[10.5.08] Was vom Menschen übrig bleibt.

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Still sein... Na klar, Dämlack. Als ob sie bei Einbrüchen immer laut schreiend herum lief. Zum Glück drehte er sich schon gleich um um rein zu gehen und so konnte sie getrost die augen verdrehen. Aber warum machter der Idiot kein Licht, oder hatte er daran nicht gedacht? Julia folgte ihm. Als sie in das Gebäude eintrat, war es fast eine Wohltat. diese elende Müdikeit wich endlich von ihr und es blieb nur noch die Paranoia, die das Gebäude auslöste. Haha, was für eine Erleichterung. Öh.. was für ein Meckerkopp bitte? Und was hatter er ihm gesagt?! Manchmal waren ihre Clangefährten einfach unerträglich unklar. Einige ihres Clans hatten doch recht offensichtlich mit ihrer geistigen Gesundheit zu kämpfen, so wie es die anderen Clans es immer argwöhnten. Wie gut, dass Julia nur mit diesen Vorurteilen spielte. Aber es war schon nervig, manchmal wenn die Leute in ihrer eigenen Welt gefangen waren und nur noch sie selbst sich verstehen konnten.

Derweil trug Julia ihren Rucksack kurz nur auf einer Schulter und zuppelte an ihm herum. Wie es sich für einen vernünftigen Einbrecher gehörte, wusste sie genau, wo sie was verstaut hatte und so brauchte sie nicht lang für ihr Vorhaben. Sie tickte König an und hielt ihm eine der beiden Taschenlampen mit Rotfilter hin. Sie hatte keinen Bock sich selbst blind zu machen, aber sich hier im Finsteren zu orientieren, war das wirklich notwendig? Und der Rotfilter würde sie beide vor dem gröbsten Schützen. Sie machte ihr Licht aber nicht als erstes an. König musste entscheiden, was das anging, denn er war schon mal hier gewesen und nicht sie. So lang das Licht jedoch aus war, legte sich eine ihrer hände auf seine Schulter. sie hatte keinen Bock, ihn zu verlieren oder über etwas zu stolpern, nur weil sie nichts sah.
 
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Plötzlich schlug die Eingangstür zu.
Es gab einen schrecklich lauten Knall der einem das Herz in der Brust hätte stehen lassen können, wenn dieses verfluchte Ding nicht eh schon vor Jahren seinen Dienst quittiert hätte. Danach war es wieder absolut still, nach dem Lärm zuvor -auch wenn er nur sehr kurz zu hören war- eine beinahe erdrückende Ruhe. Es war wie das unangenehme Schweigen zweier Verliebter beim ersten Date, die unbedingt etwas sagen wollten, denen aber vor lauter Verkrampfung nichts erwähnenswertes einfiel. Urplötzlich erklang das Geräusch schwerer Schritte. Ihr Ursprung war beim besten Willen nicht auszumachen. Sicherlich deshalb, weil es keinen gab.
Aber auch dieses Geräusch verging...

Sekunden vergingen...
Minuten...

Eine Stimme in Julias Ohr.
Sehr leise nur und die eines kleinen Mädchens.

"Der Meckerkopp! Hihihi...."

Keine Ursache! Keine Wesen in der Nähe, kein Gespenst! Nur Dunkelheit.
Irgendwie kam den beiden Kainiten das rot ihrer Leuchten plötzlich sehr unheilvoll und fehl am Platze vor.

Jemand strich durch das Haar der Frau.Vorsichtig!
Beinahe bedächtig....

"Oller Meckerkopp!"

Stille!
 
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Julia zuckte zusammen. Zwei Mal. Als die Tür zu donnerte, fuhr sie richtig zusammen und dazu auch noch herum und leuchtete die Tür an. Nein, dort war nichts weiter, nur die Tür war zu gefallen. Und dann arbeiteten sie sich weiter in das Gebäude vor. Kurze Zeit schien es fast normal, bis sie diese Stimme hörte.

