Eure skurrilsten, lustigsten oder ungewöhnlichsten Charaktere

Chrisael

Gott
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10. November 2008
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Zur Zeit spielen wir ja das neue Warhammer Fantasy. Beim Charakterbau hab ich einen Rattenfänger ausgewürfelt (übrigens eine ziemlich valide "Klasse" wie ich finde). Ich hab mir dann lange überlegt wie ich den darstellen will.
Ich wollte beim Thema Rattenfänger bleiben und nicht den verträumten Junghelden spielen der zwar Rattenfänger ist aber ein großer Abenteurer oder Ritter werden will.

Also dachte ich mir es muss was prolliges werden, mit derben wiener Slang und Attitude, ein bissi was von einem Strizzi, jemand der sich schnell aufregt und schnell rumschreit. Ein Drangla (also Alkoholiker) und jemand der alles mögliche durch die Nase zieht. Der braucht halt schon mal öfters seine Apa und Dauna (Upper und Downer). Und vor allem jemand der stolz ist ein Prolo und Rattenfänger zu sein. XD

Als Vorbild hab ich mir dann den Schorsch genommen, ein Strizzicharakter aus den Filmen "Nacktschnecke", "Contact High" und "Hotel Rock`n Roll" der dargestellt wird von dem grandiosen in Deutschland vermutlich wenig bekannten Georg Friedrich.

Ich muss sagen der Charakter macht mir so viel Spaß wie schon lange kein anderer Charakter mehr. Mit den kann man ein bissi seine grindige Seite ausleben. XD

Und damit ihr ein besseres Bild bekommt, hier "best of Schorsch":


 
Mhm, meine skurrilsten Charaktere sind wohl die folgenden beiden:

Shadia, der Zirkus Gnoll, als Welpe von einem Söldner während der Gnollkriege als Maskottchen erbeutet und nach seinem Ruhestand als Rausschmeißer beim Zirkus dort als Kuriosität aufgetreten.
Sie ist (mit nunmehr 7 Jahren schon längst ausgewachsen, sehr zum Unmut ihres 9-jährigen, menschlichen Ziehbruders) eine hübsche und kunstfertige Bardin und totale Optimistin (meistens), flirtet viel, und hat sich mit etwas angesteckt, was zu schwer kontrollierbaren Verwandlungen in einen Menschen führt. Manchmal leidet sie unter dämonischer Besessenheit, ist halt ein Gnoll. Zieht mit einer halbelfischen Paladin (da geht bestimmt irgendwann was!) und einem Halboger Krieger umher.
Ich habe für sie extra ein Soundboard am Start mit Hyänenlachen und verschiedenen kurzen Oud-Melodien.
Sehr redseliger Charakter, und sehr freundlich. Macht aber auch viel über Ohrhaltung und Schwanz.

Lucia Zapatero i Garcia, die katalanische Mujere Libre die nach dem Spanischen Bürgerkrieg von Sektion M rekrutiert wurde, inzwischen Gralsritterin ist, und den antifaschistischen Kampf nun gegen Nazis und schwarze Sonne führt. Ausgesprochen gute Schützin, kann auch mit Sprengstoff umgehen.
Relativ offen lesbisch, interessiert an Philosophie und literarisch tätig. Schrieb ein existentialistisches Buch über ihre Gespräche im Limbus (wo sie ein halbes Jahr in ihrer Wahrnehmung festsaß.).
Das Buch raubt leider Stabilität und kann daher nur gekürzt erscheinen.
Sehr fatalistisch und erstaunlich gemein.
Flirtet zudem mehr als die Bardin.


Ich habe viele coole SCs, aber die sind bei weitem am Skurrilsten und aktuell am unterhaltsamsten. :D
Da verblasst sogar meine Ödland-Sniper-Teenagerin mit der Jugend im Zwangsarbeiterlager und dem dennoch romantisch naiven Blick auf die Welt :D
Und auch Berserkerin, oder die Heckenzauberin die ihre Magie verbirgt indem sie zur Axt greift, oder die taxifahrende Veteranin mit der Suchtproblematik sind dann doch weniger skurril.
 
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Meine Chars sind hauptsächlich sehr ernste Typen mit eher negativem Hintergrund gewesen. Das lag bestimmt auch an Systemen wie SR, logo. Es gibt Systeme, wie in der Welt der Dunkelheit, wo praktisch jeder Char ein Freak ist oder, wie in Cthulhu, wo jeder irgendwann einer wird. Da kommt man garnicht drum herum. Auch Fate hat ja mit dem "Trouble" eine sehr coole Regel mit eingeführt, die man eventuell vorher auch schon von Cortex kannte. Teilweise ist es bei Fate Accelerated so krass, man kann dort alles spielen; denn die Werte selber bleiben ja die gleichen - bis auf Stunts. Früher war das anders. Das Problem ist halt, in einem System und Setting, das so eine Auswahl nicht unterstützt, gehen solche Figuren meist schnell unter. Häufig sind es schon einfache Dinge, die in solchen strengen Systemen für jede Menge Aufsehen sorgen können - eine andere Hautfarbe, andere kulturelle Herkunft oder auch eine queere Sexualität.

