Sex im Rollenspiel

Naja ich sehe Shadowrun, gerade in den letzten zwei Edis schon als sehr 'Realitätsnah'.
In der dritten edi habe ich es schon als eher Trashig angesehen aber mittlerweile ist es schon um einiges härter und Brutaler geworden.
Das bedeutet aber auch bei mir in der runde nicht unbedingt das es an einem Ort wie den Barrens nur so von Gangs wimmelt die den ganzen Tag nur darauf warten Leute abzuziehen und zu Vergewaltigen aber das mag jeder anders sehen.
Aber natürlich kann auch jeder bei seiner runde so Trashig oder realitätsnah bleiben wie er möchte egal um welches Spiel es sich da handelt.
 
Spürbar gemacht werden muss sie nicht, aber meines Erachtens sind die Spielerchars immer Teil der Welt. Sie Leben in einer Realität (bei SR) wo das menschliche Leben nur bedingt Wert hat. Möglicherweise liegt auch hier der Kern meines Widerwillens gegen eure Spielauffassung. Mord, Organhandel, Menschenhandel, Sklaverei, all diese Dinge sind völlig legitimer Teil des Spielgeschehens. Sie werden von SCs betrieben und SCs können davon betroffen werden. Da nun ein Fass wegen sexualisierter Gewalt aufzumachen, empfinde ich gelinde gesagt als scheinheilig. Müssen SCs nun ständig damit konfrontiert werden? Nein, natürlich nicht. Aber Spieler müssen halt damit rechnen, dass es passiert, wenn sie mit ihren SC diese Welt beleben und die Würfel gegen sie sind. Da nun davon auszugehen, dass das im Vorfeld erst gesondert geklärt werden muss, ob das auch ok ist, hat für mich in etwa so viel Sinn, wie abzuklären, ob denn ein SC im Spiel auch sterben darf. Wenn der eine oder andere Spieler damit ein Problem hat, dann kann man entweder die Welt abändern oder das System meiden. Mir persönlich ist zB WH40k zu dunkeldüster, deshalb spiele ich es nicht oder nur sehr selten. Nicht, weil meinem SC schlimme Dinge geschehen könnten, das ist mir bums (passiert ja nur einem Phantasiegebilde und nicht mir), sondern weil ich das Setting so nicht mag.
 
Naja als scheinheilig würde ich es nicht unbedingt bezeichnen.

Ich weis nicht welche Spiele du so spielt aber ich nehme mir jetzt einfach mal Warhammer 40k raus.
Das system wie auch das Setting ist absolut tödlich was vor allem daran liegt das viele der Waffen das Potenzial für einen Instand-Kill haben und man eigentlich immer und Überall von potenziellen Feinden oder Wesen die einen Fressen wollen umringt ist.
Auf jeden Fall geben Setting und Regeln es her das Spielercharakter sterben 'wenn die Würfel gegen sie sind' ohne das sie wirklich Einfluss auf das geschehen haben.
Ich behaupte jetzt einfach mal frech das es dich schon leicht ankotzen würde wenn du als Spieler vom SL in der ersten Kampfrunde gesagt bekommst 'Du bist Tod' und wenn er noch einen guten Tag hat den Zusatz anbringt 'es war ein Scharfschützen den du nicht sehen konntest'.
Wenn das einmal passiert ist das ärgerlich, aber wenn es immer und immer wieder Passiert wird es frustrierend vor allem wenn man wie gesagt keinen Einfluss darauf hat.
'Scharfschütze nicht gesehen-Tod'
'Auf eine Landmine getreten-Tod'
'Sprengfalle ausgelöst-Tod'
'Aus dem Landungsboot in MG-Feuer gerannt-Tod'
Usw. Usw.

Das sind nur Beispiele für Dinge die in einem Realen Kriegsgebiet passieren können was aber für Spieler durchaus frustrierend sein kann. Nicht weil der Charakter stirbt sondern weil sie keinen Einfluss auf das geschehen haben.

Also meiner Meinung nach hat das nichts mit scheinheilig zu tun sondern eher damit ob man die Spielercharakter eben als Helden der Geschichte sieht oder eben als Freiwild.
 