Nun, für einen Malkavianer war es nicht so fürchterlich ungewöhnlich Stimmen im Kopf zu hören und so erschreckte es Julia nicht all zu sehr. sie nahm es einfach hin und sah sich nur aufmerksam um. Nebenbei achtete sie selbstverständlich auch noch immer auf ihren Ring. Nein, es war das Streichen durch ihr Haar, was sie zum zweiten Mal zusammen zucken ließ. Weniger dieses Mal aber nichts desto Trotz erschreckt, weil die Bewegung so plötzlich kam und sie Zeit brauchte um zu realisieren, dass es kein angriff war sondern eine... liebe Berührung.

"Libby, bist du das?", fragte Julia in die Luft. Sie flüsterte nicht, sprach aber leise. König war ihr mal so was von egal. Leise sein. Pah. Er konnte ja weiter schweigen, wenn er wollte. Vollidiot! Bemerkt worden waren sie ja offensichtlich schon. Und wer zum Teufel war der Meckerkopp?!
 
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Er erkannte die Stimme, ohne Zweifel war sie es. Diesmal hatte sie es wohl vorgezogen ihre neue Spielgefährtin zu ärgern. Das Zucken von Julia registrierte König nur am Rande, es war keine Zeit darüber zu lachen, zu ernst war die Lage. Aber es schien so als ob sie sich dieses Mal Julia ausgesucht hatte um sich ihr zu zeigen, so wie ihm bei seinem ersten Besuch, also überließ er ihr erstmal die Worte. Natürlich war es Libby, wer sonst? Es war wie er es kannte, sie waren ständig beobachtet.

Kannst sie auc h einfach fressen

Aber so einfach würde es Libby sicher nicht machen und ihm die Arbeit abnehmen, die Freude. Es wäre schon wieder so einfach wenn nicht auch noch die Arbeit rufen würde.
 
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Das Haus, der Flur, die Zimmer!
Sie alle lagen in völliger Stille da.
Minutenlang war überhaupt nichts zu hören.

Dann plötzlich strich eine Hand über die Wange von König. Unsichtbar, zärtlich und klein.
Die Worte die er hörte waren sehr leise gesprochen. Ein Flüstern nur, das sanft in sein Ohr gehaucht wurde.

"Wer ist die Frau? Deine Frau?"

Wieder Stille. Anscheinend interessierte sich das Mädchen nicht für die Antwort Königs.

Oder sie hatte darauf einfach nichts zu entgegnen.
Wenn man nur wüsste ob man ihre Reaktion positiv oder negativ verbuchen sollte...

Erneut das Flüstern, diesmal jedoch laut genug, dass auch Julia die Worte verstand.
Die Stimme des Mädchens war gedämpft, doch noch immer glockenhell und beinahe lieblich.

"Weißt du denn nicht wie gefährlich es hier ist? Ich habe dich doch gewarnt Dummkopf! Onkel Mottek weiß das du hier warst und er ist sehr sehr böse auf dich! Du hättest SIE nicht mitbringen dürfen. ER mag es Mädchen weh zu tun! ER liebt es, wenn sie schreien! ICH kann nicht helfen, denn ich gehe nie nach oben..."

Ein leises Weinen setzte ein, dann plötzlich erschien das Mädchen.
Wie es schien hatte sie sich vor dem bösen Onkel aus dem Obergeschoss geschützt, denn sie hielt ein Messer in Händen. Blieb zu hoffen das die Waffe wirklich ihm galt und nicht den beiden Besuchern...
 

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Welch unerwarteter Glücksfall

Die Hand die über sein Gesicht strich konnte ihn nur innerlich zusammenzucken lassen und selbst das nicht mehr so sehr wie beim ersten Mal. Es war besser als erwartet, er musste Julia nicht einmal anbieten, Mottek würde sie sich vielleicht einfach so nehmen. Es klang so gut, zu gut, aber mit den Händen die wieder leicht zu zittern begannen bemerkte er nichteinmal das sie ihm vielleicht auch nur das sagte was er selbst hören wollte weil es seine Arbeit so viel einfacher gestaltete. Erst ihr Anblick wirkte wieder verstörend. Ein Anblick der Unschuld und Freude beinhalten sollte, der aber von einem reinen Überlebenskampf geprägt schien. Aber nicht nur für sie ging es um das Überleben.