So hatte ich mal einen Schwarzmagier in Rolemaster, der nach seinem Tod ein Lich werden sollte. Das ging in der Gruppe überhaupt garnicht. Anfängerfehler.

Ich hatte in den Achtzigern mal einen blonden, homosexuellen Barden in Midgard gespielt, der nicht nur mir Freude bereitete.

In Chroniken der Engel gab es einen Urieliten, der die Michaels Stimme für die von Gott hielt - war halt seine Macke und sorgte immer wieder für Lacher.

Ein Hobbit natürlich, der an einer Oase ein Wasserhändler gewesen ist, Wasser verteilte und gleichzeitig die "lebendige Zeitung" war, den Klatsch weiter verbreitete, den er hörte. Das war Fate in einer generischen Fantasywelt und lief besser als erwartet.

Ein anderes positives Negativbeispiel war ein Muttersöhnchen in Shadowrun, dass von seinen Eltern während des Runs angerufen wurde und tierische Probleme mit Verbrechen hatte - war zwar für alle Beteiligten lustig, ging aber im Endeffekt nicht. Ich habe dann zu einem Typen gewechselt, der mit Hygieneproblemen, tierisch verkramt und vermüllt gelebt hatte.

Oder noch eine Geschichte von einem Daywalker in Vampire, der dann vom Meister so dermaßen an die Kandarre genommen wurde, dass ich auf einen schwarzen Nosferatu-Antitribu-Spatenkopf gewechselt hatte, der vom Sabbat gezeugt, in der Camarilla unterzukommen versucht hatte.

Fazit: Es kommt sehr stark auf die Gruppe, den Spielleiter, das System und Szenario an, wie "schräg" diese Vögel werden dürfen. Es gibt unspielbare Chars, aber wenn man den richtigen "Ton" findet, können diese dann zu Lieblingen heranwachsen.
 
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Auf einer Con, in einer spontanen Runde DnD 3.5, sollte jeder Mitspieler einen bescheuerten Nachteil auf einen kleinen Zettel schreiben und diese wurden unter den Mitspielern verteilt. So kam ich zu einem inkontinenten Alkoholiker-Mönch. Da es von Anfang als Quatsch-Runde ausgelegt war (und ich den Alkoholiker-Part durch perfektes Method Acting umgesetzt habe), war das okay für mich.

Ansonsten ist das nicht mein Metier.
 
DAs erinnert mich gerade an einen SR Charakter von mir. Spielte in Wien und mein Charakter war auch ein Wiener. Der Charakter war aber ein wenig Schizophren und glaubt ein verloren gegangenes Kind eines japanischen Ninjaclans zu sein. Er stellte auch Nachforschungen in diese Richtung an und belästigte allerlei Leute damit. Er war Körperadept, tatsächlich auf Ninja getrimmt, und kletterte mit seinen Geckotapehandschuhen gerne herum. Seine erste Initiation ging schief. Er wollte so eine Askesemeditationding durchziehen und dafür beschloss er einen ganzen Monat ohne Kleidung auf der Straße zu leben allerdings schwarz getarnt. Als Tarnfarbe kam er auf die grandiose Idee schwarze Schuhcreme zu benutzen (fragt mich nicht was ich mir dabei gedacht habe, ich war wohl voll in meinem Charakter drinnen XD ). Und nach einer Woche musste er die Initiation beenden weil er fürchterlich juckende Pusteln bekam. XD Das ganze hat sich auch irgendwie auf der Straße herum gesprochen wodurch er den Straßennahmen "Der Molchmann" bekam. XD
 
DAs erinnert mich gerade an einen SR Charakter von mir. Spielte in Wien und mein Charakter war auch ein Wiener. Der Charakter war aber ein wenig Schizophren und glaubt ein verloren gegangenes Kind eines japanischen Ninjaclans zu sein. Er stellte auch Nachforschungen in diese Richtung an und belästigte allerlei Leute damit. Er war Körperadept, tatsächlich auf Ninja getrimmt, und kletterte mit seinen Geckotapehandschuhen gerne herum. Seine erste Initiation ging schief. Er wollte so eine Askesemeditationding durchziehen und dafür beschloss er einen ganzen Monat ohne Kleidung auf der Straße zu leben allerdings schwarz getarnt. Als Tarnfarbe kam er auf die grandiose Idee schwarze Schuhcreme zu benutzen (fragt mich nicht was ich mir dabei gedacht habe, ich war wohl voll in meinem Charakter drinnen XD ). Und nach einer Woche musste er die Initiation beenden weil er fürchterlich juckende Pusteln bekam. XD Das ganze hat sich auch irgendwie auf der Straße herum gesprochen wodurch er den Straßennahmen "Der Molchmann" bekam. XD

Ha ha, das muss ich mir merken. Der Molchmann kann so einiges sein.