Da nun ein Fass wegen sexualisierter Gewalt aufzumachen, empfinde ich gelinde gesagt als scheinheilig.
...
Da nun davon auszugehen, dass das im Vorfeld erst gesondert geklärt werden muss, ob das auch ok ist, hat für mich in etwa so viel Sinn, wie abzuklären, ob denn ein SC im Spiel auch sterben darf.

Du, ich glaube da haben zumindest wir beide komplett aneinander vorbei geschrieben.
Darum extra ein ganz besonderes Fass auf zu machen, ging es mir gar nicht.

Ja, es hat genauso viel Sinn, wie im Vorfeld abzuklären ob ein SC auch gebrandmarkt, verkrüppelt, getötet oder was-auch-immer werden darf.
Da bin ich voll bei Dir.

Aber "genauso viel Sinn wie in anderen Fällen" muss ja nicht zugleich "sinnlos" bedeuten.

In meinen Augen macht es schon Sinn, sich im Vorfeld über eine Reihe von Dingen zu einigen, damit beim Spiel keine Enttäuschungen entstehen.

Mir selbst zum Beispiel ist es beim Rollenspiel sehr wichtig spannende Geschichten zu erleben, in denen sich unerreichbare Wünsche und Träume erfüllen können und ich meine Phantasie voll ausleben kann.

Schätze am Grunde des Meeres bergen, neue Planeten entdecken, zur Roboter-Piraten-Insel segeln - solche Dinge eben.

Enstellte oder verstümmelte Charaktere - kein Problem! Habe ich alles schon gespielt.
Aber es war stets meine Entscheidung sie so zu spielen, nicht die des Spielleiters.
Unvorbereitet mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert zu werden und sie mit dem Charakter durchleben zu müssen, empfinde ich selbst als zu belastend, um Freude daran finden zu können.

Aber hey. Das ist natürlich nur mein Geschmack!
Nicht jeder muss so ein Sensibelchen und Weichei sein, wie ich.
Ich bin mir sicher, es wird sogar jede Menge Spieler geben, die gerade in besonders belastenden Inhalten einen besonderen Reiz im Rollenspiel sehen.

Wenn der eine oder andere Spieler damit ein Problem hat, dann kann man entweder die Welt abändern oder das System meiden.

Genau aus diesem Grund ist es m.E. gut sich bereits vor dem Spiel darüber auszutauchen und Diskussionen und Weltenumbau nicht erst dann zu starten, wenn das Kind bereits das erste Mal in den Brunnen gefallen ist.
 
Enstellte oder verstümmelte Charaktere - kein Problem! Habe ich alles schon gespielt. Aber es war stets meine Entscheidung sie so zu spielen, nicht die des Spielleiters.
Ok, folgendes Szenario. Wir bleiben bei SR. Dein Team hat einen simplen Racheauftrag angenommen und soll ein paar abtrünnige Söldner kaltstellen. Warum sollte ich als SL jetzt mit den Spielern erörtern, ob es denn genehm sei, dass die Söldner nun ihren Unterschlupf entsprechend ihren Fähigkeiten absichern? Sprich ob sie Sprengfallen nutzen oder nicht?
Übrigens warst Du auch nicht gemeint mit dem aufgemachten Fass.
Das sind nur Beispiele für Dinge die in einem Realen Kriegsgebiet passieren können was aber für Spieler durchaus frustrierend sein kann. Nicht weil der Charakter stirbt sondern weil sie keinen Einfluss auf das geschehen haben.
Auch hier gilt, ich kenne als Spieler das System und die Welt. Wenn ich damit nicht umgehen kann, dann spiel ich halt was anderes. Mich persönlich stört es nicht sonderlich, wenn ich in einem tödlichen System schnell abgewirtschaftet werde. Klar finde ich das in dem Moment nicht prickelnd, aber ich hab mir ja im Vorfeld das Regelwerk angesehen. Als wir Deathwatch gespielt haben, musste ich im ersten Kampf schon alle Fatepoints verbraten, nur um gerade noch zu überleben.
Aber das ist halt wie beim Kickboxen. Wenn ich es nicht abkann was auf die Nase zu bekommen, dann steige ich nicht in den Ring.
 
Da nun davon auszugehen, dass das im Vorfeld erst gesondert geklärt werden muss, ob das auch ok ist, hat für mich in etwa so viel Sinn, wie abzuklären, ob denn ein SC im Spiel auch sterben darf.
Ja. Und das tue ich tatsächlich auch.