"Wir haben unsere Wahl bereits getroffen. Ich brauche das was ich suche, wenn ich es nicht finde macht es vielleicht keinen Unterschied ob ich hier sterbe oder nicht, weil mir der Tod sicherer wird als ohne das Buch."
 
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"Böses Buch!"

Die Stimme war mehr als ein bösartiges Fauchen.
Viel mehr! Und es war wahrhaft beängstigend!!! Zum ersten Mal war deutlich herauszuhören, dass wesentlich mehr hinter der kindlichen Fassade steckte. Egal ob die beiden es wollten oder nicht, ein eiskalter Schauer lief ihnen über den Rücken den sie bekamen einen sekundenhaften Einblick in das Wesen eines Geistes der eben nicht bloß lieb und nett war.

Dann war Libbiy wieder das kleine Mädchen mit dem blutverschmierten Kleidchen, den verfilzten Haaren und dem bedrückend scharf wirkendem Messer in der Hand. Sie lächelte fröhlich und ihre pupillenlosen Augen blitzten verschmitzten auf.

"Onkel Mottek wird es nicht gefallen! Wenn es aber so wichtig ist wie du sagst, dann geh hoch und lass dich töten! Ist vielleicht gar nicht schlecht! Viele die in diesem Haus sterben, bleiben an diesem Ort. Für immer! Das macht langweilig! Vielleicht kommst du mich besuchen wenn du tot bist- so richtig mein ich- und wir spielen dann zusammen. Ich habe tolle Puppen und wir könnten tanzen."

Ihr Blick fiel auf Julia.

"Ich weiß aber noch nicht ob du die da mitbringen darfst! Sie ist komisch und ich mag sie nicht...!"

Stille kehrte ein.
Die Projektion (wie sonst sollte man eine derartige Erscheinung nennen...) des Mädchens verschwand und alles war wieder ruhig, still und dunkel.
Dann ein langgezogener Satz, so als würde die Sprecherin sehr schnell zwischen den beiden Kainiten hindurchfliegen.

"Habt ihr geknuuuuutscht?"
 
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Mottek mag mich nicht. Du magst mich nicht. Seid ihr nicht doch auf die eine oder andere Art verbunden oder gar eins? Julia tat vor allem eines: Sie hielt die Klappe. Das waren ja rosige aussichten. Der 'böse' Geist würde wohl mehr auf sie los gehen als auf Steffen. Hatte er das gewusst? Einkalkuliert? Das Mädchen war schaurig als sie erschien und Julia konnte nicht verhindern, dass andere Erinnerungen in ihr hoch blitzten. Sie schloß ihre Augen und versuchte sie zurück zu drängen. DIE HATTEN HIER NICHTS ZU SUCHEN! Sie war etwas älter gewesen als dieses Mädchen. Aber sie hatte sich genau so seelenlos gefühlt, wie das Mädchen jetzt aussah. Oh, aber natürlich besaß es eine Präsenz oder eine Seele oder wie immer man es nennen mochte. Sie sah nur nicht danach aus. Mit Mühe und Not gelang es Julia, die Bilder des Krieges zurück zu drängen, in denen ihr mehr als einmal Gewalt angetan worden war. Vom Johlen unter den Augen anderer und großer Brutalität bis hin zu fast Zärtliochkeit und dem Flüstern eines Namens, der nicht der Ihre war, war alles dabei gewesen. Am anfang hatte sie sich noch gewehrt. Später hatte sie nur noch ertragen. Wenn es ging. So war es leichter. Wenn sie sich nicht wehrte, war sie weniger verletzt worden. Meistens. Nicht immer.

NICHT HIER!

