurde, kam es zu einem Jahrhunderte dauernden Kampf, zwischen den abtrünnigen Engeln und denen, die weiter auf Gottes Seite standen. In der ersten Zeit kam es dabei zu keinen Verlusten, doch nach dem Brudermord lernten sie von Kain das Töten, wofür die dann aber wieder rum Kain hassen.
Am Ende verloren Luzifer und die seinen und wurden dafür von Gott in die Hölle, die sie Abyss nennen, geworfen."
Er machte eine Pause.
"Das ist natürlich nur die Kurzfassung, bei den beiden gefallenen Engeln war viel mehr Pathos. So wie es aussieht, wurde wohl Luzifer nicht eingesperrt und hatte im Laufe der Zeit einige seiner ehemaligen Getreuen aus der Hölle beschworen, vor denen haben die anderen Gefallenen, wie sie sich nennen Angst, nachdem nun hin und wieder der eine oder andere aus der Gefangenschaft entfliehen kann.
Sie behaupten nun, sie wollten den Menschen helfen ... so ganz selbstlos wie sie es darstellen."

Er wartete ab und liess die Sätze erst einmal auf Kai wirken, er selber hatte auch lange darüber nachdenken müssen und hatte noch jede Menge weitere Fragen.
 
"Wenn sie möchten, kann ich sicher ein Treffen mit anderen meiner Art organisieren."

Der Ton machte aber deutlich wie ablehnend Kai darüber dachte.

"Theoretisch könnten wir das Thema Schriftrolle mit anderen erörtern, einen Erfolg bezweifle ich allerdings."

Nun kam Kai ins Stottern.

"Da muss ich ganz offen fragen, die Engel oder DIESE Engel?"
 
"Nur, wenn sie jemanden mit offenem Geist finden, dann ja, aber bei den meisten sehe ich schwarz", sagte Falah. "Ich heisse übrigens Jonathan. Wissen sie, ob es ihren Leuten gelungen ist, die Schriftrolle zu entschlüsseln?"

Ein Lächeln.

"Nun, ich meine schon diese Engel, die anderen kenne ich nicht, allerdings weiss ich nicht, was geschehen würde, wenn diese Seite auch auftauchen würde ..." Er schüttelte den Kopf. "Der eine von denen, meinte Gott hätte die Welt vergessen ... wenn man sich die Welt ansieht, könnte man es fast glauben, aber es fällt mir auch schwer zu glauben, daß diese Engel sich mit Hilfeleistung zufrieden geben würden."
 
Beim Zustand der Welt konnte man schwer dagegen argumentieren daß die Welt vergessen war.

"Wenn man einen offenen Geist findet, dann am ehesten in Finstertal. Aber auch das hat seine Grenzen. Zur Rolle habe ich keine Informationen, da werde ich nachfragen müssen."

Engel, er kannte sie nur aus der Bibel.

"Was muss ich mir heute unter einem Engel vorstellen? Entschuldigen sie die Frage, es klingt wahrscheinlich komisch, aber alles was ich bisher über Engel gelesen habe zeigt ein Bild von ihnen das zumindest zweitausend Jahre alt ist."
 
"Halten wir einfach die Augen offen und wenn sie was rausbekommen, dann können sie es mir ja sagen", bat Falah.

"Na, das was dir als erstes bei einem Engel gegenübersteht ist ein Mensch. Sie übernehmen die Körper von Menschen, die gerade gestorben sind oder im Sterben liegen und treten dann deren Leben an. Ich habe nicht ganz verstanden, ob sie keinen eigenen Körper haben oder nur diesen nicht mit in die Welt bringen können, aber wenn sie es wollen, können sie dir ihr wahres Bild zeigen und ja, der der sich mir so gezeigt hatte, hatte riesige weisse Flügel und ein Flammenschwert.

Ich kann sagen, es ist schon sehr sehr beeindruckend, was man dabei empfindet und man glaubt sofort, daß alles so seine Richtigkeit hat, zum Nachdenken brauchte ich schon Abstand und Zeit und die Tatsache, daß die Vampirfrau einige Kritiken hatten, als die beiden Engel gegangen waren."
 
Jetzt schrillten ein paar Alarmsirenen im Kopf von Kai. Er sah sich kurz um und sprach leise weiter, um sicherzugehen daß niemand zu deutlich etwas von Vampiren hörte.

"Es klingt beeindruckend. Aber die Frau macht mir bei der reinen Erwähnung schon sorgen. Können sie mir etwas über sie sagen?"

Es war klar daß er anderen Untoten an drm Punkt nicht richtig trauen konnte.
 
"Es gibt eine Reihe von Personen unter ihren Leuten, die wir ich an der Forschung über die Frühzeit arbeiten", erwiderte Falah. "Sie ist eine davon. Ich habe sie vor einigen Jahren bei einer Ausgrabung in Syrien kennengelernt. Und wenn sie Angst haben, sie hat mich mit irgendwelchem Vampir-Hokuspokus eingefangen, dann ist das Fehlanzeige, das funktioniert bei mir nicht, auch der Trick mit dem Blut funktioniert bei mir nicht."