Damit hier kein falsches Bild entsteht:
In meiner VtM-Runde können die SCs sterben. In der Runde geschehen grausame Dinge und ich geb mir teilweise verdammt viel Mühe die Spieler richtig intensiv mit ihren SC leiden zu lassen.
...weil das bei uns so geklärt ist, dass dies so gewünscht ist.
Ich kann meinen Spielern damit so richtig den Abend versauen, ihre Ängste, Sorgen, Wünsche und Träume anspielen, pervertieren und fein abgestimmten Horror erzeugen.
Nochmal: Weil es so geklärt und so gewünscht ist.

Und wenn andere Dinge gewünscht sind, einigt man sich auf andere Dinge.
Und natürlich kann man auch eine grausame sadistische Welt realistisch bespielen und auf der Meta-Ebene vereinbaren, dass den SCs selbst nichts (aber auch garnichts) Schlimmes zustoßen wird.
Für den einen bedeutet dies einen Spannungsverlust, für den anderen ein gewisses Maß an Sicherheit das er benötigt um das Spiel genießen zu können, für den Dritten eine bestimmte Tabugrenze, die er einfach nicht überschreiten möchte.

Wenn ich im Kino einen Film ab 16 sehe, der in einer sadistischen Welt spielt, weiß ich, dass ich keine detaillierte Grausamkeit ggü dem Protagonisten zu sehen bekommen werde. Das heißt nicht, dass der Film zwangsläufig unrealistisch wird, sondern einfach nur, dass er nicht von Grausamkeit ggü dem Protagonisten handelt.
Wenn ich Missbrauch an den SCs thematisch ausklammere, ändert dies nicht die Regeln der Welt; es ändert lediglich die Regeln, welchen Ausschnitt der Welt wir spielen - wir spielen eben das Leben einiger glücklicher Protagonisten, die einige der schlimmsten Erfahrungen dieser Welt persönlich nie durchmachen müssen.

Stell dir vor, die Ereignisse, die deine Runde spielt, wären Vergangenheit. Ihr spielt Historie. Dann ist die Geschichte eines Menschen, der Leid entgehen konnte genauso 100% wahr und realistisch wie die eines Menschen, der schlimmste Dinge erleiden musste. Beide Geschichten spielen in derselben Welt und beide Geschichten können erzählenswert sein.

Und was tatsächlich erzählt bzw. gespielt wird, das sollte man doch bitte an die Interessen aller Beteiligten anpassen.

Oder siehst du dies anders?
 
Teilweise. Wenn ein Spieler in meiner Runde spielt, dann weil er es möchte. Und damit taucht er in die erzählte Welt ein und wird ein Teil dieser. Und als Teil der Welt, ist der bespielte Charakter halt immer einem gewissen Risiko ausgesetzt. Und wenn das Pech oder die Unfähigkeit zuschlägt, dann ist das eben so. Die Einwilligung, die Du Dir gesondert einforderst, ist in meinen Augen in dem Moment bereits erteilt, wenn ein Spieler in einer meiner Runden mitspielen möchte und dann der erste Würfel rollt. Und wenn es ein neuer Spieler ist, sprich wir kennen uns nicht, dann umreiße ich grob die bespielte Welt. Wobei ich da tatsächlich die Erfahrung gemacht habe, dass das bei Vampire wichtiger ist, gerade weil ich da hauptsächlich Sabbatrunden leite. Weniger wegen sexuellen Dingen, als der ausufernden Gewalt wegen. Und wer dann damit nicht umgehen kann, der muss sich halt eine andere Runde suchen.
 
Natürlich diskutiere ich mit dem Spielern nicht jedes Detail jeder einzelnen Mission im genauesten aus. Aber ich diskutiere den Detailgrad eines Spiels genau aus bevor wir mit dem Spiel beginnen. Dies ist natürlich müßig und kann allgemein auch mal einen ganzen Spielabend in Anspruch nehmen.
Dazu gehören eben u.a. folgende Dinge:
Gewaltdarstellung bzw. Wie blutig soll es sein.
Tod der Charakter.
Folter im allgemeinen und Folter gegen die Spielercharakter.
Und ja eben auch sexueller Missbrauch gegen NSC's und ja auch gegen die SC.