Julia unterdrückte ein Knurren, schüttelte aber ihren Kopf um ihn wieder klar zu bekommen. Nein, nicht hier. Kalte Wut in ihrem Bauch. Sie konnte sich heute besser wehren als damals. Heute würde sie es nicht zu lassen. Und König tat gut daran, sie nicht im Stich zu lassen. Wenn dieses Wesen zu mächtig war, dann würde er auch untergehen. Dafür würde sie sorgen!

"Nein, haben wir nicht.", sagte Julia leise. "Wir haben wirklich keine Wahl. Ich habe heute versucht die Stadt zu verlassen und es ging nicht." Sie versuchte gar nicht erst, das Mädchen zu umschmeicheln. Wenn die Kleine sie nicht mochte, konnte sie wohl wenig dagegen tun. Aber was meinte sie verlucht noch mal damit, sie sei komisch? Immerhin war sie eine der wenigen aus ihrem Clan, die zu vernünftigen Gedanken fähig war...
 
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Helles Kindelachen.

"Dann lauf halt und werd nicht alt, dann lauf halt und werd nicht alt, dann lauf halt und werd nicht alt..."

Sang das Mädchen fröhlich und unsichtbar vor sich hin.
Dann urplötzlich kehrte wieder Stille ein.
 
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Faszinierend, es schien als wäre König hier der beliebte Gast gewesen. Für eine Sekunde versuchte er abzuwägen welcher Tod wohl schlimmer war, der der draußen in dieser Nacht auf ihn wartete, der der kam wenn Kain sich erhob oder der der ihn ewig an dieses Gebäude binden würde. Er hatte keine Wahl, aber die hatte er nie gehabt. Die Bücher waren nun nicht mehr seine größte Sorge, Mottek konnte eine echte Gefahr werden. Aber bestand vielleicht die Möglichkeit das sie einen echten Tipp gab wie man sich retten konnte aus der Stadt? Vielleicht etwas für Julia, er sah zu ihr hin.

"Dann nehme ich an das du mitkommst."

Er setzte dazu an weiterzugehen, sah dann zu Libbi.

"Zeig mir bitte nochmal den Weg zu Onkel Mottek."
 
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Das fröhliche Lachen wechselte zu einem hellen Schluchzen.
Plötzlich erschien das Mädchen wieder. Sie sah alles andere als glücklich aus.

"Dann komm!"

Sie tat so als nähme sie König bei der Hand -in Wirklichkeit stand sie gut einen Meter von ihm entfernt- und zog sein imaginäres Ich hinter sich her zu einer Treppe die nach oben führte. Vor der ersten Stufe blieb sie stehen und sah die beiden Kainiten trotzig an. Langsam schüttelte sie den Kopf.

"Hier müsst ihr hoch! Im Flur ist eine Dachluke. Über die müsst ihr nach oben auf den Dachboden steigen. Dort liegt das Buch das ihr sucht. Ich weiß es von früher.... Seid ihr oben, wird euch Onkel Mottek nichts mehr tun. Er verlässt die erste Etage nicht. Wie ihr aber wieder runter kommt, ich meine ohne das er euch etwas tut, weiß ich nicht?"

Sie stampfte zur Bestätigung ihres Kopfschüttelns mit dem Fuß auf die Erde.

"Und ich gehe NICHT mit!"
 
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Waren die Geister oder die Ernscheinungsform des Geistes je auf einen bestimmten Bereich beschränkt? Mit Pech würde sie es bald nur all zu genau heraus finden, aber so weit war es noch nicht. "Das würden wir auch nie von dir verlangen.", sagte Julia leise und sanft. Eher verdienst du es, dass wir dich beschützen! Libby einer Gefahr auszusetzen war etwas, was Julia nur sehr schwerlich tun würde. Das Mädchen sah alles andere als allerliebst aus und doch hätte Julia sie nur zu gern in den Arm genommen und einfach getröstet. Einfach nur da sein, um das Leid der Kleinen ein wenig zu mildern. Wie bei dem Baby vorhin, war es einfach irgend eine Art von Isntinkt, die da übernahm. Aber statt zu handeln traff Libby nur ein seltsam trauriger Blick. Dieses Kind hier war älter und sie hatte bereits gesagt, was sie von Julia hielt. Sie würde ihr keine Berührung aufzwingen genau so wenig wie sie versuchen würde, das Mädchen mit nach oben zu zwingen. Ob sie dazu überhaupt eine Möglichkeit hatten, war eine andere Sache, an die Julia gerade gar nicht dachte. Die Kleine schien Angst davor zu haben, also fürchtete sie wohl eine Möglichkeit. Aber es war auch gleichgültig. Sie würde sich diesem Mädchen nicht aufzwingen, obwohl sie das Gefühhl hatte ihr Herz würde schreien.