Mein farbenfrohester Charakter war ein Aufschneider, den ich genau zwei Spielrunden in Harn Master spielen durfte. Eigentlich hieß er Vendor und war ein allenfalls mittelprächtig wehrhafter Milizangehöriger mit sehr blonder Mähne, der sich gern der Meister nennen ließ und weiterhin behauptete, er sei deshalb unter diesem Namen bekannt, da er ein Meister der Schwertführung sei. Er verlangte zudem von den anderen Charakteren, mit Euer Durchlauch usw. angeredet zu werden. In Wirklichkeit war er ein nur ein gemeiner Dieb, der durch seine ausgeprägte Eloquenz punkten konnte. Letzten Endes streckte ihn ein Pfeil eines anderen SCs nieder.
 
Und da erkennt man wieder einmal die Grenzen, die nicht nur durch die Regeln und die Welt, sondern vor allem durch die Mitspieler gezogen werden.
 
Und da erkennt man wieder einmal die Grenzen, die nicht nur durch die Regeln und die Welt, sondern vor allem durch die Mitspieler gezogen werden.
Ist Harnmaster nicht eines dieser Systeme wo man durch jeden Scheiss sterben kann? Ich würd jetzt mal auf einen verirrten Pfeil tippen und nicht gleich auf Böswilligkeit. ; )
 
Ist Harnmaster nicht eines dieser Systeme wo man durch jeden Scheiss sterben kann? Ich würd jetzt mal auf einen verirrten Pfeil tippen und nicht gleich auf Böswilligkeit. ; )

Ja, HM ist ziemlich tödlich. Todesursache Nummer 1 ist Wundbrand, gefolgt von einer direkt letalen Wunder während eines Kampfes.
Ich liebe dieses Regelsystem (macht mich das zum Masochisten?).

Zu Vendors Tod: Nee, es war kein verirrter Pfeil, der ihn zur Strecke brachte. Er hatte die anderen SCs bestohlen, sich davon gemacht und nicht damit gerechnet, dass einer seiner "Kameraden" ein hervorragender Fährtenleser war.
 
Ha ja. War ein guter Abgang für den Charakter, denn gruppentauglich war der ganz gewiss nicht. Hat aber Spaß gemacht, einen derart hinterfotzigen Blender zu mimen.
 
Da ich meine Charakter so aufzubauen pflege, dass sie es dem SL einfach machen sie in die Gruppe zu integrieren, aber auch unnormal genug zu sein, dass der SL es einfach hat sie anzuspielen habe ich kaum wirklich skurrile SC gespielt, aber die meisten meiner SC hatten ein paar skurrile Eigenschaften.

Meine Avesgeweithe (das hatte damals noch wenig mit den heutigen Avesgeweithen zu tun) von den westlichen Inseln aß total gerne Seefisch ... das kam so zufällig aus einer Randbemerkung. Als die Abenteuer uns inlands führten, wurde klar, dass Süßwasserfisch einfach nicht das gleiche ist. Nach erfolgreicher Heldentat wurden wir dann mal von einer Adligen bewirtet und ich konnte es deichseln, dass zwischen Beginn des Banketts und dem letzten Gang unser Magier "von selbst" auf die Idee kam, die Adlige zu verführen und sie damit so ablenkte, dass ich ihren letzten Gang - Seehecht - an mich bringen konnte, ohne, dass sie es merkte.
Ein andermal fiel ich, weniger rühmlich, auf die gute alte "Wir haben Süßigkeiten in der Kutsche"-Trick damit rein ...

Funny und in die gleiche Breche schlagend war die Elfe eines Freundes, die total auf Torten von Menschen stand (bei Elfen gibt es seiner Meinung nach keine Süßigkeiten) - nicht nur zettelte sie auf einer Hochzeit eine schwerwiegende Intrige an um die Hochzeitstorte zu stibitzen, als diese Intrige misslang und die Torte dabei zerstört wurde, verfiel sie fast den Verführungsversuchen eines sie hofierenden NSC, dem es gelang einen Teil davon zu retten und sie damit zu überraschen.


Zwei eher skurrile Konzepte, die aber noch in der Schublade liegen:

Ein DSA-Magier, der aus Familientradition Magier werden musste, aber lieber Krieger geworden wäre - und sich dementsprechend mehr Taktik und Strategie sowie der Rollen von Magie dabei interessiert als alles Andere.

Eine Nekromantin (im Sinne von "Schaudere von meiner Skeletarmee") für Pathfinder, in einer relativ guten bis neutralen Gruppe - wurde aus Familientradition so ausgebildet und fand es auch super, hatte dann aber ein erweckendes Ereignis und lehnt Nekromantie und ihre Familie seitdem ab. Da sie aber schlicht nix andres kann, versucht sie Gutes damit zu tun und nekromantisiert nur noch Tiere aber halt keine Menschen, Elfen, Zwerge usw mehr.
 
Rolemaster, ein Illusionist, der sich für drei verschiedene Personen hielt... und deren Hund. Und zur (nicht so seltenen) Not der Realität dann eben mit Illusionen nachhalf, wenn sie mit seiner kollidierte ... .
 
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