Sämtliche möglichen und mitunter auch unmöglichen Themen werden durchgesprochen BEVOR wir mit dem eigentlichen spiel beginnen. Nicht während dessen nicht danach.

Wenn Spieler mit gewissen Aspekten Probleme haben dann wird das eben ausgeklammert bzw. Nur am Rande angerissen.

Auch das Beispiel mit dem Söldnerlager hinkt etwas. Ich habe eine militärische Ausbildung genossen (mit Schwerpunkt Sprengstoff und Sprengfallen) und eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft und behaupte somit im das ich zumindest auf dem Papier jeden Geräteschuppen uneinnehmbar machen kann. So wenn ich nun von jenem Söldnerlager ausgehe wessen Fähigkeiten nehme ich jetzt an?
Meine?
Die von denen ich ausgehe das sie die Söldner haben?
Welche von denen ich der Meinung bin das sie die Spieler irgendwie meistern können?
Gerade bei eher 'Auftragsbasierenden' spielen wie Shadowrun oder Warhammer 40k ist es wichtig die Gruppe abschätzen zu können da der Johnsen oder Inquisitor nicht einfach eine Gruppe Stümper losschickt sondern Leute die dem Job auch gewachsen sind.

Ein anderes Problem ist einfach die Abgestumpftheit wie sie QuickAndDirty mal kurz angerissen hat wo bei solchen runden irgendwann vorherrscht.
Wenn mein Charakter zum gefühlten 20-mal Vergewaltigt wurde nimmt das den schrecken davor und ruft eine 'na und' Haltung hervor. Genau wie jede andere Gewalttat auch.
Wie gesagt ist es wie alles Geschmackssache aber gerade Horror wie z.B. Vampire oder CoC funktionieren bei mir zumindest eher wenn sie sich langsam aufbauen und nicht in dem man ein Blutbad und eine Grausamkeit nach der anderen vollzieht.
 
Auch das Beispiel mit dem Söldnerlager hinkt etwas. Ich habe eine militärische Ausbildung genossen (mit Schwerpunkt Sprengstoff und Sprengfallen) und eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft und behaupte somit im das ich zumindest auf dem Papier jeden Geräteschuppen uneinnehmbar machen kann. So wenn ich nun von jenem Söldnerlager ausgehe wessen Fähigkeiten nehme ich jetzt an?
Meine?
Dank meiner Ausbildung kann ich sagen, jedes Ziel ist einnehmbar. Gelegentlich kommt man über die 28%, aber so etwas wie ein uneinnehmbares Ziel gibt es nicht wirklich. Und da nimmt man dann tatsächlich die Werte, die für Söldner, Ganger etc angegeben sind. Wenn man als SL etwas gemeiner ist, nimmt man die Panzermine/Handgranatenkombo, ist man netter, dann wird es Draht/Granate in Gemeinheitsabstufungen. Worum es eigentlih ging, es kann im Spiel immer wieder zu solchen Situationen kommen, wo Arm/Bein etc einfach mal weg sind.
Und ich bitte auch zu bedenken, dass ich keinesfalls dafür plädiere in das andere Extrem zu fallen. Nur weil die tatsächliche Möglichkeit besteht, dass SC ua Opfer von Vergewaltigungen etc werden können, heißt das nicht, dass die Chars ständig mit Keuschheitsgürteln rumlaufen müssen, weil der obligatorische Gangbang hinter der nächsten Straßenecke lauert.
 
Teilweise. Wenn ein Spieler in meiner Runde spielt, dann weil er es möchte. Und damit taucht er in die erzählte Welt ein und wird ein Teil dieser. Und als Teil der Welt, ist der bespielte Charakter halt immer einem gewissen Risiko ausgesetzt. Und wenn das Pech oder die Unfähigkeit zuschlägt, dann ist das eben so. Die Einwilligung, die Du Dir gesondert einforderst, ist in meinen Augen in dem Moment bereits erteilt, wenn ein Spieler in einer meiner Runden mitspielen möchte und dann der erste Würfel rollt. Und wenn es ein neuer Spieler ist, sprich wir kennen uns nicht, dann umreiße ich grob die bespielte Welt. Wobei ich da tatsächlich die Erfahrung gemacht habe, dass das bei Vampire wichtiger ist, gerade weil ich da hauptsächlich Sabbatrunden leite. Weniger wegen sexuellen Dingen, als der ausufernden Gewalt wegen. Und wer dann damit nicht umgehen kann, der muss sich halt eine andere Runde suchen.
Von "Pech" und "Unfähigkeit" zu sprechen, während du aber die alleinige Hoheit über die Ereignisse deiner Spielwelt hast, ist aber doch auch ziemlich zynisch, oder?
Um nicht zu sagen widerlich.