Scheinbar hatte sie eine Schwäche für diese kleinen, schutzlosen Wesen. Viele waren ihr bisher nicht begegnet, seid sie Kainit war. Das hatte sie jetzt raus finden dürfen. Ihre Mundwinkel zuckten kurz hoch in einer traurigen Imitation eines Lächelns.

Mottek mochte also Frauen besonders wenig. Sie ließ König den Vortritt beim Hoch gehen. Sie selbst suchte also das gleiche Buch wie er? Interessant.
 
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Das Mädchen streckte Julia die Zunge raus.

"Du kannst auch gar nichts von mir verlangen! Ich bin nämlich viiiel stärker als du!"

Trotzig verschränkte sie dabei die Arme vor ihrer Brust, gekonnt hielt sie dabei das scharfe Messer vom Körper fern. Dann verblasste das Bild und das Mädchen war verschwunden. Dafür waren in der oberen Etage jetzt deutliche Schritte zu hören. Den Geräuschen nach waren es schwere Stiefel die an den Füßen eines großen schweren Mannes steckten...

Wurde sie erwartet?
 
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"Dann kann der Spaß ja losgehen."

König folgte Libby und schien Julia für einen Moment erstmal zu ignorieren. Er zweifelte im Innern nicht dran das Libby stärker war als sie wirkte, er traute ihr deutlich viel zu. Diese Tür, für einen Moment schien sie mehr zu sein. Die Treppe schienen länger und größer zu werden je näher er ihnen kam, oder wurde er nur kleiner? Der Boden wirkte etwas näher, aber er ging aufrecht, es konnte nur an den Treppen liegen. Sie zogen sich in die Länge, wurden größer und breiter, als König bei ihnen war musste er sie fast hochklettern. Er hob den Fuß, weit, weiter nach oben um überhaupt auf die ersten Stufe zu kommen. Schritt für Schritt kam er der Türe näher die wirkte wie das Tor zu einer Festung. Endlich angekommen überragte sie ihn, die Schritte dahinter wirkten für einen Moment wie eine ganze Armee, es blieben aber nur einzelne Schritte. Er sah zu Julia.

"Bereit?"

Alles andere schien er komplett auszublenden, dann drehte er sich wieder zurück. Moment, die Treppen, sie waren wieder alle ganz normal. Als ob der Weg weg von der Tür einfacher war als der weg zu ihr. Das Tor war ebenfalls wieder so groß wie zuvor, einfach nur eine Tür. Seine Hand ging zum Türgriff, er wartete nur auf die Antwrot von ihr. Und seine Hand zitterte immer noch.
 
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Der Trotz von Libby schummelte noch mal ein müdes Lächeln auf Julias Lippen. Ja, der Geist konnte sicher so einiges anstellen und sie hatte wenig um ihn zu fangen. Die Kleine hatte einfach recht. Aber der wichtigste Unterschied war doch, dass sie gar nichts von Libby verlengen wollte, selbst wenn sie könnte. Pffft. Bereit. Bereit wozu? Zum Stelldichein mit Mr. Arschloch in groß und kräftig? Never ever. Die Schritte klangen schon nicht berauschend. Ob sie es schnell nach oben durch die Luke schafften? Oder würde schon das schwer werden?

"Auf zum Tanz, Darling."