Ohja, er hatte schon gemerkt, daß Untote da immer sehr kritisch waren, wenn es um andere ihrer Art ging.

"Sie können es gerne ausprobieren, aber ich hatte sie auch gesehen als sie die Schriftrolle gestohlen haben, so deutlich wie jetzt eben. Ich wollte nur kein Blutbad unter den Asylanten anzetteln, da sie nicht alleine waren. Sie können aber auch die Telefonnummer von ihr haben."

Die Sache war als Ausweichmöglichkeit gedacht, wenn es bei den Schriftrollenentschlüsslern nicht weitergeht.
 
Ein Lächeln schlich sich kurz auf das Gesicht des Caitiff, nun war Jonathan der für einen kurzen Moment naive.

"Direkte Kontrolle ist ein Mittel für Personen die den Umgang mit anderen nicht vollkommen beherrschen. Da schliesse ich mich ein. Menschen können auf subtilere Art ähnlich erfolgreich sein und diejenigen die sich über Jahrhunderte entwickeln können, erreichen auch vieles auf natürliche Weise. Kein Vampirhokuspokus, nur natürliche Manipulation. Vergessen sie das eine nicht nur weil sie gegen das andere geschützt sind."

Er griff zum Bier und hielt seines entgegen.

"Prost."

Ein kleiner Biss, Momente des wartens die Jonathan bemerkte und eine angenehme Mischung floss den Hals des Caitiff hinab.

"Und was die Frau betrifft, hätte ich gerne noch weitere Informationen. Auch den Namen."

Es war zu hören daß sich Kai offenbar öfter auf dieser Ebene bewegte.
 
Jonathan lachte. "Sicher und sie sind sich sicher, daß ich sie nicht gerade manipuliere?" fragte er mit einem Grinsen. "Der Name ist Zamira Hazar und steht auf der Karte, sie ist Professorin für Archäologie. Sie und ein Mann, auch einer von euch, ein gewisser Beckett, der für mich irgendwie wie die Vorlage zu Indiana Jones wirkt, haben mit mir zusammen diese Dinge ausgegraben, dann haben wir die Schriftrollen geteilt, jeder eine."

Er nahm einen dünner Ordner aus einer Mappe. Als er sie öffnete, sah Kai Kopien von Papyri.

"Zamira hat inzwischen ihren Teil entschlüsselt und mir Kopien und eine Übersetzung gegeben. Ob alle Schriftrollen das selbe enthalten oder unterschiedliches, weiss ich nicht."

Er wartete. ob Kai ihn um eine Kopie bitten würde.

Die Namen sagen dir garnichts, nie davon gehört, dir war bis jetzt nicht mal klar, daß es Vampire gab, die sich mir sowas abgaben - außer vielleicht irgendwelche Spinner aus dem Sabbat. Also du kannst Hazar und Beckett gerne für Sabbat-Vampire halten. Das Konzept Clans kennt Falah nicht, also hat er da auch nicht gefragt.
 
Der Blick von Kai wurde mit den neuen Informationen deutlich ernster, ihm kam mehr und mehr die Tragweite des ganzen in den Sinn.

"Daraus ergibt sich jetzt ein potentielles Problem. Es gibt nach meinem Wissen wenige unter uns die sich mit solchen Dingen beschäftigen. Die Thematik und vor allem die aktive Suche werden meistens mit einer gesellschaftsfeindlichen Gruppierung in Verbindung gebracht. Ich kann ihnen dazu nichts genaues sagen, auch ich kenne mich dabei nicht aus. Sollten diese beiden Personen zu dieser Gruppe gehören würde es große potentielle Probleme bedeuten. Vor allem wenn sie im Kontakt mit mächtigen Wesen stehen."

Und er bemerkte noch etwas.

"Ich fürchte dieses Wissen kann ich nicht für mich behalten."

Eine kurze Denkpause zeigte daß er etwas abarbeitete.

"Drei Personen mit je einer Schriftrolle. Sagten sie nicht zwei Rollen wären in der Stadt? Ist damit eine der Personen ebenfalls hier?"
 
"Nein, ich sagte, mindestens 2 der Objekte, die wir mit den Schriftrollen in Verbindung brachten, befinden sich in der Stadt", korriergte Jonathan. Er war sich zwar sicher gewesen, es richtig gesagt zu haben, aber so sicher war er sich dann doch nicht.
"So wie ich das sehe, wird keiner der Beiden in der nächsten Zeit in die Stadt kommen. Professor Hazar sprach von einer Ausgrabung in der Türkei, zu der sic mich auch eingeladen hatte.

Es bleibt natürlich ihnen überlassen, was sie mit den Informationen machen, aber schieben sie es hinterher nicht auf mich."
 
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