Du allein bestimmst doch, wann wie viele Leute einen SC überfallen. Was hat das mit Pech oder Unfähigkeit zu tun? Du entziehst dich hier meiner Meinung nach einer Verantwortung, die du dringend tragen solltest, wenn du solch sensible Themen in deiner Runde thematisierst.

Und das ist auch vermutlich der Kern des Problems, dass ich mit dir hier habe:
Ja, man kann meiner Meinung nach, alles erdenkliche im RPG thematisieren. Manche Themen bergen allerdings ein bedeutendes Risiko wirklich auf Meta-Ebene unangenehm zu werden. Solche Themen würde ich nur SLs anvertrauen wollen, die im besten Fall in ihrem Ingame-Umgang mit dem Thema eine gewisse Senisibilität besitzen oder zumindest auf Meta-Ebene bereit sind ggf Verantwortung dafür zu übernehmen, falls sie (versehentlich) verbal in ihrer Darstellung daneben greifen.

Ich würde aber ein Thema wie sexuellen Missbrauch niemals einem SL anvertrauen, der Missbrauch mit "wenn das Pech oder die Unfähigkeit zuschlägt, dann ist das eben so" abtut und anscheinend null Verständnis dafür hat, welches verstörerische Potenzial ein solches Thema bietet. Wenn du keine Lust auf lästige Empathie und Rücksichtnahme hast - dann thematisier doch besser einfach keine Themen, die unter Umständen Empathie und Rücksichtnahme notwendig machen könnten.

Stell dir vor ein Spieler würde bei dir getriggert. Was würdest du machen? Pech und Unfähigkeit verantwortlich machen und darauf verweisen, dass der Spieler ja selbst schuld sei bei dir mitzuspielen?
Ich thematisiere emotional schlimme Themen bei mir nur, weil mit den Spielern ein entsprechendes Vertrauensverhältnis besteht, das u.a. auf Mitgefühl, Verständnis, Rücksichtnahem und Verantwortungsgefühl beruht.

Bei dir hingegen hab ich das Gefühl du thematisierst Missbrauch, weil die arrogante Elfen-Deckerin dich mit ihrem hübschen Gesicht und ihrer lebensfrohen Leichtigkeit genervt hat und ihr mal jemand die harte Welt zeigen musste - kurz: Es klingt für mich nach Missbrauch auf Ingame und Meta-Ebene.
 
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Vielleicht hatte Wulf ja auch noch kein Drama am Spieltisch, das ein Umdenken hätte notwendig werden lassen müssen. Drama am Spieltisch kann einen motivieren, delikatere Themen lieber komplett sein zu lassen, bevor jemand getriggert wird. Das muss man aber auch erstmal kennen und verachten lernen, das Drama.

Ansprechen alleine hilft nicht immer. Ich kann tausendmal vorher sagen, dass alle vergewaltigt werden könnten, wenn sie in den Redmond Barrens rosa Hütchen und Pony tragen, es gibt einfach Menschen, die nicken das cool ab, tragen rosa Hütchen mit Pony, werden vergewaltigt und platzen dann outgame auf der Couch. Weil sie selber nicht wussten, wie stark der Trigger dann ist, sobald passiert, was im Vorfeld angekündigt worden ist.
 
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Genau genommen nutze ich dafür die Würfel. Klar gibt es Dinge bei denen dann auch nicht mehr gewürfelt wird. Pech ist es, wenn man abends durch allein durch die Straßen tingelt und der Würfel sagt Pech gehabt, Überfall. Unfähigkeit ist bei einem W3/Spieler Gegner nicht damit fertig zu werden. Und Dummheit mit einem A20k Shirt in eine OrkGangerBar zu gehen.
 
@Wulf

Da du nur auf 28% kommst beweist mir das du entweder absolut arrogant bist oder von der Materie keine oder nur geringe Ahnung hast. Aber lassen wir das da es jetzt wirklich am Thema vorbeigeht.