Ob sie damit jetzt Mattek meinte oder König wusste sie noch nicht mal selbst. Aber sie war von grimmiger Entschlossenheit erfüllt. Opfer war sie früher. Heute war sie keine leichte Beute mehr. Dem aufmerksamen Beobachter mochte auffallen, dass Julia trotz all der Gewalt erstaunlich handlungsfähig blieb. Da war nicht s zu sehen von ihren ängstlichen Allüren, die sonst so häufig zu sehen waren.

"Aber lass uns schnell tanzen."
 
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So steil und weit die Treppe auch immer wirkte, sie war schnell bezwungen. Oben angelangt führte sie direkt in einen querverlaufenden Flur der zu beiden Seiten hin vier Türen aufwies. Direkt über ihnen befand sich günstigerweise bereits auch schon die Klappe zum Dachboden. Klappte man diese nach unten hin auf, konnte eine Leiter ausgeklappt werden mit der man dann direkt nach oben gelangte. Bis hierher war die Sache um einiges leichter, als gedacht. Nun nur noch klappen und schnell weiter emporgestiegen.

Plötzlich aber drang ein angsterfülltes Stöhnen ans Ohr der beiden Kaniten. Es hörte sich an, als würde es von jemandem ausgestoßen der geknebelt und gefesselt war. Aber konnte dies sein? Konnte diese verlassene Bibliothek einen gefangenen Menschen beherbergen? Wo doch alle Menschen irgendwie geistig stark beeinträchtigt wirkten? Aber konnte... drufte man einen hilflos wirkenden Gefangenen einfach so ignorieren. Ihn quasi schulterzuckend seinem Schicksal überlassen?

Aber was war mit Onkel Mottek?

Das Stöhnen ließ nicht nach.
Im Gegenteil, es schien immer angsterfüllter zu werden...
 
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Es war einfach, zu einfach, aber der Weg lag frei vor ihnen nachdem König die Tür geöffnet hatte. Schritt für Schritt fand er den WEg im Licht der roten Lampe.

Da muss noch ein Haken dabei sein

Er griff nach der Klappe für die Dachluke und öffnete sie. Da war sie, die Leiter die ihn ans Ziel führen würde, seine Hand griff danach, blieb dann aber in der Luft stehen.

Was geht hier vor?

Er hörte Klänge die es hier nicht hätte geben dürfen. Vom Menschsein war er schon ein Stückchen abgekommen, eigentlich weit genug um sich nicht dafür zu interessieren wenn jemand ein Ende fand. Aber das hier war mehr. Seine Hand ging wieder näher an die Treppe.

Moment

Es wurde mehr, mehr Angst die aus dem Geräusch zu hören war. Demonstrierte hier jemand auf diese Weise seine Macht? Das Ziel war kurz vor den beiden, sein Ziel. Halt, langsam wand sich eines der Worte von LIbby in sein Gehirn, BEIDE hatten dieses Buch als Ziel. Das machte die Sache nun interessanter. Die Auftraggeber setzten mehrere Leute auf das Zielobjekt an. Vorrausgesetzt dem Fall das beide den gleichen Auftraggeber hatten konnte man davon ausgehen das sie wussten das es gefährlich genug war das der Auftrag mit einer Person nicht gesichert erfüllt werden konnte. Aber noch war ihnen nichts passiert.

Denk nach alter Suffkopf, denk nach

Bisher hatte sich Mottek nicht gezeigt. Libby nannte nur die Gefahr wenn sie versuchen würden vom Dachboden runterzukommen, nicht die Gefahr auf dem Weg hoch. Konnte das einen Grund haben? Die Hand wich von der Treppe zurück. Gab eventuell erst das Entfernen des Buches Mottek die Möglichkeit zu handeln? Und immer noch dieses Stöhnen. Etwas in ihm zerrte ihn dazu herauszufinden was dem Mann angetan wurde, allein um es selbst jemand anderm anzutun. Er sah zu Julia, deutete so gut er konnte im schwachen Licht auf sein Ohr ,drehte dann den im Kreis um in alle Richtungen zu zeigen und zuckte dann Fragend mit den Schultern.
 
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Julia und König hatten heute die getauschten Rollen. König schien normaler Weise das abgewichste Arschloch zu sein, dass von nichts berührt wurde, innerlich jedoch zerfressen war. Julia sah man an der Nasenspitze an, wie viele Dinge sie berührten und beeinflussten und ebtsprach immer nur zum Teil der Wahrheit. Ihr wahres Gesicht war zwischen einer Vielzahl von Masken versteckt und altruistisches Verhaltwen kannte diese Frau so gut wie gar nicht.

Hieß es nicht, Finstertal würde jeden verändern? König gewann mehr Härte und Julia wurde an ihre Ursprünge heran geführt, wie wenig sie es sich selbst auch eingestand. Natürlich hörte sie das Stöhnen! Sie musste den Impuls unterdrücken sofort in die Richtung vor zu gehen. Nein, sie würde sich nicht davon Ablenken lassen und Weichheit zeigen! Nein! Dabei kroch immer mehr Wut in Julia hoch. Mottek war schon längst zum Ziel ihrer Übertragungen geworden, obwohl sie ihn noch nicht einmal gehört, nicht einmal gesehen hatte. Die Stimmung des Hauses, Libby, vor allem ihr Anblick, aber auch das, was sie sagte und die schweren Schritte, die sie gehört hatte, hatten dafür gesorgt. Und nun dieses Stöhnen. Ihre Wut war heiss und kalt Aber sie musste Acht geben. Die Wut durfte nicht zu heiss glühen. Das veranlasste zu unbedachten Handeln. Also vertraute sie nicht mehr so sehr auf ihr eigenes Urteil. Suchen, befreien, Widerstand. Sondern sie ordnete sich König unter. Wo er hin ging, würde auch sie hin gehen. Ruhig Blut.

Aber auch er war neugierig geworden, fand, dass man handeln musste. Als er sich zu Julia umdrehte, sah er nur, wie ihr Mund zu einem flachen Strich zusammen gekniffen war. Sie nickte knapp zum Einverständnis und versuchte aus zu machen, aus welcher Richtung das Stöhnen kam um ihm zu folgen.
 
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Der Ursprung des Stöhnens war gar nicht so weit entfernt. Wenn man dem Flur in seiner nach links verlaufenden Richtung nachging, war es die erst Tür auf Seiten der Treppe. Von Julias Standpunkt aus keine drei Meter entfernt.

Das Stöhnen ging in ein von Verzweifelung getragenes Schluchzen über.
Ihm zuhören zu müssen, konnte nur als Herzerrreissend beschrieben werden...
 
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Julia hielt noch einmal inne. Ihr war noch etwas eingefallen, denn vollkommen blöd war sie nicht. Sie verzichtete darauf, sofort zu der Tür zu laufen trotz ihren Instinkten, die sie dort hin zogen. Statt dessen beschäftigte sie sich kurz mit der Tür in das untere Geschoß. Panzertape verklebte kurz darauf den Riegel der Tür, so dass sie nicht ins Schloss fallen konnte. Die zufallende Eingangstür im Erdgeschoss machten so was wohl notwendig. Wie viele Geisterfilme gab es, in dem zuvor offene Türen plötzlich verschlossen waren? Paranoia war manchmal auch hilfreich. Zusätzlich hinderte ein Paket Taschentücher die Tür daran sich überhaupt ganz in ihren Rahmen zurück zu ziehen. Sicher, beides konnte einfach entfernt werden, aber ein schlichter Windstoß würde wenigstens nicht reichen.

Erst dann ging sie zu der Tür und stellte sich neben ihr auf. Sie zog ihre Pistole und wie man es in diversen Krimis sehen konnte, stützte auch sie die Waffe mit dem Handgelenk der Hand ab, die die Taschenlampe trug. Die Hand mit der Taschenlampe bewegte sich zum Türgriff und ihr Blick suchte König. Und? War er bereit gleich in die offene Tür zu gehen und heraus zu finden, was dahinter lag?
 
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