Ich kann mich meinen vorsprechern (Ioelet und Halloween Jack) nur anschließen zum einen was das aus der verantwortung ziehen wie auch was die Unerfahrenheit mit solchen Themen angeht.

Aber ich ziehe mich jetzt auch aus der verantwortung und aus dieser Diskussion zurück weil sie mir auch langsam aber sicher Langweilig und müßig wird und ich das Gefühl nicht los werde das wir uns hier bereits seid längeren im Kreis drehen. Mehrere Leute haben jetzt schon versucht dir, mal mehr und mal weniger deutlich, aufzuzeigen warum sie diese Art zu Leiten/Meistern scheiße finden und du kommst immer mit den gleichen 2-3 argumenten in denen du bei den meisten auch versuchst die schuld auf deine Spieler abzuwälzen die entweder zu dumm, inkompetent oder einfach vom Pech verfolgt sind.
Wenn ein Spieler mit einem A20K shirt in eine Orkbar reinwill würde es keinen Zacken aus der Krone brechen wenn man den Spieler auf diese, zugegeben, absolut dumme Aktion und deren Konsequenzen aufmerksam macht. Wenn er dann immer noch rein will kann man ihn die Konsequenzen auch spüren lassen ohne gleich das Kettesägenmassaker auszupacken.

Aber egal. Ich kann dich nicht vom Gegenteil überzeugen und zum Glück muss ich es auch nicht da ich mit dir auch nicht spielen muss.

Also ich bin raus.

In diesem Sinne.
Spendet Blut. Spielt Rugby.
 
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Wulf, ich habe bereits bei einer SR Runde mitbekommen, dass dort unabsichtlich jemand durch die Thematisierung sexualisierter Gewalt getriggert wurde.

Das war kein Spaß - für alle Beteiligten nicht. Und ist für die betreffende Person deutlich weitreichender als "mir macht das heut keinen Spaß" oder "den SC spiel ich jetzt nimmer".
Die Runde wurde abgebrochen, die Spielerin ist gegangen und kam nicht wieder.

Der SL hat das reflektiert, und ab da neuen Spielern unter vier Augen eine Liste vorgelegt.
Darauf waren verschiedene sensible Themen, und die Spieler konnten, ohne das zu begründen, nennen was davon für sie in Hinblick auf SCs oder in Hinblick auf NSCs ok ist.
Das beinhaltete Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Gewalt gegen Kinder, Folter, Suizide, und so weiter.

Fand ich total super als ich dort anfing, das gibt einem Sicherheit und zeigt einem, dass man mit Erwachsenen spielt, die an dem Punkt mitdenken.
Persönlich hab ich (selbst wenns hier anders wirken mag) vergleichsweise wenige Grenzen im RPG. Aber ich finde es gut, dass jeder am Tisch Grenzen abstecken kann.
Und dass sich so Erlebnisse wie in früheren Runden, wo es wirklich unangenehm sadistisch meinem SC gegenüber wurde (von SL und Gruppe aus) nicht wiederholen konnten.

Natürlich kann das je nach Tagesform, oder wenn dann akut während einer laufenden Runde was vorgefallen ist nicht alles abgefedert werden.

Bei uns wurde auch schon zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund aktueller Ereignisse einiges an Grenzen verändert.
Und das war gut.

Ich will bei keinem in unseren Runden was triggern. Und nehme Rücksicht darauf, wenn zB jemand gerade Angehörige durch Suizid verloren hat. Da muss ich im RPG nicht dran erinnern, nur weil die Todesart vielleicht was Glaubwürdigkeit angeht öfter anzutreffen wäre.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
"Pech gehabt" mag in Bezug auf das Würfeln etc. schon stimmen. Aber im Regelfall spielt man ja meist mit Freunden, oder mindestens mit Freunden von Freunden oder eben sonstigen Bekannten. Die meisten davon kennt man in der Regel. (Cons klammer ich hier mal bewusst aus)

In dem Kontext von Pech zu reden, wenn man vielleicht Wunden aufreißt, die einem Spieler nicht bekannt waren, ist so eine Sache. Gerade bei SR und VtM, dass diese auf unterschiedlichste Art und Weise spielbar sind. Und da macht es schon sinn über mögliche Konsequenzen und Tabu-Themen auch mal zu reden. Natürlich kann ich daherkommen und sagen: Ihr setzt euch mit mir an den Tisch, lebt mit den Konsequenzen. Wenn ich nicht meine Spielwelt vorstelle, wie ich sie mir vorstelle, dann hab ich da unter Umständen schnell nen leeren Tisch.

Es gibt tatsächlich Gruppen, die wollen Helden spielen. Helden dürfen auch mal was tragisches erleben, aber da muss dann die Entwicklung da sein. Problemstellung, Lösung, Hindernis, Überwindung, Sieg. Ist ein Schema mit dem ich selbst gerne arbeite. Das ist bei solchen Themen nur bedingt gegeben.

Und ich kann hier einige gut verstehen. Wenn du jemanden in der Gruppe hast, den du triggerst, ist der Abend im Arsch. Wenn du Glück hast, hat der/diejenige nur einen Heulanfall und fängt sich wieder. Wenn du Pech hast, setzt du damit Dinge in Gang, die du mit Sicherheit nicht auf deine Kappe nehmen willst. Das ist der Grund, warum ich von einigen Spielen ganz die Finger lasse.

Ich mein, vielleicht hast du eine kleine Truppe mit der du das machen kannst, dann gibt es da nichts zu sagen. Ich wüsste auch 2-3 Leute mit denen ich das Spiel aufs Äußerste ausreizen könnte, aber da gehen mir zuviele wichtigere Punkte verloren.


Ich will aber nochmal die Frage aufgreifen: Wie würdest du darauf reagieren, wenn ein/e Spieler/in bei dir am Tisch auf einmal still wird, anfängt zu zittern und langsam Tränen in die Augen bekommt? Einen Blick, der irgendwo ins Leere geht, fokussiert auf nichts für dich sichtbares. Sich immer stärker anfängt am Unterarm zu kratzen und bei der kleinsten Berührung oder direkten nächsten Ansprechen total erschrocken aufschreit und zusammenzuckt oder um sich schlägt?

(Um mal eine mögliche Reaktion zu nennen)
 
Der SL hat das reflektiert, und ab da neuen Spielern unter vier Augen eine Liste vorgelegt.
Darauf waren verschiedene sensible Themen, und die Spieler konnten, ohne das zu begründen, nennen was davon für sie in Hinblick auf SCs oder in Hinblick auf NSCs ok ist.
Das beinhaltete Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Gewalt gegen Kinder, Folter, Suizide, und so weiter.

Finde ich eine wirklich gute Idee.
Bei uns ist es so, dass ich viele Runden mit meinem Bruder zusammen spiele. Und nach dem Krebs-Tod eines Verwandten habe ich mir jeden SL gegriffen, der ein moderneres Setting bespielt, und denen jeweils gesagt, dass ich/wir das Thema nicht aufkommen lassen wollen, weil das derzeit einfach unnötig Wunden aufreißen würde.
Und siehe da, ein SL, der das gar nicht wusste, was bei uns in der Familie zur Zeit los war, hat ein Abenteuer völlig abgeändert, weil es da um den Diebstahl wichtiger medizinischer Güter ging.

Ansprechen, was man nicht will, ist also definitiv wichtig.
 
Bei uns ist es so, dass ich viele Runden mit meinem Bruder zusammen spiele. Und nach dem Krebs-Tod eines Verwandten habe ich mir jeden SL gegriffen, der ein moderneres Setting bespielt, und denen jeweils gesagt, dass ich/wir das Thema nicht aufkommen lassen wollen, weil das derzeit einfach unnötig Wunden aufreißen würde.
Aber das ist doch eine gänzlich andere Situation. Und die auch sehr gut gehandhabt wurde. Aber was ihr immer wieder gern unter den Tisch fallen lasst, meine Spieler wissen bevor ihr Char den ersten IT-Schritt macht, wie meine Welt aussieht und wie sie von mir bespielt wird. Das Problem, dass da jemand plötzlich getriggert wird , ist schlicht nicht existent. Oder ihr erzählt mir jetzt ernsthaft, das ein Spieler nicht weiß, dass er mit gewissen Themen plötzlich konfrontiert wird? Wenn mir einer sein Problem im Vorfeld schildert, dann entscheide ich im Einzelfall, ob ich sage ok, ich lass das ggf weg oder aber rate dem Spieler sich eine andere Runde zu suchen. Aber wie auch immer, jeder Spieler weiß grob was passieren kann und hat sich entschieden mitzuspielen.
@Floki 28% Verlust sind der Satz, bei dem die Verlustrate in einer Angriffsoperation als akzeptabel gilt. Bei einer weitergehenden militärischen Ausbildung sollte man das wissen, denn das ist Taktiklehrstoff auf der Ebene OAL1. Bestimmte Dinge im Orts- und Häuserkampf schubsen die Zahlen etwas nach oben, aber auch so eklatant, dass es die Verlustrate auf BTL-Ebene groß verändert, daher haben sich die 28% als feste Größe etabliert.
 
Noch schlimmer ist es tatsächlich bei Warhammer Fantasy wo der Hintergrund sogar eine Geschlechtertrennung vorgibt es aber dann in den regeln nicht ausgespielt wird.
Genau das meine ich!!! Ich glaube du verstehst mich doch!
Die Regeln sind die "Physik" der Spielwelt. Es ist einfach komisch, wenn die Spielwelt sich nicht so anfühlt als wäre sie auf Basis der Regeln heraus gewachsen. So als wären die Regeln erst vor 2 Stunden in die bereits vorhandene Welt gekommen.

Angesichts dessen, dass anscheinend 100% aller attraktiven Frauen in den Barrens missbraucht werden (und ja anscheinend niemand jemals eine unattraktive Frau anfassen würde), wage ich zu behaupten, dass in der Praxis attraktive Frauen da nahezu nie hingehen würden und letztendlich ziemlich die identische "Not"situation entsteht wie im Gefängnis.

...mal so ganz Spielwelt-realistisch betrachtet.
In dem Forum haben es alle mehr so mit Sozialromantik niemand glaubt hier an Marktmechaniken.

Ich verstehe Deinen Punkt, aber ich denke, dass dann die Gangs nicht die Straßen beherrschen würden. Der kleine Ladenheini? Könnte ein Ki-Adept sein. Das Muttchen an der Ecke? Evtl ein exentrischer Magier, oder so. Ich persönlich gehe eher davon aus, dass Ganger das Risiko einfach eingehen, weil sonst jemand an ihre Stelle treten würde, der den Mut dazu hat.
Ich kenne das jetzt nicht so im Detail. Aber wenn die Gewaltkriminalitätsrate so hoch ist, dass sie ihre Opfer aus der Gegend verscheucht, dann gibt es dort auch keine Gewaltkriminalität mehr. Sprich auch hier wirkt der Markt! Es funktioniert nur so lange eine Balance existiert die allen zum Vorteile gereicht.

Damit hier kein falsches Bild entsteht:
In meiner VtM-Runde können die SCs sterben.
Duh!
"Du wachst auf und du bist Tod!"
Ist ja bei Vampiren so üblich!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich kenne das jetzt nicht so im Detail. Aber wenn die Gewaltkriminalitätsrate so hoch ist, dass sie ihre Opfer aus der Gegend verscheucht, dann gibt es dort auch keine Gewaltkriminalität mehr. Sprich auch hier wirkt der Markt! Es funktioniert nur so lange eine Balance existiert die allen zum Vorteile gereicht.
Das Problem ist, dass die meisten eben nicht weg können. entweder sind sie zu arm oder sie existieren nicht im System.
 
Wie sich das auswirkt kann gerne an Postapokalypseromanen und Filme abgelesen werden.
Book of Eli und Mad Max: Fury Road sind Beispiele.

Als Spielleiter muss man oft die Spieler schützen und ihnen mehrfach sagen, "Nee, das würde dein SC so nie tun."
Will der Spieler das trotzdem dann muss der SC Widerstand gegen seine Intelligenz oder sein Gassenwissen würfeln....

Man kann das sogar als Plot-Hook nutzen indem entweder die anderen SCs oder Kontakte/sonstige NSCs die SCs "schützen".
Gegen einen oder mehrere Gefallen natürlich.

D.h. selbst wenn der SC nicht leidet, man kann den Spieler darin leiden lassen das er seinen SC nicht so kaputt spielen kann wie er oder sie das will.
 
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